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PIN will entlassen

PIN hat Angst, am Markt nicht mehr bestehen zu können, aber irgendwie kommt bei mir kein Mitleid auf. Nachdem die bestellten Demos der Mitarbeiter für einen Beibehalt der schlechten Löhne nichts eingebracht haben, kommt nun scheinbar das letzte Aufbäumen gegen den Postmindestlohn. 1.000 Mitarbeiter will man angeblich entlassen, wenn der Mindestlohn kommt. Andrea Nahles hat es schon richtig bezeichnet, als sie von einem Erpressungsversuch gegenüber der Politik sprach. Wenn man sich mal das Lohngefüge der deutschen Briefzusteller ansieht, wird einem schnell klar, dass bei PIN und Jurex nicht viel zum leben übrig bleiben kann. Und selbst wenn bei PIN 1.000 “Arbeitsplätze” mit 5,86 Euro Stundenlohn wegfallen, denke ich, lieber dort als bei der Post, wo anständig gezahlt wird.

12 comments to PIN will entlassen

  • Nachdem ich das in der Zeitung gelesen habe, fühlte ich mich in meiner Ansicht bestärkt, das der Mindestlohn falsch ist – sowohl für einzelne Branchen, erst recht flächendeckend. Es geraten dadurch einfach Arbeitsplätze in Gefahr – das lässt sich nun auch nicht mehr wegdiskutieren.

  • @Romanmoeller: Irgendjemand muß die Arbeit doch machen — und zwar hier: Briefzustellung an Adressen in Deutschland kann man nämlich nicht nach Indien “outsourcen”, und genau deshalb zieht auch das Globalisierungsargument hier nicht.

  • Unterm Strich werden mit Mindestlohn sicherlich mehr Arbeitsplätze erhalten als ohne. Und ohne haben wir irgendwann nur noch 1-Euro Jobler, die keine Sozialabgaben zahlen. Dafür sind dann die Konzernbosse noch reicher. Schau Dir nur an, wie es in UK und USA läuft.

  • @Dentaku: Globalisierung ist ja nicht die einzige Möglichkeit, das Arbeitsplätze verloren gehen. Ich würde dir im Prinzip sogar recht geben – wenn StoiBär’s Bericht nicht genau das Gegenteil beweisen würde.

    @StoiBär: Wieso erhält der Mindestlohn Arbeitsplätze? Das ist mir nicht klar. Kannst du das näher erläutern?

  • Jeder Brief, der durch PIN & Co. transportiert wird, geht bei der Post ab und vernichtet dort Arbeitsplätze. Dafür hast Du dann bei PIN & Co. “Arbeitsplätze” mit einem Monatsverdienst von 1000,- Euro brutto im Monat. Für mich ist das kein menschenwürdiges Arbeitsverhältnis. Wer soll sich da davon anständig ernähren können? Von den Arbeitsbedingungen bei denen möchte ich jetzt mal gar nicht reden.

    Privatisierung und Aufhebung des Monopols ist nicht so toll, wie immer alle tun. Schau Dir nur die Paketdienste an. Der Service sinkt ständig, die Preise gehen nach oben. Mittlerweile hat sich auch die Post bzw. DHL dem schlechtem Service angeglichen. Pakete kann man nur noch in der Bäckerei oder im Lottoladen abgeben, richtig auskennen tut sich dort aber keiner mehr. Einen Vorteil haben nur die Firmenkunden, bei denen es sich lohnt, die Pakete abzuholen. Der Privatkunde bleib auf der Strecke. Und genau das wird uns im Briefbereich auch blühen.

  • um es mal mit John Ruskin zu sagen:
    “Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig
    schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die
    Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte
    Beute solcher Machenschaften.
    Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu
    wenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas
    Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren
    Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegegenstand die ihm zugedachte
    Aufgabe nicht erfüllen kann.
    Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu
    erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das
    Risiko, das Sie eingehen etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun,
    dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.”

    Die Frage ist jetzt: Braucht es zusätzlich zum Markt kontrollierende Systeme, wenn etwas zu billig wird?
    Ich bin der Meinung: JA!

  • [...] Eine interessante Diskussion zu dem Thema hat sich auch drüben beim StoiBär [...]

  • Bitte mal nachrechnen:

    PIN will 1000 Mitarbeiter entlassen bei Einführung des Mindestlohnes.

    Sagen wir mal 100 Stunden im Monat sind etwa

    1200 Stunden im Jahr

    statt 5,80 (genau 5,86 Euro)

    nun 9,80 Euro

    4 Euro X 1200 Stunden x 1000 Mitarbeiter sind

    4,8 Millionen Euro im Jahr, was Pin (Springer Gruppe) mehr bezahlen muss.

    (eine Nachricht weiter: Zumwinkel macht 4,5 Millionen Gewinn beim Verkauf seiner Aktien)

    Ähem, soll man da auch nur mit einem Wort diese Pinfirma erwähnen?

    Herzliche Grüße vom Taschenrechner,

    Thomas aus dem Havelland

  • Wenn wir die Briefzusteller bei PIN mal separat (losgelöst vom Springer-Konzern) betrachten: wieviel Einnahmen wollen die denn machen und mit wieviel Gesamtausgaben rechnen die? So müssten wir vorgehen, um ein authentisches Bild zu erhalten.

  • Jan

    @StoiBär

    Ich sehe den Zusammenhang zwischen Mindestlohn und Arbeitsplätzen bei der Post auch nicht. Wenn die Post nur auf dem Briefsektor agieren würde, könnte ich dir vielleicht zustimmen. Macht sie aber nicht. Aus den Gewinnen ihres nun quasi gesichterten Monopols, kann sie sich z.B. Projekte wie “Einkauf Aktuell” oder die Planungen für eine kostenlose Verteilzeitung leisten.

    Das wiederum gefährdet auf dem Markt der Prospektverteilung und dem lokalen Anzeigengeschäft Arbeitsplätze. Da dort bislang vor allem lokale Zeitungsverlage aktiv sind, könnte man sogar langfristig eine Gefahr für die Medienqualität sehen, wenn den Verlagen langsam die Einnahmen wegbrechen.

    Ein Mindestlohn für Briefzusteller ist sicherlich notwendig. So wie es aber gemacht wurde, war es eine reine Absicherung eines Monopols unter äußerst fragwürdigen Umständen.

  • [...] Pin will entlassen Pin krumm genagelt Pin Group vor dem Aus? Weihnachtsgrüße machen Pin Pleite Die PIN AG und Floria Gerster Feilschen um Pin Zukunft 4,73 Millionen für Post-Chef Insolvenz bei PIN Axel Springer Verlag will PIN-Gruppe nicht weiter unterstützen bylog.de Zeitcollector Mindestlohn und Effizienz Bookmark to: [...]

  • Meiner Meinung nach ist eine Geschäftsidee, die sich nur dadurch trägt, dass den Beschäftigten kein ausreichender Lohn gezahlt wird, absolut keine gute Idee. Interessant finde ich auch, dass all die, die sonst gegen zu viel staatliche Bevormundung und -macht sind, hier ohne zu zögern diese Niedrigstlöhne dann mit Staatsknete aufstocken wollen.