Ägypten ist manchmal wirklich zum schreien. Bereits als wir im Juni unsere Heimreise aus Hurghada antraten, betraten wir den Flughafen durch die neue Abfertigungshalle. Damals waren aussenrum noch ein paar Restarbeiten zu erledigen, aber die Halle selbst war bereits fertig. Als wir Ende Oktober heimflogen, war alle Arbeiten erledigt, der Eingang gefliest und man sah keine Bauarbeiter mehr. Lediglich die Schutzfolie auf der Aluaussenverkleidung des Gebäudes war noch nicht abgezogen. Jetzt fünf Wochen später hätte ich fast einen Lachanfall bekommen. Die Folie klebt noch immer an der Wand und nur an manchen Stellen lugt schon das edle anthrazit der Platten hervor. Mal abwarten, wie es nächstes Jahr aussieht. Ägypten eben.
Normalerweise heissen Tauchplätze wie Dophinhouse oder Sharkpoint ja so, weil es diese Tiere dort ja so gut wie nie gibt. In Dophinhouse vor El Gouna war aber der Name heute Programm. Kaum waren wir im Wasser, waren sie da. Sieben Tümmler, die uns eine Stunde lang umkreisten, mit uns spielten und auf Tuchfühlung kamen. Richtig gut wurde es, als den anderen Tauchern langsam die Luft ausging und wir die Tiere “für uns” hatten. Ein unvergessliches Erlebnis, dass eine Wiederholung fand, als wir nachmittags zum zweiten Mal ins Wasser gingen. Ein Traum!
Hamata liegt im Süden von Ägypten am Roten Meer. Bis zum Sudan sind es gerade mal noch 120 Kilometer und ausser einer handvoll Hotels und ein paar Dörfern kommt da nicht viel auf der Strecke. Wenn man sich in die Gegend als Tourist verirrt, dann ist man im Normalfall entweder Taucher oder hat einen Ausflug zum Kamelmarkt von Shalatein gebucht. Und weil es rund um Hamata eben nichts gibt als drei oder vier Hotels und viele wunderschöne Tauchspots rund um Rocky Island, Saint John’s Reef and Zabargad Island, möchte man eben auf den Zug mit dem Tauchtourismus aufspringen. Zu diesem Zweck wurde in Hamata eine Marina gebaut. Die wurde mittlerweile sogar betoniert und an Land stehen auch schon kleine Pavillions, wo wohl zukünftig Waren angeboten werden sollen. Neben den zwei Booten unserer Orca-Basis liegen dort auch einige andere Ausflugsboote.
Fast schon wieder lustig und ein typisch ägyptischer Gegensatz befindet sich auf dem Zufahrtsweg zur Marina. Da gibt es nämlich einen “Checkpoint”, bei dem Weiterlesen »
Nach acht Tauchurlauben in Hurghada hatte ich dieses Mal wirklich die Hoffnung, dass es im Süden des Landes nicht gar so verdreckt ist, wie in der Touristenhochburg. Und so ging es in der ersten Woche nach Port Ghalib ins Crowne Plaza Sahara Oasis. Das war eigentlich als Schickimicki-Urlaubsparadies der kuwaitischen MAK Group geplant. Herausgekommen ist eine Hafenpromenade, die mich eher ans Legoland erinnert und drei Hotels, die unbestritten erstklassig sind. Hier ist alles auf Hochglanz poliert und in der Marina glänzen ein paar schöne Yachten in der Sonne.
Bereits auf dem Weg vom nahen Flughafen zeigte sich aber das typische Ägyptenbild. Überall Müll, überall Dreck. Die großen Hotels fahren ihren Müll zwar wenigstens in Säcken auf große Müllkippen in der Wüste. Dort werden die Säcke dann aber entweder von Tieren zerfetzt oder die Einheimischen suchen nach Verwertbarem. Der Wind tut dann den Rest. Dazu kommt dann, dass es in den Köpfen der Bevölkerung noch nicht angekommen ist, dass man Abfall nicht einfach aus dem Autofenster wirft.
