Augsburger Paragraphenreiter kassieren Niederlage

Auf dem Markt in Augsburg gibt es eine Gemüse- und eine Obstgasse. Ordentlich wie man in Deutschland ist, darf natürlich kein Obst in der Gemüsegasse verkauft werden, wo käme man denn da hin? Und weil die Händler dieser Logik nicht recht folgen können, haben sie sich teilweise ein verständlicherweise nichts um diese Regel geschert. Also wurde im Augsburger Amtsblatt am 09.02.2007 die Spartentrennung auf dem Stadtmarkt nochmal bekräftigt. Ordnungsreferent Klaus Kirchner ist für die Überwachung zuständig und muss streng darauf achten, dass da niemand Äpfel neben Erdäpfel verkauft. Gestern hat nur das Verwaltungsgericht eine einstweilige Verfügung gegen diesen Humbug erlassen. Stadtmarkt-Händler Jörg Necker hatte gegen die Verordnung geklagt und in erster Instanz gewonnen:

Es würden offensichtlich Ausnahmen von der Spartentrennung gemacht und eine konsequente Ordnung sei auf dem Markt nicht festzustellen.

Was diese Spartentrennung soll, ist in meinen Augen sowieso nicht nachvollziehbar. Dem Kunden kann es nicht dienen, der hat ja durch diese Trennung nur längere Laufwege, wenn er die Produkte an verschiedenen Stellen kaufen muss. Sei wie es ist, heute Abend kommt im dritten Programm des Bayerischen Rundfunk, in der Sendung “Zeitspiegel” ein Beitrag über die Geschichte. Da das Ganze in der Rubrik “Wahnsinn” kommt, ist zu erwarten, dass wir ordentlich über die Schildbürger Augsburger lachen dürfen.