Ab wann ist ein Krieg ein Krieg?

Verteidigungsminister Jung vermeidet es in jedem Interview, das Wort Krieg auch nur in den Mund zu nehmen. Stattdessen betont er immer wieder, das deutsche Engagement sorge für eine “vernetzte Sicherheit” in Afghanistan. Die Soldaten müssten helfen, schützen und vermitteln, gegebenenfalls aber auch kämpfen, um Sicherheit zu gewährleisten. Ein Krieg ist das in seinen Augen anscheinend aber nicht, was wohl nicht nur mir komisch anmutet. In der Radiowelt heute morgen hatte Thomas Dänzer-Vanotti daher ein Interview mit Andreas Paulus, dem Professor für Völkerrecht an der Universität Göttingen.

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Leider brachte das Gespräch keine Klärung. Der Herr Professor verstand es perfekt, sich so auszudrücken, am Ende jeder wieder so schlau war wie vorher. Unweigerlich mußte ich an einen Beitrag von Larko letzte Woche denken: German language should be banned

Wesentlich aufschlußreicher war da schon der gestrige  Tagesschau-Chat mit Christian Thiels. Der Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio Berlin, zuständig für die Themen Verteidigung und Äußeres, stellte sich zahlreichen Fragen zur Lage der Bundeswehr in Afghanistan. Zum Beispiel:

Wie erleben die Soldaten vor Ort die Situation?

Christian Thiels: Für die Soldaten ist das ein Krieg, in dem sie stehen. Für sie ist es unwichtig, wie die Politik das nennt.

2 Gedanken zu „Ab wann ist ein Krieg ein Krieg?“

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