Richtig entsetzt war ich aber, dass auf den Tauchausflügen (rund um Marsa Alam macht man Minibusausflüge) der Müll auch einfach liegengelassen wird. Kein Wunder, dass es schon bald überall so aussieht:
Da macht Tauchen dann doppelt Spaß. Da der Wind am Roten Meer meist aus Norden kommt, bläst es den Abfall wenigstens eher landeinwärts, was dafür sorgt, dass im Wasser kaum Abfall zu finden ist. Aber als naturliebenden Menschen tut einem manchmal regelrecht das Herz weh.
Minimal besser war die Situation in der zweiten Woche im tiefen Süden. Hamata liegt rund 100 Kilometer vor der Grenze zum Sudan und es gibt dort nur ein kleine Anzahl von Hotels und kaum Dörfer. Und trotzdem: Auf der Rückfahrt zum Flughafen Hurghada ging es viereinhalb Stunden durch die Wüste, immer vorbei an Plastiktüten und leeren Getränkeflaschen. Ein Land, eine große Müllkippe.
Wenn eine Gruppe AC/DC-Fans nach Ägypten fliegt, kann ja nur ein verschärftes Tauchvideo rauskommen, oder?
Proudly presenting: “Stella Black Ice Tour 2009”
Wieder nach Ägypten geht es für unsere Hobbytaucher vom 19. – 26. Oktober 2009. Diesmal aber nicht nach Hurghada sondern nach Port Ghalib, nördlich von Marsa Alam. Wir fliegen ab München und wohnen im neuen Hotel Crowne Plaza Sahara Oasis ****. Den Platz im Doppelzimmer mit Halbpension und Flug gibt es für günstige 848,- Euro. Getaucht wird mit den Coraya Reef Divers, die mit fairen Preisen und guten Bewertungen im taucher.net aufwarten können.
Am vergangenen Freitag wurde Philip Rizk nördlich von Kairo verhaftet. Er beteiligte sich an einer Kundgebung für die Palästinenser im Gaza-Streifen, wo ihn Polizisten erst mehrere Stunden blockieren und dann verschleppt hatten. Philip bloggt ausschließlich über Gaza. Bevor er an der American University in Kairo zu studieren anfing, lebte er zwei Jahre in Gaza, wo er für eine christliche Hilfsorganisation arbeitete.
Nach dem großen Erfolg unserer ersten Tauch- und Badereise nach Hurghada muss es natürlich eine Neuauflage geben. Daher starten wir vom 06. – 14. Juni 2009 wieder voll durch. Aufgrund mehrerer entsprechenden Anfragen fliegen wir diesmal in den bayerischen Pfingstferien nach Hurghada. Der Flug geht diesmal ab Leipzig, da ab dort die Flüge für diese Zeit wesentlich günstiger zu haben sind. Bei Buchung bis 31.12.2008 gibt es noch den Frühbucherpreis von 527,- Euro pro Person im Doppelzimmer.
Die letzten Tage habe ich zwei besonders gut getarnte Spezies im Roten Meer entdeckt. Fuer den ersten Freund, einem Krötenfisch(Frogfish – Antennarius pictus), muss man entsprechende Korallen durchsuchen. Diesen hier fanden wir in einer Feuerkoralle im östlichen Teil vom Tauchplatz Fanadir. Die Farbe kann dabei variieren, es gibt ihn in gelber, roter, grüner, grauer oder schwarzer Farbe.
Schwieriger ist es schon bei diesem Pärchen. Es handelt es sich um Seegras-Geisterfische (Solenostomus cyanopterus). Der Name sagt es schon, sie sehen aus wie abgestorbene Seegrasblätter. Jedoch muss man nicht jedes Blatt einer Seegraswiese untersuchen, sondern man wird eher ein wenig abseits im Sand fündig. Dieses Liebespaar habe ich am Ankerplatz von Abu Haschisch Süd gefunden.