Archiv der Kategorie: Allgemein

Trickbetrüger Antonius Reiser – the never ending story

Vor über zwei Jahren hab ich schon einmal über Christian Rathpoller alias Antonius Reiser geschrieben. Der ist seines Zeichens Trickbetrüger und arbeitet seit Jahren mit der gleichen Masche. Nachdem er bereits einmal in Lima verhaftet wurde, treibt er sein Unwesen derzeit in Hessen. Zwei aktuelle Kommentare beim Hongkongblog lassen das zumindest vermuten. Da es vornehmlich um kleine Beträge geht, fallen immer wieder Leute darauf herein:

Oh Mann, das glaube ich nun wirklich nicht!!!  Dieser “Antonius Reiser” hat uns gestern Nacht am Frankfurter Flughafen auch um Geld angebettelt!!!  Er jammerte uns vor, dass er gerade aus Fulda aus der Hautklinik kommt und dort alle seine Unterlagen (Arztschreiben, Pass, Ticket, etc.) liegen gelassen hat. Jetzt hatte er nicht genug Geld, um zu seiner Mutter nach Otterfing, Holzkirchen zu kommen. Bei der Deutschen Bahn müsse er den kompletten Reisepreis von 240 € nachzahlen. Mit 17 € käme er wenigstens mit der Regionalbahn nach Hause. Er schickt uns als Danke-Schön einen Bayrischen Schinken und das Geld zurück überweisen. Na toll.

Er hatte ein vernarbtes Gesicht und seine Unterarme waren es auch. Er war ca. 1,75 m, hatte schwarzes, glattes, etwas lichtes Haar und hatte eine Sporttasche und einen hellen Rucksack dabei. Sehr bayrischer Dialekt.

Seine Adresse:
Antonius Reiser, Baumgartenstrasse 82, 85609 Otterfing / Miesbach – Tegernsee
Ich war ja skeptisch, aber mein Mann war so gutmütig und hat ihm noch 20 € gegeben.

Zwei Jahre “on the road”

Around the World on a Honda Africa Twin

Es gibt Träume, die können trauen sich nur manche Menschen erfüllen. Einen davon durchlebt gerade unser Freund Claudio, denn eine Reise mit dem Motorrad um die Welt gehört da sicherlich dazu. Unterwegs haben wir ihn zweimal getroffen und immer viel Spaß über und unter Wasser gehabt. Jetzt weilt der Gute gerade in Tansania und feiert zwei Jahre “on the road”. Leider schreibt er für meinen Geschmack viel zu wenig in seinem Blog. Gell Herr Angelini? Dafür hat er gerade wieder einen Teil seiner tollen Fotos online gestellt. Also schaut einfach mal vorbei!

Claudio Angelini: Around the World on a Honda Africa Twin

Gefangen im Mittelalter

Wenn ich mir so ansehe, was derzeit so abgeht, könnte man meinen, man ist im falschen Film. Während man hierzulande noch diskutiert, ob und wie man eine Gruppe zurückgebliebener Dickköpfe heim ins Reich holen soll oder nicht, regen sich ein paar prüde Amis über ein Mädchen im Bikini auf, das auf Flugzeuge der Airline Southwest gepinselt wurde. Softporno sei das angeblich!

Was aber jetzt in Brasilien passiert ist, macht mich fassungslos. Da wurde ein neunjähriges Mädchen vom Stiefvater vergewaltigt und dann schwanger. Die Ärzte waren sich einig, dass das Mädchen mit seinen 36 Kilogramm die erwarteten Zwillinge nicht austragen kann und es einem erheblichen gesundheitlichem Risiko ausgesetzt sei. Also entschied man sich zu einer Abtreibung. Das war für den katholischen Erzbischof Jose Cardoso Sobrinho ein Grund, das Mädchen zu exkommunizieren. Wehe ein kirchlicher Würdenträger kritisiert nochmal muslimische Kopftücher oder die Rolle der Frau in der arabischen Gesellschaft.

Seit über zwanzig Jahren zahle ich nun meinen Mitgliedsbeitrag an diesen katholischen Männerverein. Mit dem Geld was ich da Monat für Monat berappe, könnte ich mir auch einen Platz in einem teueren Golfclub leisten. Dazu haben wir im Bistum Regensburg einen Regionalfürsten an der Spitze, über den man sich sowieso ständig nur aufregen muss. Was mich bisher aber von einem Kirchenaustritt abhielt, war das caritative Engagement von diversen Verbänden, die mir schon unterstützenswert sind. Dazu die vielen wunderschönen und erhaltenswerten Kirchen in unserer bayerischen Kulturlandschaft, die ich zugegebenerweise aber meist nur bei Hochzeiten von innen sehe. Die Ereignisse der letzten Wochen haben mich aber jetzt dazu getrieben, mich mal zu informieren, an wen ich mein Austrittsschreiben schicken muss.

