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Honorararbeit: LED Lenser M1 versus Fenix PD20

[Trigami-Review]

Als ich 1991 auf den Kilimanjaro stieg und anschließend zwei weitere Wochen quer durch Tansania und Sansibar reiste, schaffte ich mir kurz vorher eine Mini-Mag AA von Mag-Lite an. Die Lampe war damals ein guter Kompromiss zwischen Gewicht und Lichtausbeute. Gerne hätte ich zwar etwas Helleres mitgenommen - der letzte Aufstieg zum Kibo erfolgt in der Nacht - aber wenn man mit dem Rucksack unterwegs ist, sind Lampen mit 600 Gramm tabu. Diese Mini-Mag AA von damals hängt heute noch immer bei uns am Schlüsselbrett und verrichtet ihre Dienste, wenn mal die Sicherung fällt.

LED Lenser M1 versus Fenix PD20

Technisch hat sich viel getan seitdem und vorallem mit Einzug der LED in die Taschenlampe ist eine neue Ära angebrochen. Heute darf ich für die Zweibrüder Optoelectronics GmbH zwei dieser kleinen Lichtwunder testen. Die LED Lenser M1 und die etwas kürzere Fenix PD20. Beide kosten regulär 69,- Euro und arbeiten mit einer CR123 Batterie, wie sie gelegentlich in älteren Fotoapparaten vorkommt und leider nicht überall erhältlich ist.

LED Lenser M1

Fenix PD20

Ausstattung:

Beide Lampen kommen mit einer Gürteltasche (bei der LED Lenser mit Zusatzkarabiner) und einer Trageschlaufe. Bei der Fenix sind noch zusätzlich zwei Dichtungen und ein Ersatzgummi für den Tastschalter dabei.  Dafür fehlt die Batterie für die erste Inbetriebnahme. Da ich kein Freund von Gürtelhalterungen bin, nur so viel: Die LED Lenser kann man nur rückwärts “einparken”, weil sich sonst der Reflektor spiesst. Die Fenix geht nur Reflektor voraus rein und wenn sie mal drin ist, kriegt man sie kaum wieder raus, weil die Kanten an einer Innennaht hängen bleiben. Darum werde ich wohl beide Lampen eher in der Hosentasche transportieren. Die Trageschlaufe der LED Lenser wird zwar sicher stark genug ausgelegt sein, wirkt aber wenig vertrauenserweckend. Die der Fenix macht einen sehr stabilen Eindruck, kann aber ohne spitzen Gegenstand nicht eingefädelt werden.

Bedienung:

Beide Lampen werden mit einem Taster am Lampenende betätigt. Daher kommt hier wohl gerne der Daumen zum Einsatz. Die LED Lenser liegt ein wenig angenehmer in der Hand, was vorallem an den fehlenden Kanten liegt, die bei der Fenix für einen Rollschutz sorgen. Mir persönlich ist die Fenix ein wenig zu kurz, denn sie verschwindet völlig in meiner Hand, wenn ich sie mit dem Daumen einschalte und ich muss dann den kleinen Finger wegstrecken.

Die LED Lenser M1 hat drei Modi. Schaltet man sie ein, hat man die maximale Leistung von 155 Lumen. Um die Batterien zu schonen wird die Leistung nach drei Minuten automatisch auf 60 Lumen zurück gefahren. Möchte man dann wieder die volle Leistung haben, schaltet man einfach kurz aus und wieder ein. Möchte man gleich den Stromsparmodus erreichen, tippt man den Schalter einmal kurz an und schaltet dann richtig ein. Tippt man vor dem Einschalten zweimal, aktiviert man den Stroboskopmodus, den man gegen Angreifer einsetzen kann. Neugierig wie ich bin, habe ich natürlich bei Dunkelheit mal in das pulsierende Licht geschaut, was ich lieber gelassen hätte. Die nächsten Minuten war ich leicht desorientiert. Seine Wirkung hat der Modus auf jeden Fall.

Die Fenix PD20 hat sechs Modi. Will man den Turbomodus mit 180 Lumen einschalten, muss man den Lampenkopf drehen, was nicht so ganz einfach und mit Handschuhen kaum zu schaffen ist. Tippt man nun einmal kurz auf den Schalter, aktiviert sich auch hier ein Stroboskopblitz, dessen Wirkung ich diesmal nicht getestet habe. Dreht man den Lampenkopf zurück, hat man 9 Lumen, die man mit tippen auf den Schalter weiter erhöhen kann. Einmal tippen bedeutet 47 Lumen, zweimal 94 Lumen. Tippt man ein drittes Mal, aktiviert man den SOS-Modus. Die Lampe morst dann ein Notsignal. Man kann sich denken, dass man regelmäßig im SOS-Modus landet, wenn man eigentlich die 94 Lumen möchte. Da wäre eine andere Aktivierungsart angebracht.

Diese Tipperei ist bei beiden Lampen ein wenig Übungssache und es ist fraglich, ob man das mit klammen Fingern oder mit Handschuhen auf die Reihe kriegt.

Lichtwerte:

Den Focus der Fenix kann man nicht verändern. Die Ausleuchtung ist stark mittelbetont und streut nach aussen. Möchte man etwas in 50 Meter Entfernung ansehen, blendet einen das reflektierende Licht im Nahbereich.

Die LED Lenser besitzt ein Advanced Focus System. Durch das Verschieben eines Ringes, wechselt man stufenlos zwischen “Laserbetrieb” (vorderer Anschlagspunkt) und weiter Streuung (hinterer Anschlagpunkt). Die Bedienung erfolgt problemlos mit einer Hand. Das Licht ist weit gleichmäßiger als bei der Fenix.

Im Dauerbetrieb erhitzt sich die Fenix relativ stark. Legt man sie eine Weile zur Seite, weil man meinetwegen etwas reparieren muss und greift dann wieder zur Lampe, erschrickt man schon und muss aufpassen, sich nicht die Finger zu verbrennen. Auch wenn der relative Gewichtsunterschied recht groß ist, über 22 Gramm Unterschied mache ich mir nicht einmal Gedanken.

Zweibrüder Optoelectronics betreibt übrigens auch noch ein Forum zu seinen Produkten.

Mein Fazit:

Beide Lampen sind sehr stabil und funktionieren gut. Testsieger ist für mich die LED Lenser, weil sie das bessere Licht liefert, einfacher zu bedienen ist und besser in der Hand liegt. An der Fenix gefällt mir die stabilere Trageschlaufe und der Rollschutz.

Weitere Tests bei:

Ausgerüstet
Freiluftblog
Musiktipps24 (mit Video)
Whoopster

11 comments to Honorararbeit: LED Lenser M1 versus Fenix PD20

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