Bayerischer Frühjahrsputz

Unser derzeitiges bayerisches Führungsduo hat seit dem Abtritt von Edmund Stoiber viel zu tun gehabt. Jede Menge Altlasten hat der ehemalige Ministerpräsident hinterlassen, die jetzt aufgearbeitet werden müssen. Da sind durchs Nichtraucherschutz pikierte Drogenabhängige, denen man schnell ein paar kleine Zugeständnisse macht, weil man bei der Kommunalwahl schlecht abgeschnitten hat. Da dauert es nicht einmal einen Tag, bis man den Transrapid ins Milliardengrab schickt, nachdem sich plötzlich und ganz überraschend, quasi über Nacht, die Kosten fast verdoppelt haben. Die Opposition und alle Bürgerinitiativen hatten zwar vorausgesagt, dass es mit 1,85 Milliarden nicht abgetan sein wird, aber wenn man sich doch etwas ganz dolle wünscht, dann hält man sich schon mal an veraltete Kalkulationen. Immerhin hat man dann bei der CSU aber doch so viel Weitblick behalten, dass man den Magnetzug rechtzeitig vor der Landtagswahl aufs Abstellgleis geschickt hat. Und dann waren da noch ein paar Milliarden verzockte Euro der BayernLB, von denen jetzt ein Untersuchungsausschuss festzustellen hat, ob der Erwin Huber etwas davon gewußt hat. Hat er natüüürlich nicht. Leider hat der Huber aber den Kurt Faltlhauser nicht mehr als Sündenbock, der rechtzeitig das Bauernopfer hätte spielen könnte. Warum der wohl letzten Oktober sein Amt schon freiwillig abgegeben hat? Jetzt muss der Erwin selbst den Kopf hinhalten. Nun gut, das sitzt er aus.

Heute nun wurde also das nachgebessert, von dem alle Betroffenen von Anfang an nichts gehalten haben, dem achtstufigen Gymnasium. Absolut überhastet und relativ planlos wurde das vor ein paar Jahren eingeführt und Eltern, Lehrer und Schüler waren sich immer einig, dass der CSU-Schnellschuss nichts taugte. Jetzt also die Reform von der Reform und was man so hört, sind alle Interessengruppen halbwegs zufrieden damit. Bayern ist nun also größtenteils entstoibert und man kann sich langsam in Wahlkampfstimmung bringen. Ich werde nur das Gefühl nicht los, das unser niederbayerisch-fränkisches Dreamteam bis dahin noch in zahlreiche Fettnäpfchen treten wird. Bisher hatten die beiden ja noch kaum eines ausgelassen. Wie wärs für den Anfang, wenn man einen Jäger zum Nervbär nach Nürnberg schickt? Mit Bären kennt man sich doch aus!

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