Coalitio talocalcaneare

Seit fast zwei Wochen bin ich nun mit Krücken unterwegs und was anfangs als Verstauchung diagnostiziert wurde, ist jetzt doch nicht so harmlos. Auf dem Röntgenbild war nichts zu entdecken und nachdem die Beschwerden kaum besser wurden, war ich am Dienstag im MRT (Magnetresonanztomographie). Die Bänder und Sehnen sind alle in Ordnung und so gab es gleich noch eine CT (Computertomographie) hinterher. Und da wurde dann das eigentlich Problem entdeckt. Coalitio talocalcaneare weiterlesen

Weiden ist bunt

Weiden ist bunt

Anläßlich eines braunen Auflaufs gestern in Weiden reagierte die Stadt kurzfristig und rief zu einem Fest der Demokratie in der Fußgängerzone auf. Der ganze Platz war gesteckt voll und drei Podiumsdiskussionen wurden von mehreren Künstlern und Künstlergruppen eingerahmt. An allerlei Ständen von Gewerkschaften, Parteien, Menschenrechtsgruppen und Schulen gab es farbige Anstecker und Luftballons, damit Weiden im wahrsten Sinne des Wortes bunt wurde. Wie groß der braune Mob letztendlich war, der vom Bahnhof in Richtung Allee und wieder zurück zog, kann ich nicht sagen. Außer der Polizei hat die wohl kaum einer mitbekommen. Als der Moderator dann verkündete, dass die braune Brut die Stadt wieder verlassen habe, ging ein Jubel durch die Menge und ich glaube, jeder hat gesehen, dass keiner die ewig gestrigen in der Stadt haben möchte.

(Heil-) Fastenzeit

Das Ende der Faschingszeit naht schön langsam und die Fastenzeit beginnt. Zwar bin ich eher kein recht gläubiger Katholik, aber ich lege trotzdem meine jährliche Heilfastenkur in diese Zeit. Warum schreibe ich aber jetzt schon darüber? Einfach, weil Heilfasten keine Spontanentscheidung sein sollte. Der Kopf braucht eine gewisse Vorlaufzeit. Ich tue mich dann leichter, wenn ich weiß, dass es an Tag X in zwei oder drei Wochen losgeht.

Worum geht es beim Heilfasten? Von einem sollte man sich schnell frei machen. Fürs Abnehmen bringt es eher nichts. Da gibt es bessere Methoden, die auch langfristig mehr bringen. Zwar kann man die Heilfastenkur als Start für eine Ernährungsumstellung nehmen, aber es bedarf nach meiner Erfahrung ungeheuer viel Willenskraft, nach Ende der Fastentage diszipliniert zu bleiben.

Die Fastenkur sollte vielmehr zur Reinigung des Körpers gemacht werden. Viele schwören auch auf die heilende Wirkung des Heilfastens bei diversen Krankheiten wie Rheuma, Verdauungsbeschwerden oder Allergien. Der Körper baut Fett ab und schwemmt Giftstoffe über Darm, Blase und Haut aus. Selbst an den Wimpern bemerke ich immer wieder Salzkrusten. Richtig krass war es bei meinem ersten Mal. Da musste ich zweimal täglich duschen, da meine Haut immer regelrecht verkrustet war.

Ich leite die Fastenkur immer mit zwei Vorbereitungstagen ein. Am ersten Tag esse ich kein Fleisch und keine Wurst. Am zweiten Tag gibt es nur Obst (alles ausser Weintrauben und Bananen). Ernst wird es am dritten Tag, dem ersten Fastentag, ab dem es nichts mehr zu essen gibt  und eine Darmsäuberung ansteht. Wer ein Fan von Einläufen ist, der kann sich gerne einen verpassen. Ich für meinen Teil trinke lieber Glaubersalz, bzw. das angenehmere Passagesalz. Den Rest des Tages sollte man sich dann nicht mehr weit von der Toilette entfernen. Der zweite Fastentag ist für mich immer der anstrengendste. Da treten bei mir alle Beschwerden verstärkt auf, die ich sonst nur leicht spüre. Kreuz-, Zahn- und Kopfschmerzen, all das kommt bei mir dann geballt. Ab dem dritten Tag wird es dann täglich besser, das Hungergefühl ist weg und nur der Kopf meint gelegentlich, man müsse etwas essen. Die nächsten Tage stellt sich dann bei mir regelrecht ein Hochgefühl ein und ich frage mich, warum ich das nicht viel öfter mache.

