Blamieren für Fortgeschrittene

In bester Manier englischer oder amerikanischer Krimis, tat das Phantom von Heilbronn sein Unwesen in ganz Süddeutschland. DNS-Spuren an 40 Tatorten stellten den Zusammenhang für ein Serienverbrechen her, wie es noch keines in Deutschland gab. Und nach jahrelanger vergeblicher Fahndung stellt sich nun heraus, dass die Probewattestäbchen von einer Arbeiterin in der Herstellerfirma verunreinigt wurden. Von heute auf morgen sind ganze Ermittlungsmannjahre ad absurdum geführt. Der DNA-Analyse wurde blind vertraut und wie so oft ist einfach menschliches Versagen der Grund für eine Riesenpanne. Und mit dem menschlichen Versagen meine ich nicht die Arbeiterin, die da wohl mal in einen Karton geniest hat oder der eine Kollegin eines auswischen wollte. Vielmehr haben sich die Ermittlungsbehörden einmal mehr, ich erinnere nur an die Aktion Himmel, blamiert bis auf die Knochen.

Und jetzt darf jeder weiter ans Schäuble´sche Märchen glauben, das da heißt: “Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten“. Wenn bei der Vorratsdatenspeicherung nur halb so schlampig gearbeitet wird, wie in diesem Fall, dann braucht sich zukünftig niemand mehr wundern, wenn auf einmal die Polizei vor der Tür steht und man Handschellen angelegt bekommt.

5 Gedanken zu „Blamieren für Fortgeschrittene“

  1. Jemand muss die Polizistin in Heilbronn aber erschossen haben, wenn es nicht ihr Kollege war. Der/die jemand hat jetzt ein paar Jahre Vorsprung vor den Ermittlungen. Nennt man das nicht Strafvereitelung?

  2. Ich befürchte ganz stark, dass irgendwer jetzt wieder die Idee einer allgemeinen DNA-Datenbank ausgräbt, um solche Pannen künftig zu vermeiden…

  3. Na hoffentlich nicht, man sollte mit der ganzen DNA Geschichte vorsichtiger umgehen, irgendwann testen noch die Krankenkassen die DNA und man muss bei bestimmten Merkmalen einen Aufschlag zahlen…

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