Bayerische Bescheidenheit

Edmund Stoiber befindet sich bekanntlich im Stimmungstief und 60% der bayerischen Bevölkerung wollen ihn nach 2008 nicht mehr als Ministerpräsident. Trotzdem würden 54% der Bayern CSU wählen, wenn er 2008 wieder als Spitzenkandidat antritt. Das sind zwei Zahlen, die die bayerische Opposition eigentlich frustrieren müssen. Einerseits mögen die Bayern den Stoiber nicht mehr, andererseits würden sie ihn trotzdem wählen.

Zum Ausdruck bringt das eine Aussage, die Franz Maget gestern in Kloster Irrsee getroffen hat: „Wenn heute Wahlen wären“, so freut sich der Oppositionsführer der bayerischen SPD, „würden wir auf jeden Fall 20 Prozent kriegen, vielleicht sogar 25 Prozent“.

Grund an der Misere mag sein, dass sich die SPD nicht als bayerische Partei profilieren kann. Zwar ist die SPD quasi die Mutter des „Freistaates Bayern“, von Wilhelm Hoegner kam der Entwurf der bayerischen Verfassung und von ihm wurde auch der Begriff Freistaat geprägt. Trotzdem verbindet der „gemeine Bayer“ die SPD nicht mit Bayern. Das mag viel an den fehlenden Persönlichkeiten in der SPD liegen. Die paar, die immer wieder mal vereinzelt auftauchen, gehen meist lieber nach Berlin. Dort tragen sie dann aber auch nicht viel dazu bei, dass die SPD an Ansehen gewinnt. Und Franz Maget selbst, ist zwar sehr beliebt, ihm werden aber nicht viel Führungsqualitäten nachgesagt, die er brauchen würde.

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