Archiv der Kategorie: Dorfleben

Wie sich das Onlineverhalten ändert

Früher hörte ich so manchen Händler jammern: “Die kommen alle zu mir, lassen sich beraten und probieren aus, dann sagen sie, sie überlegen es sich nochmal und gehen wieder. Daheim bestellen sie dann günstig bei einem Internetversender, der keine Beratung anbietet und viel weniger Fixkosten hat.” Ich muss gestehen, ich habe es eine Zeitlang auch so gemacht. Doch in vielen Bereichen hat sich der Preisunterschied relativiert und meist sind nur noch ein paar Euro um.  Gezielt versuche ich mittlerweile Umsatz lokal zu generieren.

Regelrecht umkehrt hat sich die Sache für mich bei Büchern und Musik. War es anfangs bequem, bei Amazon zu bestellen und alles nach Hause geliefert zu bekommen, trifft dies auch nicht mehr zu, seitdem wir im Ort nur noch eine Postfiliale haben. Da muss ich den Benachrichtigungschein aus dem Briefkasten fischen und kann das Päckchen frühestens am nächsten Vormittag abholen.

So stöbere ich jetzt immer bei Amazon, was es so gibt, notiere mir die ISBN-Nummer und bestelle dann bei meinen kleinen Buchhändler im Ort per Mail. Am nächsten Tag halte ich dann am Heimweg von der Arbeit kurz an, hole das Buch oder die CD und zahle bar. Ich brauche weder Verpackung entsorgen, noch Kontoauszüge kontrollieren. Wenn etwas nicht passt, mache ich das vor Ort aus. Alles in allem für mich weit komfortabler als beim Onlinehändler.

Warum ich mir wohl keinen Peugeot kaufen werde

Mein Passat hat derzeit 460.000 km am Buckel und mittelfristig werde ich mich wohl nach einem neuen fahrbaren Untersatz umschauen müssen. Im Bekanntenkreis sind einige Peugeot unterwegs und vor Ort gibt es auch eine Werkstatt mit relativ gutem Ruf. Jetzt habe ich aber eine Story gehört, die ich zuerst gar nicht glauben konnte. Beim Peugeot 307 eines Kumpels hatte die Ölwanne einen Riss, wie es ja immer wieder mal vorkommen kann. Bei meinem Passat brauchte ich auch schon mal einen neue Ölwanne, weil das Gewinde der Ablaßschraube kaputt und zu wenig “Fleisch” für ein neues Gewinde da war. Meine war damals über Nacht beim Händler und am nächsten Tag konnte ich wieder fahren.

Beim besagten Peugeot 307 war das leider keine so schmerzlose Aktion. Scheinbar haben die Franzosen ein größeres Problem, was die Lieferung von Ersatzteilen angeht. Sage und schreibe drei Wochen hatte mein Kumpel sein Auto in der Werkstatt, weil angeblich europaweit keine Ersatzölwanne zu liefern war. Mehrmals wurde er vertröstet und dem Besitzer der Werkstatt war es natürlich mehr als peinlich. Damit das Auto überhaupt wieder fahrbereit wurde, entschloß man sich dann, die Ölwanne schweißen zu lassen. Ob das dauerhaft hält ist die andere Frage. Aber vielleicht kommt ja bis Weihnachten das Ersatzteil. Für mich, wo ich aufs Auto beruflich angewiesen bin, ist so ein Fall ein absolutes KO-Kriterium. Ersatzteile für aktuelle Modelle müssen einfach kurzfristig lieferbar sein. Noch dazu wenn es sich um Teile handelt, die öfters mal kaputt gehen.

Straßennamen

Viele Dörfer in der Umgebung verzichten auf Straßennamen. Der Grund ist einfach, dass es nur ein paar Häuser gibt und man diese einfach druchnummeriert. Ab einer bestimmten Größe wird das aber recht unübersichtlich. Bei uns im Dorf gab es auch schon mal die Diskussion, ob man nicht Straßennamen einführen sollte. Doch waren sich alle einig, dass man dann ein Stück Identität des Dorfes aufgibt und so blieb es beim Nummernsystem.

