BayernLB: Ich bin verwirrt

Die BayernLB muss also nun auch 4,3 Milliarden Euro abschreiben. Die Pfeifen in dieser halbstaatlichen Zockerbude haben also ganze Arbeit geleistet und der bayerische Finanzminister Erwin Huber steht deswegen dick in der Kritik. Die Rufe nach einem Rücktritt werden immer lauter und ein Untersuchungsausschuss ist schon eingesetzt.

Hans Schaidinger, der unfehlbare Oberbürgermeister von Regensburg, ist Mitglied des Verwaltungsrats der BayernLB. Gestern war eine Sitzung und heute morgen hat er sich dazu in der Radiowelt am Morgen geäussert. Das was er da dem Thomas Meyerhöfer erzählte, klang irgendwie ganz anders, als das was man heute den ganzen Tag in der Presse sah und hörte. Da frage ich mich schon, ob Schaidinger gestern in der Sitzung des Verwaltungsrates wohl ein Nickerchen gehalten hat, oder ob er einfach seine gewohnte Art durchzieht, mit der er die Regensburger Probleme wegredet.

7 Gedanken zu „BayernLB: Ich bin verwirrt“

  1. Tja, auch ein Großteil unserer Pressevertreter können vor lauter Sensationsgier nicht richtig lesen und / oder zuhören. Die Situation schaut tatsächlich etwas anders aus – aber das könnte ja nicht politisch gegen Erwin Huber verwendet werden.

    Lassen Sie sich die heute vorgestellten Zahlen mal ausführlich erklären – natürlich nicht hier und jetzt. Klar, die Bank hat auch echte Miese gemacht. Aber sie hat auf Grund von Bewertungsvorgaben Wertpapieranlagen auch als Verluste in die Bilanz nehmen müssen, bzw. in die Bewertungsrücklage einstellen müssen, weil es für diese Papiere wegen der Subprime-Kriese keinen Markt gibt, und nicht, weil die Papiere von den Schuldnern nicht bedient werden. Eine etwas differenziertere Betrachtung wäre wünschenswert. Aber dazu muss man halt diese komplexen Vorgänge auch verstehen (wollen) …

    Ich weiß zwar nicht, was Herr Schaidinger gesagt hat, aber vielleicht hat er ja doch etwas “rechter” gehabt als die Presse oder Sie meinen?

  2. Mir ist schon klar, dass die das in der Gesamtbilanz so hingetrickst haben, dass am Ende ein kleines Plus übrig blieb. Aber sich dann hinzustellen und zu sagen, wie toll die Bilanz ist, weil die anderen ja noch viel mehr verzockt haben, ist schon sonderbar.

  3. Wenn es bloß um die dämliche Landesbank ginge…
    Die Zusammenhänge sind wohl leider etwas komplexer und hier schön erklärt:
    http://www.monetenguru.de/2008/03/17/bear-stearns-pleite-nur-die-...

    und zur Landesbank:
    Das kommt dabei raus, wenn sich Politiker als Banker aufspielen. Das blöde ist nur: die echten Banker sind auch nicht besser.

    @Papa.Mike: Richtig, komplex ist das Thema. Die Bank hat aber sicherlich auch aufgrund Bewertungsvorgaben Gewinne mit in die Bilanz aufgenommen. Schauen Sie sich die Bilanzen der größten Primary Dealer in US an. Die sind effektiv pleite und werden künstlich am Leben gehalten.
    Wie das geht steht hier:
    http://www.tradersquest.de/2008/03/26/lehman-brothers-ein-blick-h...

  4. Pingback: Krise bei den Landesbanken - geldpro.de
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