Während der ganzen Heilfastenzeit, die mindestens eine Woche andauern sollte (ich faste immer 10-14 Tage) gibt es nur Wasser, Tees und Gemüsebrühe. Bei der Gemüsebrühe nehmen viele Fertigbrühwürfel, was ich aus zwei Gründen nur ungern mache. Erstens sind da oft künstliche Geschmacksstoffe drin und zweitens riecht der ganze Körper irgendwann nach dieser Brühe. Wir kochen lieber selbst Gemüse aus und ich schöpfe dann die Brühe ab. Gelegentlich gibt es bei mir dann noch ein halbes Glas Orangensaft.

Während der ganzen Zeit sollte man sich nicht stressen. Ich brauche im Schnitt ein bis zwei Stunden mehr Schlaf pro Tag. Nach der Arbeit mache ich ein kleines Nickerchen von 10 Minuten und betätige mich danach sportlich. Es ist kein Problem, joggen oder walken zu gehen. Der Körper ist leistungsfähig, solange der Puls nicht zu weit nach oben geht. Für mich ist die Heilfastenzeit gleichzeitig meist der Auftakt für die intensivere Trainingszeit. Grundlagenausdauer kann man gut trainieren und in einem Jahr bin ich während einer Fastenwoche mal 70 Kilometer gelaufen, ohne dass es mit schwer gefallen wäre.

Beendet man die Fastenperiode darf man vorallem einen Fehler nicht machen. Gleich wieder normal essen, als wäre nichts gewesen. Das Verdauungssystem muss sich erst wieder an die Nahrung gewöhnen und das muss mit ganz kleinen Portionen geschehen. Auch der Stoffwechsel hat sich während der Fastenzeit umgestellt. Möchte man den Gewichtsverlust nicht gleich wieder auffuttern, sollte man die Portionen entsprechend klein wählen, was aber weiter kein Problem ist, da sich ein Sättigungsgefühl schnell einstellt, solange der Magen so klein ist.

Mehr Infos zu diesem Thema gibt es auch im Blog zur Naturheilkunde und auf der Webseite von Heilpraktiker René Gräber. Er hat auch ein Buch veröffentlicht, das sicherlich ein guter Einstieg für Menschen ist, die zum ersten Mal eine Fastenkur machen wollen.

Sachen gibts

Sachen gibts, die gibts eigentlich gar nicht. Heute morgen wurde ich vom Telefon aus dem Tiefschlaf gerissen. Schlaftrunken wollte ich ins Wohnzimmer und ans nächstgelegene Gerät. Beim Aufstehen merkte ich, dass ich im linken Bein kein Gefühl hatte. Irgendwie muss sich im Schlaf wohl ungünstig gelegen haben, das ganze Bein war wie tot. Leider habe ich das eine halbe Sekunde zu spät registriert und bin hingefallen. Im Sprungelenk hörte ich ein ungutes Knacksen und voller Schmerz habe ich mich erstmal wieder ins Bett gequält. Ein paar Minuten dann ein vorsichtiges Antesten, an Gehen war aber nicht zu denken. Also auf allen Vieren am dämlich schauenden Kater vorbei in Richtung Telefon. Da ich allein zu Hause war, gleich mal ein Paar Krücken und einen Chauffeur ins Krankenhaus organisiert.

Im Krankenhaus dann die erste Frage: “Haben Sie dieses Quartal schon 10 Euro Praxisgebühr gezahlt?” Danke! Wenigstens musste ich nicht warten und gebrochen oder gerissen ist Gott sei Dank nichts, dafür umso fester gestaucht. Jetzt vierzehn Stunden später kann ich noch immer nicht auftreten. Meine Krücken werde ich wohl ein paar Tage behalten dürfen.

Pimp your Kellerbüro

Heute hat es der Tapezierer meines Vertrauens endlich geschafft, meine Berlintapete an die Wand zu bringen. Ist echt stark geworden. Allerdings fürchte ich, die nächsten paar Mal wird es mich ordentlich reissen, wenn ich ins Büro komme. Allerdings sind die Bahnen ordentlich geschrumpft, als sie getrocknet sind und so sind jetzt feine Schlitze dazwischen. Da muss ich an den schlimmsten Stellen ein wenig nachmalen.