Am Samstag war ich der kleinen fränkischen Ortschaft Kirchröttenbach, wo man aber mal Straßennamen eingeführt hatte. Scheinbar konnte man sich aber nicht auf vernünftige Namen einigen und so wurden die Straßen einfach mit Buchstaben versehen. Amüsiert haben wir uns dann mehrmals prächtig über Straßenschilder wie diese hier:

Auf die Schnelle habe ich leider keine weiteren Infos gefunden, wie es zu diesen kreativen Namen kam. Aber vielleicht wissen meine fränkischen Leser ja Rat?

Surviving in Germany

Gestern habe ich zufällig entdeckt, dass ich AFN Bavaria neuerdings über UKW empfangen kann. Heute habe ich mir dann mal die Webseite angesehen und bin über ein paar Tipps gestolpert, wie Amerikaner in Bayern überleben können.

Germany may appear very strange sometimes, especially if you’ve never been to Europe before. But don’t be afraid to go out and mix with your German neighbours! We’ll give you some tips on how to survive in Germany:

Have you ever had a German tell you something like: “you will come here” or “you must sign there”? It sounds horribly impolite in English, like they’re ordering you around, but trust me, they are not (except, perhaps, if you’re married to one)

Neben jeder Menge nützlicher Tipps für Hillbillies, die einen zum Schmunzeln bringen, gibt es zu guter Letzt dann noch ein paar übersetzte bayerische Vokabeln. Unter anderem endlich die wissenschaftliche Erklärung für den:

Wolpertinger:  this very rare animal (photos) is only found in Bavaria (mostly by Bsuffana). It is a crossing of several native animals. According to statements of witnesses, it also lives in the JMTC Training Area.

Check this out: Surviving in Germany

AC/DC 2010 am Flugplatz Wels

Vergangenen Samstag gings ins benachbarte Österreich, wo man für die Rocker von AC/DC mal eben den kleinen Provinzflugplatz für ein paar Tage gesperrt hatte. Bereits bei der Anfahrt wurden wir von einem Schild “Willkommen in der AC/DC-Stadt Wels” begrüßt. Das wahrscheinlich größte Ereignis der Stadt lief da dieses Wochenende ab. Rund 95.000 Besucher sollten kommen und entsprechend stolz war man da eben drauf. Allerdings zeigte sich, dass man mit der Organisation der Veranstaltung ein wenig überfordert war. Zwar hatten wir für unseren Reisebus eine Parkplatzreservierung für 100 (!) Euro, doch gab es weder Hinweisschilder, wie man zu diesem Parkplatz kommt, noch wußte einer der vielen Polizisten oder Ordner, wo der überhaupt sein sollte. Irgendwann standen wir mit dem Bus in einer Wiese, wären fast versunken und hatten dann die Nase voll. Kurzentschlossen parkten wir vor einem großen Autohaus, sparten uns die 100,- Euro und gaben dem Ordner vor Ort lieber zwei Pils aus. Auf dem Fußweg dann das übliche Bild. Die einen Anwohner stellen einen Tisch in die Einfahrt und verkaufen schlechtes Bier zu überteuerten Preisen und die anderen haben Angst vor zugeparkten Straßen. Da wir bereits sechs Stunden vor konzertbeginn am Start waren, lief am Eingang noch alles problemlos ab und schnell waren wir in der inneren Arena.

Die Wiese war schon weich und die dunklen Wolken ließen nichts Gutes hoffen. Natürlich gab es mal wieder nur die obligatorischen 20 Dixies für rund 10.000 Besucher, die in den vorderen Bereich durften. Gegen 19 Uhr stand dann die Pisse schon zwei Zentimeter hoch auf einer Fläche von 100 qm rund um das hoffnungslos überfüllte “Örtchen”. Ein Foto erspare ich Euch lieber. Wenigstens kam dann mal gnädigerweise der Güllewagen vorbei und leerte die Dixies.

Als eine der Vorband dann Volbeat, die super spielten, aber natürlich einen schlechten Sound vom Mixer bekamen. Immerhin bekamen die mehr Stimmung in die Arena als die Band vom letzten Jahr, deren Namen ich fünf Minuten später schon wieder vergesen hatte.

Pünktlich zum Start von AC/DC um 20:45 fing es an zu regnen und kurzzeitig hagelte es sogar. Nach dem “Rock ´n´Roll Train” meinte Brian Johnson nur “Don´t matter about this”. Die Menge hielt sich daran und ignorierte das Wasser. 10 Minuten später hatte Petrus ein Einsehen und schloß die Schleusen wieder. Die Band spielte dann nahezu das gleiche Programm wie letztes Jahr. Die gleichen Video, die gleiche Show, lediglich “Anything goes” wurde gegen “High Voltage” getauscht.

