60 Prozent

1996 war die Radsportwelt noch in Ordnung. Damals gewann Bjarne Riis zum ersten Mal für Team Telekom die Tour de France und mit dem zweiten Platz von Jan Ullrich ging ein neuer Stern am Radsporthimmel auf. Damals durfte auch noch niemand Zweifel anmelden, wo die plötzliche Leistungsexplosion herkam. Zwar sprach schon jeder hinter hervorgehaltener Hand von EPO, richtig nachweisen konnte man es aber noch nicht. Grenzwerte für Hämatokrit waren auch noch nicht eingeführt. Da konnte man auch Herrn Riis nichts anhaben, der immer Werte um 60% gehabt haben soll. Zum Vergleich: der zulässige Höchstwert liegt heute bei 50%.

Heute schreibt nun Spiegel Online, dass ein früherer Masseur des Dänen schwere Anschuldigungen erhoben hat. Riis sei bei seinem Tour-Sieg 1996 “randvoll” mit dem Ausdauermittel EPO gewesen, behauptet der Belgier Jeff d’Hondt. Der arbeitete seinerzeit für das damalige Team Deutsche Telekom. Scheint so, als würde jeden die Vergangenheit mal einholen.

4 Gedanken zu „60 Prozent“

  1. Frage ist nur, was bringt das jetzt, nach Jahren darauf rum zu reiten? Gut, das meiste was ich zum Thema Radsport höre sind eh die Geschichten über die ganzen Aufputschmittel und sonstigen Krams und nichts über Rennen o.ä. aber 2007 etwas von 1996 aus zu graben finde ich einfach nur noch bescheuert und klingt für mich eher wie “Ich bring mich mal ins Gerede”

  2. So mancher Sportler gilt als sauber und war es nicht. Von Lance Armstrong vermutet es ja auch jeder und ich persönlich bin mir sicher, dass er irgendwann überführt wird. Berichtige mich: eigentlich wurde er es ja schon, nur hatte es juristisch keine Beweiskraft. Er gilt noch immer als Superheld und Jan Ullrich dafür als Buhmann der Nation. Gerade Bjarne Riis ist ja noch immer voll im Geschäft. Als Teamchef von CSC bestimmt er ja, was die ganze Mannschaft macht und sein Mannschaftskapitän war ja voll in der Geschichte in Spanien beteiligt. Wenn der also im Nachhinein überführt wird, schadet das imho gar nicht.

    Das Problem ist, dass von den verantwortlichen Stellen nie mehr unternommen wurde, als unbedingt notwendig. Das war schon immer so und wird sich kaum ändern.

Kommentare sind geschlossen.