Meine Tapete von Berlintapete

Doch in den Sand gesetzt?

Da zahlt ein bis dato unbekannter Serverhoster 46902 Euro für ein Blog und erntet mit dem ersten eigenen Beitrag gleich mal 430 Kommentare. Super Start könnte man meinen. Ist es aber nicht. Zwar sehe ich es noch nicht so düster, wie der Journalistenschredder oder die Nürnberger Zeitung, doch ein wenig überrascht, über die Konzeptlosigkeit der Käufer bin ich schon. Wenn ich diesen Betrag investiert hätte, würde ich mir vorher schon ein paar Gedanken gemacht haben, was ich dann eigentlich mit Blog Nummer 1 anstellen möchte. Falls, ja falls die Sache nicht doch nur ein PR-Gag war. Den augenblicklichen Trubel nutzen viele gerade noch ein wenig aus, um Kommentare und Backlinks zu platzieren. In ein paar Tagen wird sich das gelegt haben, die Kommentarzahlen der aktuellen Beiträge gehen eh schon wieder nach unten. Was mir aber richtig zu Denken geben würde, ist dass Robert mit seinem ersten Beitrag im neuen Blog gleich mal (aktuell) 58 Kommentare erntet. Sollte es doch so sein, dass die Leute ihn lesen wollen und nicht das Blog Basic Thinking?

Spende – Fundacja Dzieciom

Für den Dezember gab es von Trigami genau 69,69 Euro. Bei den beiden Aktion war Extrafilm der Auftraggeber. Auf huethaus.de musste ich einen einfachen vorgefertigten Werbetext und hier für 30 Tage ein Werbebanner für eine Nikolausaktion online stellen.

Mein Taucherkumpel Jörg hat zusammen mit seiner Frau Barbara die Patenschaft für den kleinen Bartosz Urban übernommen. Der leidet an infantiler Zerebralparese:

Die Infantile Zerebralparese ist eine Körperbehinderung, die durch einen frühen (infantilen) Hirnschaden verursacht ist. Eine Infantile Zerebralparese kann als Bewegungsstörung charakterisiert werden. Die Ursache liegt in frühkindlichen Schädigungen derjenigen Gehirnzentren, die die Bewegung steuern. Die Folgen sind, dass die geschädigten Zentren und Bahnen zu viele oder zu wenige Signale an die Muskeln senden: Die Muskeln spannen sich zu sehr oder zu wenig an und ein harmonisches Zusammenspiel der Muskeln ist nicht mehr möglich. Die Bewegungsabläufe sind beeinträchtigt, die Bewegungsentwicklung verlangsamt. Die Kernsymptomatik der ICP ist somit eine gestörte Motorik.

Weil Jörg mich immer mit seinen tollen Tauchvideos versorgt, gibt es die Spende dieses Monats für sein Patenkind in Polen. Wer selbst für Bartosz spenden möchte, findet hier mehr Infos.

Alles Gute Helmut Schmidt!

Helmut Schmidt hat 90. Geburtstag

Er ist der erste Politiker, an den ich mich aus meiner Kindheit erinnern kann und in meinen Augen auch gleichzeitig der letzte seiner Art aus deutschen Landen, vor dem man wirklich Respekt haben muss. Nichts was nach ihm kam, kann dem Bestenbundeskanzlerallerzeiten auch nur ansatzweise das Wasser reichen. Heute wird Helmut Schmidt neunzig Jahre. Alles Gute!

Nachtrag: Gestern Abend kam im Ersten noch eine Biografie namens Helmut Schmidt – Mein Jahrhundert (ein Film von Reinhold Beckmann und Christoph Weinert). Aufgrund von vorweihnachtlichen Stress habe ich nur die letzten 15 Minuten gesehen. Irgendwie kam das Ganze rüber, als würde er nicht Geburtstag feiern, sondern wäre schon gestorben. Die Musikauswahl war alles andere als gelungen.

Reicht ein wenig Gerede?

Neulich habe ich ja schonmal über H&M geschrieben. Jetzt wo öffentlich wurde, was wohl jeder schon über KiK und Lidl geahnt hatte, gab es bei Maybritt Illner eine Talkshow zu dem Thema Arbeitsbedingungen, Ausbeutung und Konsumkrise.