Wir standen diesmal direkt neben dem Ausleger und so hatte ich die Chance ein paar schöne Nahaufnahmen von Angus Young zu machen, als der sein obligatorisches Solo spielte.

Der Rückweg zum Bus war wie befürchtet. Zwar gab es keinen Fußgängerriesenstau wie in Hockenheim oder Leipzig, dafür war der Morast aber gigantisch. Knöcheltief ging es durch den Schlamm und wir sahen aus wie die Schweine.

Noch mehr unwirksame Kontrollen?

Wer ab und zu in den Urlaub fliegt, der kennt die lästigen Gängeleien am Flughafen, die uns vor Terroranschlägen schützen sollen. Mittlerweile weiß jedes Kind, dass man Dinge des Terroristenhausgebrauchs, wie Nagelscheren oder Wasserflaschen, nicht mehr mit in den Flieger nehmen darf. Idiotischerweise werde ich aber am Checkin immer gefragt, ob ich meine Taucherlampe auch brav im Handgepäck mitführe. Denn Taucherlampen darf man nicht im normalen Gepäck aufgeben. Verstehen muss man das ja nicht, wie so viele Sicherheitsbestimmungen, die sich irgendwelche Bürokraten ausgedacht haben. Seis drum, um Probleme zu vermeiden, versuche ich dann auch, mich an alles zu halten, was grad angesagt ist.

Beim Rückflug vom Urlaubsort sind die Sicherheitsmaßnahmen dann meist eh vergessen. Als Frau sucht man sich am Flughafen Hurghada beispielsweise am besten eine Sicherheitsschlange, wo keine weibliche Kontrolleurin ist. Selbst wenn der Metalldetektor dann piepst, wird man einfach weitergewunken. Kein arabischer Mann würde sich trauen, eine Frau abzutasten. Richtig lächerlich ist es dann, wenn der Tauchbuddy die Wasserflasche aus dem Hotel auf einmal im Flieger aus dem Rucksack zieht. Aus eben dem Rucksack, der eine Stunde vorher zweimal unbeanstandet durch das Röntgengerät geschoben wurde.

Und weil man am Flughafen in Amsterdam trotz aller Vorsichtsmaßnahmen den Sprengstoff nicht entdeckte, den ein junger Nigerianer bei der Landung in Detroit zünden wollte, kriegen wir jetzt gleich wieder neue Sicherheitsbestimungen:

Air Canada indes veröffentlichte eine Erklärung, nach der es Fluggästen eine Stunde vor der Landung nicht mehr gestattet werden soll, ihren Sitzplatz zu verlassen oder Zugang zu ihrem Handgepäck zu haben. Auch dürften keine Gegenstände mehr auf dem Schoß aufbewahrt werden.

Damit ist dann wirklicher Terror vorprogrammiert, nämlich dann wenn Mütter nicht mehr mit ihren Kindern aufs Klo dürfen. Und je mehr die Amis am Rad drehen, desto mehr Erfolg haben die Terroristen. Ein ganzes Land in Panik ist doch fast noch wirksamer als ein abgestürztes Flugzeug.

Garmin – 1a Service

Eigentlich gelten die GPS-Geräte von Garmin ja als recht robust und das etrex Vista HCx als quasi unkaputtbar. Trotzdem hat meines einen kleinen Sturz von der Tischkante auf den Teppich nicht verkraftet und fand anschließend keine Satelliten mehr. Also die Hotline angerufen und das Gerät als defekt gemeldet. Anstandslos bekam ich eine RMA-Nummer und ein Formular per Mail. Dann den Schrieb ausgefüllt und das Gerät ohne Zubehör eingeschickt. Gerade mal vier Werktage später halte ich nun ein nagelneues Gerät mit dem gesamten Standardzubehör in Händen. Das nenn ich Service!

Geocaching: Erkenntnis des Tages

Merke: Wenn Dein Garmin Vista HCx nach grad mal zwei Monaten defekt ist und Du es zur Reparatur eingeschickt hast, dann lass Dir ja nicht einfallen, dass Du mit Deinem Forerunner 305 zum cachen gehst. Der taugt nämlich zum joggen und radfahren, aber nicht zum cachen, schon gar nicht im schweren Gelände. Und wenn Du es trotzdem tust, dann geht es Dir wie mir heute. Du kommst mit drei DNFs heim.

