Bildungssystem am Ende

Waldmünchen ist ein kleines Städtchen im oberen Bayerischen Wald und hat gut 7000 Einwohner. Als Anfang November eine Deutschlehrerin an der Wirtschaftsschule erkrankte, warte man vergeblich auf die Zuteilung einer Ersatzkraft durch die Regierung. Zur Folge hätte dies gehabt, dass die Schüler der neunten Klasse im Zwischenzeugnis keine Deutschnote gehabt hätten. Jeder kann sich denken, wie sich das auf die anstehenden Bewerbungen der Schüler ausgewirkt hätte. Diese „Unverantwortlichkeit“ konnte Hermann Arnold, der ehemalige Rektor der Neunburger Realschule, nicht mit ansehen und sprang kurzentschlossen für 2 Monate ein. Aber bitte nicht meinen, Herr Arnold wäre eben erst in Pension gegangen! Nein, der Gute ist bereits 83 Jahre und seit 19 Jahren aus dem Schuldienst ausgeschieden!

Herrn Arnold hat meinen größten Respekt und ich bewundere, dass er sich einen Haufen aufmüpfiger Teenager noch antun mochte. Dass ihn die zwei Monate doch stark hergenommen haben, hat er in einem Zeitungsinterview diese Woche eingeräumt.

Ist das ganze nicht ein jämmerliches Armutszeugnis für unsere Bildungspolitik? Was soll ein Ausbildungspakt bringen, wenn den Schülern schon von Haus aus so die Chancen genommen werden? Hätte die Regierung auch keinen Aushilfslehrer gefunden, wenn es sich nicht um strukturarme Oberpfalz sondern um eine Schule im Münchner Speckgürtel gehandelt hätte? Ist ein ausgeglichener bayerischer Staatshaushalt einen solchen Lehrermangel wert? Fragen über Fragen!

2 Gedanken zu „Bildungssystem am Ende“

  1. Unser System ist krank! Junge Leute ohne Erfahrung werden vergoldet und die alten Hasen schickt man in den Ruhestand, bzw. gibt ihnen keine Arbeit mehr.

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