Viel harte Arbeit für wenig Geld. Suma Sarker, Näherin aus Bangladesh, arbeitet sieben Tage die Woche von acht Uhr morgens bis 22 Uhr abends – für 29 Euro im Monat, erzählte sie bei Maybrit Illner. Auch Shahida Sarker, Chefin von Bangladeschs Textilarbeitergewerkschaft NGFW, schilderte eindrücklich die Lebens- und Arbeitsbedingugen in Bangladesch.

Ich habe die Sendung leider nicht gesehen, aber ich werde es wohl noch nachholen. Jochen hat die Sendung gesehen und vorallem die Aussagen von Hans Rudolf Wöhrl kritisiert er recht drastisch.

Eigentlich müsste ich ja auch vor dem Fernseher sitzen und mir den Rest der Sendung geben, doch der scheinheilige Auftritt von Rudolf Wöhrl hat mir derart die Galle in die Augen getrieben, dass ich mal doch lieber schreibe, bevor ich platze. Laut Herrn Wöhrl sind es mal wieder Politik und Konsument, die den Karren aus dem Dreck ziehen sollen, der Handel kann das natürlich nicht leisten. Dieser brillianten Analyse stellt der Mann auch gleich seine noch brillianteren Rechenkünste entgegen: den doppelten Preis würden faire Produkte im Handel dann kosten und dazu ist der Konsument eben nicht bereit. Aha! Wenn die Näherin in der Konfektion also 10 Cent pro Hose mehr bekommt, steigt der Preis einer Hose bei Wöhrl demnach von 100 auf 200 Euro. Kein Wunder, dass der Mensch so reich geworden ist… bei dieser Margenerwartung.

Den Rest von seinem lesenswerten Beitrag gibt es hier:
Sweatshopproduktion Thema bei Maybrit Illner – aber ist das genug?

Wunhenge = Plastikhenge in Wunsiedel

Seit drei Tagen ringe ich um Fassung. Da habe ich nämlich bei der Sennerin gelesen, was der Unternehmer Kai Hammerschmidt in Wunsiedel machen möchte. Dachte ich zuerst noch, die Sennerin macht eine Satire, mußte ich schnell feststellen, dass es bitterernst ist.

Ein keltisches Dorf, ein Druidenwald, ein Hügelgrab und das mitten an der B 303 in der Nähe der Luisenburg? Wenn es nach dem Unternehmer Kai Hammerschmidt geht, soll bis spätestens Mitte 2010 dort ein oberfränkisches Stonehenge entstehen.

Mit künstlichen Pflanzen, Bäumen und Felsen haben der Wunsiedler Unternehmer und sein Geschäftspartner Klaus Gohl bereits Erfahrung. Ob in der Therme Obernsees, in der Dominikanischen Republik oder im Zoo von Wuppertal: überall sind ihre Kunstfelsen gefragte Elemente, um Landschaften zu gestalten. Nun also das Fichtelgebirge.

Für alle, die Wunsiedel nur von den Neonaziaufmärschen her kennen: Die Stadt liegt im Fichtelgebirge und ihre Luisenburg-Festspiele sowie das Felsenlabyrinth sind beliebte Ausflugsziele. Die ganze Gegend ist durch Granit geprägt, überall sieht man immer wieder große Blöcke, die frei aus Wald und Berggipfel ragen. Was soll also Wunhenge, eine Nachbildung von Stonehenge aus Kunstfelsen, wenn ich schon ein echtes Felsenlabyrinth habe?

Dass ein Unternehmer sein Produkt publikumswirksam präsentieren möchte, ist vielleicht noch verständlich. Als positives Beispiel kann man da den Teichfolienhersteller Naturagart nennen, der in Ibbenbüren einen künstlichen Tauchsee baute. Was aber Plastikfelsen in einer Gegend zu suchen haben, die durch echte Granitfindlinge geprägt ist, ist mir schleierhaft. Wie gesagt, den Unternehmer kann ich vielleicht noch verstehen. Wenn aber der Stadtrat beim Projekt Wunhenge mitziehen möchte, kann ich nur den Kopf schütteln. Wie war das nochmal mit den Schildbürgern?

Spende – Dunkelziffer e.V.

Für die Bannerschaltung zu Flitzer08 gab es im Juli 52,80 Euro. Im gleichen Monat bekam ich noch 10 Euro Prämie für eine Neuanwerbung eines Bloggers für Trigami. Macht also 62,80 Euro für die nächste Spende.