Hamata am Roten Meer

Hamata liegt im Süden von Ägypten am Roten Meer. Bis zum Sudan sind es gerade mal noch 120 Kilometer und ausser einer handvoll Hotels und ein paar Dörfern kommt da nicht viel auf der Strecke. Wenn man sich in die Gegend als Tourist verirrt, dann ist man im Normalfall entweder Taucher oder hat einen Ausflug zum Kamelmarkt von Shalatein gebucht. Und weil es rund um Hamata eben nichts gibt als drei oder vier Hotels und viele wunderschöne Tauchspots rund um Rocky Island, Saint John’s Reef and Zabargad Island, möchte man eben auf den Zug mit dem Tauchtourismus aufspringen. Zu diesem Zweck wurde in Hamata eine Marina gebaut. Die wurde mittlerweile sogar betoniert und an Land stehen auch schon kleine Pavillions, wo wohl zukünftig Waren angeboten werden sollen. Neben den zwei Booten unserer Orca-Basis liegen dort auch einige andere Ausflugsboote.

Die Marina von Hamata

Fast schon wieder lustig und ein typisch ägyptischer Gegensatz befindet sich auf dem Zufahrtsweg zur Marina. Da gibt es nämlich einen “Checkpoint”, bei dem Hamata am Roten Meer weiterlesen

Die Wandersagen vom freundlichen Araber und stinkenden Autos

Ich war ja noch nie auf dem größten Kostümfest der Welt, das jährlich in München stattfindet. Aber weil ja gerade nichts anderes mehr im Fernsehen zu laufen scheint als Oktoberfest (und Tigerente) und weil jetzt zum Ende der Wiesn alle wegen angeblicher Anschlagsdrohungen durchdrehen, möcht ich auch noch was beisteuern.

Wieder macht sie die Runde, die Sage vom gefundenen Geldbeutel eines reichen Arabers. Weil der ehrliche (deutsche) Finder keinen Finderlohn nehmen wollte, hätte der freundliche Araber dann angeblich vor einem Besuch der Wiesn an einem bestimmten Tag gewarnt. Dieses Märchen ist zum ersten Mal 2001 nach den Anschlägen in New York aufgetaucht und kehrt seitdem jährlich wieder. Mal soll man nicht am Mittwoch, mal nicht am Wochenende, mal gar nicht auf die Wiesn gehen. Alles Blödsinn und die Geschichte natürlich frei erfunden. Übrigens wurde dieses Jahr auch noch keine Bombe entschärft, kein Zelt geräumt und auch wird der Rest der Wiesnzeit nicht abgesagt.

Das Einzige, was diese Geschichten bewirken ist Panik bei manchen Menschen, die sich von sowas beeinflussen lassen. Dazu ergreifen diverse Innenminister die Situation um uns wieder neue Überwachungsgesetze und -kameras anzudrehen. Zu unserer eigenen Sicherheit versteht sich. Die Welt ist ja so Böse geworden.

Ein anderes solches Märchen kenne ich schon aus meiner Jugend. Da konnte man angeblich einen neuwertigen Ferrari für 1000 Mark kaufen. Grund für den günstigen Preis war der Gestank einer Leiche, die ein paar Wochen im Inneren verwest sei. Weil der Gestank nicht mehr aus den Teppichen und Sitzen zu bekommen sei, würde das Auto quasi verschenkt.

Gemeinsam haben solche Märchen immer eines. Der Erzähler hat es immer vom Freund eines Arbeitskollegen, den man aber nicht kennt oder die Schwester hat in der Kneipe von jemanden gehört, der es am Nebentisch erzählt hat oder oder oder.

Schutzhaft

Derweil wurden zwei in München lebende mutmaßliche Islamisten in Polizeigewahrsam genommen, wie Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Montag mitteilte. Den Männern würden keine Straftaten vorgeworfen. Es handele sich um eine rein vorbeugende Maßnahme. Hintergrund sei, dass in zwei Droh-Videos auch auf das Münchner Oktoberfest Bezug genommen wurde, sagte Herrmann.

