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Extrem schlimm

Wer je den Film Schindlers Liste im Kino gesehen hat, der wird dieses Gefühl kennen, das ich damals auch erlebt habe. Der Film ist aus und es ist Totenstille im Kino. Das halbe Kino bleibt versteinert sitzen und auch anschließend im Vorraum sagt keiner was. Der Abend ist eigentlich gelaufen. Seit damals hat sich die Titelmelodie in mein Hirn eingebrannt, wie keine andere. Sofort, wenn ich dieses Lied höre, habe ich wieder Liam Neeson, Ben Kingsley und die vergasten Juden vor Augen.

Grad hab ich ein wenig in die Sendung Extrem schön von RTL2 reingezappt. Da gabs eine 46-jährige Frau mit Phobie vorm Zahnarzt und entsprechend schlechten Zähnen. Die angeblich so schreckliche Figur fand ich für ihr Alter eher nicht ungewöhnlich. Nach eigenen Aussagen traut sie sich aber nicht einmal im BH vor ihre Töchter und die schlechten Zähne darf kein anderer sehen - ausser eben der Kameramann von RTL2. Und weil ja alles so geheim und überraschend sein soll, wird ihr im Düsseldorfer Fußballstadion per Stadiondurchsage verkündet, dass sie sich in der Sendung von RTL2 operieren lassen darf. Schnitt. Sie ist auf dem Weg in die Schönheitsklinik und zuerst zum dortigen Zahnarzt. Und jetzt ratet mal, welche Hintergrundmusik mich zum sofortigen Umschalten bewogen hat?

4 comments to Extrem schlimm

  • Ebenso heftig fand ich den Part mit dem rothaarigen jungen Mädchen. Auch deren Figur war jetzt nicht schlecht, aber sie mußte ja unbedingt eine Brustvergrößerung haben. Und am Ende sah sie mit ihrem neuen Outfit aus wie (ich entschuldige mich auch gleich für die Wortwahl) ein billiges Flitchen.

    Aber die Sendung ist offenbar sponsored bei Ärztekammer Düsseldorf.

  • Bei der hab ich nicht mehr mitbekommen, wie sie am Ende aussah. Aber so ne Nase wünscht sich wohl wirklich keiner.

    Aber stimmt schon. Eigentlich müßte da oben “Dauerwerbesendung” drüber stehen.

  • Rob

    Mir laufen schon bei der Melodie die Tränen über’s Gesicht. Von dem Film ganz zu schweigen. In einer SZ-Vorankündigung zu dem Film hieß es neulich, es gäbe angesichts des Themas nur zwei Werbeunterbrechungen. Es gab gar keine, aber weniger, weil den Privatsender irgendeine Einsicht ereilt hätte; eher haben wohl die Seifenhersteller kalte Füße bekommen.

  • Joergl

    Ich habe mir das Fernsehen abgewöhnt. Es hat sich gelohnt.