Als ich seinerzeit das Motorola F3 verschenkt habe, hatte ich dem Querblogger versprochen, dass die nächste Trigamispende seiner Bloggerspendenaktion zu Gute kommt und an Dunkelziffer e.V. geht. Hab es irgendwie verpennt, aber eben ging die Überweisung raus.

Was macht Dunkelziffer e.V.?

Vielen kleinen Mädchen und Jungen ist keine unbeschwerte Kindheit vergönnt. Sie werden vernachlässigt, misshandelt und sexuell missbraucht, häufig von jenen, die eigentlich für ihr Wohl verantwortlich wären.

Wir helfen bundesweit mit Beratung und Therapie, stärken Kinder durch Prävention und ermutigen Erwachsene, sich für den Schutz von Kindern vor sexuellen Übergriffen einzusetzen.

Tarnung ist alles

Die letzten Tage habe ich zwei besonders gut getarnte Spezies im Roten Meer entdeckt. Fuer den ersten Freund, einem Krötenfisch (Frogfish – Antennarius pictus), muss man entsprechende Korallen durchsuchen. Diesen hier fanden wir in einer Feuerkoralle im östlichen Teil vom Tauchplatz Fanadir. Die Farbe kann dabei variieren, es gibt ihn in gelber, roter, grüner, grauer oder schwarzer Farbe.

Schwieriger ist es schon bei diesem Pärchen. Es handelt es sich um Seegras-Geisterfische (Solenostomus cyanopterus). Der Name sagt es schon, sie sehen aus wie abgestorbene Seegrasblätter. Jedoch muss man nicht jedes Blatt einer Seegraswiese untersuchen, sondern man wird eher ein wenig abseits im Sand fündig. Dieses Liebespaar habe ich am Ankerplatz von Abu Haschisch Süd gefunden.

Visumtipp Hurghada

Weil es gerade erst wieder aktuell war, ein kleiner Hinweis zur Einreise nach Ägypten über den Flughafen Hurghada. Bucht man über die großen Reiseveranstalter (bei TUI weiß ich es sicher) ist das Touristenvisum oft schon im Reisepreis inbegriffen. Bei vielen kleineren und vorallem bei den “Billig”-Veranstaltern muss man vor Ort noch ein Visum kaufen. Daran verdienen die Veranstalter dann nochmal ordentlich. Die Taktik ist nämlich immer gleich. Kommt man vom Gate/Bus in die Abfertigungshalle, lotsen einen die Angestellten der Reiseveranstalter gleich nach links zu ihren eigenen Schaltern. Dort verkaufen sie einem dann das Visum für Preise zwischen 20 und 30 Euro. In Wirklichkeit kostet es aber nur 11,50 Euro und kann am ägyptischen Bankschalter gekauft werden, der sich direkt geradeaus befindet, wenn man die Halle betritt. Also nicht unterkriegen lassen und zielstrebig zum Bankschalter gehen und dort kaufen!

“Bombe” von Labertaler

Im Büro gibt es bei uns Mineralwasser von Labertaler. In regelmäßigen Abständen kommt ein Getränkefahrer und liefert die Kästen mit meinem Lieblingswasser Stephanie Quelle spritzig direkt ins Büro. Gestern war es wieder soweit. Seitdem stand die neue Kiste unbewegt direkt unter meinem Schreibtisch. Heute vormittag dann tat es einen dumpfen Schlag und bis ich schaute, kam mir das Wasser schon entgegen gelaufen. Ist doch da glatt der Boden einer PET-Flasche abgeplatzt. Mal schauen, wie der Hersteller auf meine Beschwerdemail reagiert.

Nachtrag: Ein Anruf mit einer Entschuldigung von Labertaler kam bereits. Der Herr läßt die geplatze Flasche abholen und ich krieg “einen Gutschein” (worüber auch immer). Vorbildliche Reaktion, oder?

Nachtrag 2: Am Mittwoch gab es noch einen zweiten Telefonanruf, in dem wurde ich zuerst gebeten, diesen Beitrag zu löschen. Nachdem ich das natürlich nicht zugesagt habe, drohte man mir mit möglichen rechtlichen Schritten, weil der Beitrag ja schon (Zitat) “fast an üble Nachrede grenzt”. Mal schauen, ob der versprochene Gutschein noch kommt oder ich stattdessen einen Brief vom Anwalt bekomme und auf meiner defekten Flasche sitzen bleibe.

Nachtrag 3: Heute kam ein Brief mit zwei Gutscheinen über eine Kiste Wasser und eine mit Apfelschorle.