Buchbinder Wanninger

Heute war so ein Tag, an dem man zwar eine Menge lernt, den man aber trotzdem am liebsten gleich wieder vergisst. In unserem Shoppingcenter in Ansbach ist die Verwaltung über einen SDSL-Anschluß von NEFKOM (jetzt M-net) ans Internet angebunden. Der Webserver für den zugehörigen Internetauftritt steht hier in Regensburg und ist ebenfalls über SDSL angebunden. Diese Leitung ist aber von R-KOM.

Vor vier Wochen trat dann folgendes Phänomen auf: Von Ansbach aus kann nicht auf die eigene Webseite in Regensburg zugegriffen werden. Vom Rest der Welt aus funktioniert es einwandfrei. Auf was tippt man folglich zuerst? Es liegt am DSL-Anschluß, dem Router oder der Firewall in Ansbach. Also alles mal angesteckt, bzw. rebootet. Half dann nichts. Ein Anruf bei der Hotline von M-Net folgte. Das Problem beschrieben und mit dem Techniker ein wenig durch die Gegend gepingt. Plötzlich ging es während des Gesprächs wieder. Obwohl der Techniker schwört, er hätte noch gar nichts gemacht. Typischer Hotlineanruf eben. Na gut. Wenns denn wieder geht.

Seit dem Wochenende der gleiche Zirkus wieder. Diesmal bleibt der Fehler aber reproduzierbar. Nach einer Stunde am Telefon mit dem Techniker, behauptet dieser fest und steif, dass etwas mit der MTU-Size in einer unserer Firewalls nicht stimmen kann. Also ein Notebook hier in Regensburg direkt auf den Router gesetzt und den Router in Ansbach gepingt. Geht – aber nur bis zu einer Größe von 800 Bytes. Durchgehen müßte aber irgendwas um die 1472 Bytes. Ein Traceroute brachte acht Knoten zwischen den beiden Endpunkten und das Problem liegt zwischen Knoten 4 und Knoten 5. Beides sind Router bei DE-CIX in Frankfurt. Der eine gehört M-net, der andere der R-KOM.

Buchbinder Wanninger

Also wieder den Techniker bei M-net angerufen und der konnte es dann auch so nachvollziehen und bestätigte mir, dass es wohl ein Problem im Peering gäbe. Allerdings funktioniere das Peering mit allen anderen Providern auf ihrer Seite, so dass es nur an der R-KOM liegen könne. Jetzt ratet mal, was mir anschließend der Techniker von R-KOM erzählt hat? Richtig! Bis Frankfurt und in andere Netze funktioniert bei ihm alles einwandfrei und es müsse deshalb der Router auf der Seite von M-net sein. Nach einigen Diskussionen konnte ich den Herrn dann überzeugen, direkt mit dem Techniker bei M-net zu telefonieren. Schließlich kann es ja nicht meine Aufgabe als Endkunde sein, die Fehler im Routing des IP-Backbone zu suchen. Von der R-KOM bekam ich dann eine Stunde später einen Rückruf, dass sie beide am Problem dran wären.

to be continued.

Ein Gedanke zu „Buchbinder Wanninger“

  1. es gibt tage, da wird mir schmerzlich bewußt, welchen verlust der öffentliche dienst hinnehmen musste. bis vor einigen jahren waren wir, die behörden im land, die menschenzermürber nummer 1. da hatte man noch erfolg, wenn man die menschen mit formularen, zuständigkeiten und fremdem deutsch bis in den wahnsinn zermürben konnte. inzwischen mussten wir aber einsehen, dass uns der fortschritt wieder eingeholt hat. es gibt neue meister im zermürbungsgeschäft. die haben in der regel irgendwelche 0180…. nummern und schimpfen sich hotlines. und jetzt haben wir das nachsehen. inzwischen sind die leute einem ja dankbar, wenn man einem gleich am telefon — zum ortstarif — ne auskunft gibt. es ist einfach nimmer wie es mal war. die gute alte zeit… 😉

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