Die zwei Männer sind nach Angaben Schmidbauers der islamistisch-extremistischen Szene zuzurechnen. Beide hätten früher zu dem aus Bonn stammenden Bekkay Harrach Kontakt gehabt, der eine direkt, der andere indirekt über seinen Bruder. Die zwei Männer sollen bis zum Ende des Oktoberfestes am 4. Oktober in Gewahrsam bleiben. Dies sei richterlich bestätigt worden, sagte Schmidbauer. Das bayerische Polizeigesetz bietet dazu die rechtliche Grundlage.
Zeit Online

Naja, sperren wir sie halt einfach mal weg. Hatten wir das nicht schon einmal?

Schafferhof Flair

So manch schöne Kneipe gibt es bei uns in der Gegend. Wenn man sie auch manchmal ein wenig suchen muss, so findet man sie mit ein wenig Gespür doch recht schnell. Der Schafferhof in Neuhaus bei Windischeschenbach zählt zweifelsfrei dazu und ist doch nochmal irgendwie anders. Vielleicht liegt es am Zoigl, vielleicht am alten Gemäuer, das liebevoll restauriert wurde. Vielleicht aber auch an der Einfachheit, wie hier die Dinge angegangen werden. Vergangenen Freitag waren wir zur Groovenight da. Auf drei Bühnen spielten leicht zeitversetzt sechs Bands und für die 12 Euro Eintritt konnte man zwischen allen hin- und hertingeln. Dazu gab es frisches Zoigl für – festhalten – 1,60 Euro die Halbe. Im Herrgottswinkel unter der Maria gaben die Bands alles und so wurden Zapfhahn, Band und Publikum bald eins.

Groovenight am Schafferhof

Rookie Jam am Schafferhof

Während dann die “Bikinipunkband” Rookie Jam auf der Tenne einheizte, fanden sich in der Zoiglstube Bite the Beagle und WickerWork zur Jamsession zusammen. Aber seht selbt:

[youtube Zyi5iuvoRoY]

Nächster Zoiglausschank am Schafferhof ist übrigens  vom 21.08. bis 24.08. Da gibt es dann den “Original Bauernsfünfer” und die Band “MASH” bei freiem Eintritt!

Tramps like us, baby we were born to run!

Tribüne sucks! Kann mir mal einer sagen, warum die Karten auf der Tribüne mehr kosten als in der Arena? Klar kann man sitzen, aber was nutzt einem das, wenn man nichts hört! Mannomann, so eine schlechte Akustik wie gestern bei Bruce Springsteen im Olympiastadion in München habe ich ja noch nie bei einem Konzert erlebt. Vielleicht lags auch daran, dass die Bühne auf der Gegengerade aufgebaut war und die Lautsprecher voll ins Zeltdach einstrahlten. Auf jeden Fall wars unerträglich und so gaben wir nach drei Liedern unseren Sitzplatz in Reihe 70 auf und stellten uns in Reihe 10 auf die Treppe. Nachdem das Konzert bei weitem nicht ausverkauft war, war das auch kein Problem. Mit jeder Stufe nach unten wurde der Sound besser, die Verzögerung zwischen Lippenbewegungen und Text verschwanden und vorallem, man erkannte auf einmal die Lieder.

Bruce Springsteen live in München

Und so konnten wir The Boss Bruce Springsteen endlich genießen. Der legte sich auch gewohnt ins Zeug und spielte 2h 45 durch. Anfangs ging es recht ruhig zu, erst ab der Hälfte kamen ältere Hits dazu. Als er Patti Smiths Because The Night spielte, kam auch endlich auf den Sitzplätzen Stimmung auf. Der Brüller war aber, als Bruce mit der E-Street Band den Roy Orbison Klassiker Pretty Woman spielte. Das Ganze kam “spontan” aufgrund eines Plakates aus dem Publikum und sollte ein Geburtstagsgeschenk für Keyboarder Roy Bittan sein, der gestern 60 Jahre wurde.

Zur Mitte des Konzerts ging wie gewohnt das Flutlicht an, Bruce möchte sein Publikum eben gerne sehen. Drei Songs wurde es wieder dunkel, was auch gleich mit tosendem Applaus quittiert wurde. Als Abschluß der langen Zugabe kam dann noch das heiß erwartete Dancing in the dark.

Alles in allem ein super Konzert – wenn man Arenakarten gehabt hätte und es nicht im Olympiastadion gewesen wäre, aber wohl nochmal eine Klasse besser.

