Breaking the silence

Im mittlerweile jahrezehntelangen Konflikt zwischen Israel und der palästinensischen Bevölkerung wird von den westlichen Medien gerne da übliche Schwarzweißbild gemalt, das der Konsument leicht verstehen kann. Die Israelis sind die Guten und die Palästinenser sind die Schlechten. Dass diese einfache Sicht nicht der Realität entspricht, ist jedem klar, der sich ein wenig mit dem Konflikt beschäftigt.

Blick durch das Zielfernrohr eines israelischen Scharfschützen

Seit Beginn der Besetzung und Besiedelung der Palästinensergebiete hat es immer wieder israelische Soldaten gegeben, die ihr Schweigen gebrochen haben und erzählten, was die israelische Armee dort so verbrochen hat. Einige von ihnen haben sich in „Breaking the silence“ organisiert und führen Interessierte nach Hebron im Westjordanland. Dort bekommen sie das zu sehen, was man im israelischen Fernsehen nicht mehr zu sehen bekommt:

Siedler, die die Felder von palästinensischen Bauern abfackeln. Siedler, die einen Bauern an einen Pfahl binden und verprügeln. Häuser, eine Schule, die von der israelischen Armee zerstört werden. Soldaten, die zusehen, wenn die einheimische palästinensische Bevölkerung mit Fäkalien, mit Steinen oder Essensresten beglückt wird.

Natürlich sind solche Bilder in den hohen Regierungsstellen nicht gerne gesehen. Und so wundert es nicht weiter, wenn der Organisation verboten wird, nach Hebron zu fahren. Unter fadenscheinigen Vorwänden und wechselnden Begründungen werden sie an den Checkpoints abgewiesen. Vom Polizeichef wurden sie gar als „Extremisten“ und „Unruhestifter“ bezeichnet. Und wie es eben immer so ist: Vertuscht wird da, wo es etwas zu vertuschen gibt.

via André Marty

Ein Gedanke zu „Breaking the silence“

  1. Hallo,

    ist das nicht ein Elend? Da wo kein Mensch die permanente Videoüberwachung haben will, hängen Millionen von den Dingern herum. Und da wo sie wirklich angebracht wären um auszusagen „Mädels und Jungs die Welt schaut euch über die Schulter“ (siehe oben) da findest du nicht eine einzige…

    Wie wär’s mit einer netten kleinen Initiative? Wir sammeln Geld für Videoüberwachung in solchen Gebieten und übertragen die Bilder dann via Netz Weltweit!

    Mal schauen wer dann noch mit Fäkalien wirft, Felder abbrennt oder Autos mit Sprengstoff belädt, um damit Menschen in die Luft zu sprengen…

    Und wenn wir schon dabei sind, kann die eine oder andere Worldwatchkamera in Chinesischen Fabriken bestimmt auch nicht schaden. Dann sehen die Konsumenten die hier Spielzeug für ihre Kinder „Made in China“ kaufen, wenigstens unter welch elenden Bedingungen diese hergestellt werden 😉

    Gruß

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