Altersstarrsinn

40 Jahre war Wolfgang Clement in der SPD und hat uns unter Gerhard Schröder solche tollen Dinge wie Hartz IV gebracht. Seit rotgrün abgewählt wurde, ist der Lobbyist der Energiewirtschaft und alles weitere in Bezug auf Frau Ypsilon ist bekannt. Andere Meinungen in der Partei zu vertreten ist die eine Sache, die kaum zu beanstanden ist. Zur Nichtwahl der eigenen Partei aufzurufen ist aber eher nicht so toll.

Der ganze Zirkus der letzten Monate war dann ein weiterer Beitrag in der Selbstzerfleischungskampagne der SPD. Es wäre so einfach gewesen für Clement. Einmal „Sorry, kommt nicht wieder vor“ gesagt und die Sache wäre vom Tisch gewesen. Aber nein, lieber macht man den Dickkopf und beteuert, das man ganz und gar im Recht ist. Und weil er vom Schiedsgericht der SPD nicht ganz und gar freigesprochen wurde, sondern eine Rüge erhalten hat, tritt er jetzt aus der SPD aus. Für die SPD ist das gut, nachweinen muss ihm die Sozialdemokratie sicher nicht. Schließlich stehen einige Wahlen an und ein unkalkulierbarer Ex-Minister kann nochmal ein paar Prozente extra kosten. In NRW nennen sie ihn Graf Rotz habe ich heute in Bayern 2 gehört. Kein Wunder denke ich. Im Alter werden Männer eben wieder zu Kindern heißt es. Trotzig und bockig.

5 Gedanken zu „Altersstarrsinn“

  1. Nur zur Erinnerung: Die Aussagen kamen vor der Wahl. Da war von Linkspartei und einer möglichen Minderheitsregierung noch keine Rede.

    Keiner hätte ihm vorgeworfen, eine andere Meinung zu vertreten. Aber zu sagen, man solle die SPD nicht wählen …

  2. Solange man nicht der liebe Gott ist, sollte man sich m.E. dafür hüten, die „Wahrheit“ zu verkünden.

    Gut, die Zeugen Jehovas und andere Strenggläubige mögen dies etwas anders sehen. In der Politik hat „Wahrheit“ aber kaum Platz. Man kann anderer Meinung sein, und dies auch entschieden äußern (wobei ich mich etwas wundere, dass von Herrn Clement bei der Diskussion um das hessische Wahlprogramm der SPD nix zu hören war – wahrscheinlich war er gerade beschäftigt).

    Zu Nichtwahl der eigenen Partei aufzurufen, ist starker Tobak. Dann noch nicht einmal eine milde Sanktion – eine Rüge – akzeptieren zu können, zeugt schon fast von Größenwahn und Wahrheitsfetisch.

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