AC/DC Black Ice in Leipzig

Bierbecher Black Ice

Ich mein, es nutzen ja die schönsten Bierbecher nichts, wenn der Inhalt nicht stimmt und nur Bierersatzstoff aus Bremen drin ist. Warum gibt es auf Großveranstaltungen eigentlich immer nur Plempel zu trinken? Da lob ich mir doch die Jungs aus Wernberg, die in ihrem Reisebus 40 (!) Kisten anständiges Bier dabei hatten.

Die Anreise war problemlos, der Parkplatz ganz in der Nähe des Stadions wurde uns aber zum Verhängnis. Aber dazu nachher mehr. Die erste Vorband kann ich Euch leider nicht sagen. Keiner der Umstehenden wußte den Namen. Die zweite Band war “The answer“. Grottenschlecht eingestellter Sound – eben typisch für Vorbands – verhinderte dass sich jemand richtig mit der Musik auseinandersetzte.

Dann pünktlich um 21 Uhr gings los und der Rock’N’Roll Train rollte in Originalgröße ein. Es folgte ein Mix aus alten Reissern und Tracks von der neuen Scheibe. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass das aktuelle Album nicht der große Wurf ist. So wunderte es mich auch nicht weiter, dass die Stimmung immer einen Tick verhaltener war, als aktuelle Songs gespielt wurden. Dafür ging es bei TNT, Thunderstruck, Hells Bells und Dirty Deeds richtig ab. Brian Johnson war ab der Hälfte gewohnt heiser und so durfte mal wieder Angus Young ein langes Solo rocken. Optischer Reisser war Rosie, die ihren Ritt auf der Lok zu Whole lotta Rosie hatte:

Brian Johnson singt für Rosie

Überhaupt war die ganze Show gewohnt gigantisch und die obligatorische Glocke war natürlich auch dabei. Nur leider wars wieder viel zu schnell vorbei. Mit Highway to Hell und For Those About To Rock gab es noch zwei Zugaben, bevor um 22:55 Uhr das Licht anging. Sind eben doch nicht mehr die Jüngsten und nach zwei Stunden Vollgas ist die Puste weg.

Beim Einparken bekamen wir schon einen Zettel in die Hand, dass der Parkplatz erst 30 Minuten nach Konzertende geöffnet werden würde. Erst sollten die Fußgängermassen aus dem Weg sein. Als wir dann um ein Uhr endlich die 400 Meter zu Straße hinter uns gebracht hatten, war die Stimmung natürlich nicht mehr soo toll. Dann nochmal 30 Minuten bis zur Autobahn und die bohrende Frage, warum man mitten in der Nacht die Ampeln nicht abschalten kann, wenn doch alle sowieso in die gleiche Richtung wollen.

Als Konzertstadt werde ich Leipzig zukünftig sicherlich nur noch im Notfall berücksichtigen. Dachte ich bisher immer, dass es verkehrstechnisch nirgends so schlimm zugeht wie an der Regensburger Donauarena, wurde ich gestern eines Besseren belehrt. Irgendwie ist Leipzig doch noch eher auf  Trabis ausgelegt. Trotzdem war das Konzert allererste Sahne und Ihr Münchner freut Euch auf morgen!

Und wieder geht die Welt unter

Was hatten wir nicht schon alles an gefährlichen Krankheiten zu fürchten? Vogelgrippe, Schweinepest, Rinderwahnsinn, Maul- und Klauenseuche oder derzeit eben Blauzungenkrankheit und aktuell Schweinegrippe. Immer durften diverse Spezialisten ihr Wissen in den Medien verbreiten und ein paar Wochen hatte jeder Angst. Hühner wurden ins Gefängnis gesperrt oder bauernhofweise Rinder gekeult. Ein paar Wochen später war das Thema vergessen und keiner mehr damit hinterm Ofen vorzulocken. Schön langsam fühle ich mich an diverse Sekten erinnert, die immer wieder mal vor dem Untergang der Welt warnen. Ich bin ja mal gespannt, wie lange es dauert, bis die Medien H1N1 vergessen haben.

Verkäuferschafe

Eigentlich war es ja schon ein Fehler, letztes Wochenende überhaupt in die Regensburger Arcaden zu fahren. Schließlich gibt es ja auch das Donaueinkaufszentrum, das neben einer größeren Auswahl an Geschäften auch noch 3600 kostenlose Parkplätze für seine Kunden bereithält. Stattdessen haben wir nach einer guten Stunde 1,70 Euro Parkgebühr gezahlt. Und das, nachdem wir rund 200 Euro in dem Shoppingcenter gelassen haben. Das Schimpfen des Familienvaters vor mir am Parkautomat hab ich übrigens noch gut in den Ohren. Nochmal 5,20 Euro zu löhnen, wenn man dick bepackt aus der Einkaufsmall kommt? Da kann man schon seinen Hass kriegen!

Drei Jeanshosen habe ich mir gekauft. Die Verkäuferinnen haben sie mir schön eingepackt und heute wollte ich eine davon anziehen. Bereits als ich die Preisschilder abmachen wollte, hat es schon ein wenig sonderbar gescheppert. Grund war der Diebstahlschutz, der noch am Hosenbein angebracht war.

Diebstahlschutz

Mal abgesehen davon, dass kein Alarm beim Verlassen des Geschäftes losging, darf man sich schon fragen, wofür diese Schafe im Geschäft überhaupt bezahlt werden, wenn sie nicht mal bis drei zählen können? Was also tun? Nochmal Parkgebühr bezahlen und alles in allem eine Stunde Zeit verplempern? Ne, da hab ich lieber den Akkuschrauber und einen 3er Bohrer genommen. Eine Minute später war das Problem gelöst.

Diebstahlschutz gelöst

Die übliche Routine

Nach Emsdetten, Freising und Erfurt hat es jetzt in Winnenden die vierte Bluttat an einer Schule gegeben. Alle reden von einem Amoklauf, was eigentlich nicht stimmt, da es ja keine unkontrollierte Tat aus blinder Wut war, sondern eher ein geplantes Verbrechen (vergleiche auch “künstliches Koma”). Aber das ist letztendlich egal, jeder weiß was gemeint ist.

Und wieder ist der Ablauf nach der Tat der gleiche, wie die letzten Male. Zuerst Fassungslosigkeit und alle Politiker dürfen im Fernsehen ihr Mitgefühl ausdrücken. Spätestens einen Tag nach der Tag geht es dann ans politische Ausschlachten. Und wie immer, wenn man einen First Person Shooter auf der Festplatte des Täters gefunden hat, kommen sofort die Forderungen nach einem Verbot von Killerspielen. Ist ja alles so einfach. Natürlich ist das Computerspiel schuld an dem Drama, die 16 legalen Schusswaffen im Schrank des Vaters sind da nicht mehr so wichtig. Aber das sind wir ja gewohnt.

Einstweilen laufen die berichtenden Medien zur Hochform auf. Allein von der SZ hatte ich heute elf Artikel zu dem Thema im Feedreader. Alle Onlinemedien bieten Klickstrecken mit trauernden Menschen, Videos von der Trauerfeier oder interaktive Karten vom Schulgelände. Aus dem “Schüler” wurde bereits “Tim K.” und morgen wird man dann wohl auch den Nachnamen erfahren. Wie bescheuert neuigkeitsgeil Journalisten sein können, zeigt dieses Beispiel von der Twitterin “tontaube”

Hat sich eigentlich schon einmal jemand gefragt, ob es nicht die mediale Aufmerksamkeit ist, die Jugendliche zu solchen Taten bewegt? Eine Castingshow nach der anderen redet uns ein, wir wollen, sollen oder müssen berühmt sein. Jugendliche machen sich zum Affen, nur um ins Fernsehen zu kommen. So wie jetzt über diese Tat berichtet wird, da kann jeder Superkaspar und jedes Topmoppel einpacken. Was man so liest, soll Tim K. keine gescheiterte Existenz gewesen sein. Vielleicht war es eine andere Situation, die ihm aussichtslos erschien. Wir werden es sicherlich erfahren. Für die Zukunft sehe ich aber schon die Gefahr von frustrierten Jugendlichen, die sich durch solche Taten wenigstens einmal im Leben Ruhm erhoffen. Und darum glaube ich, wir brauchen eher eine Wertediskussion im Fernsehen und im Miteinander, als Forderungen nach neuen Waffengesetzen, Killerspielverboten oder abgeriegelten Schulen, in die man nur mit Chipkarte reinkommt.

Nachtrag: Genau sowas meinte ich im letzten Absatz.