Archiv der Kategorie: Internet

Ekelhaft

Ich hab ja keine Ahnung, ob der Schallhofer Wolfgang aus Wien, der kirchenweb.at betreibt, wirklich etwas mit der Kirche zu tun hat. Aber auf jeden Fall habe ich bei ihm eine Kochbuchseite gefunden, die noch verabscheuungswürdiger ist als die, die uns allen aus Deutschland bekannt ist. Bei Recherchen zu meinen Fischen bin ich dort nämlich zufällig auf Kochrezepte für Schildkröten gestoßen. Die Krönung ist das hier:

Schildkröten in Blutsauce:
Man hackt von denselben Kopf, Schweif und Füße weg und lässt sie gut ausbluten, fängt aber das Blut in einer Schale auf. Dann setzt man die Schildkröten in kaltem Salzwasser zum Feuer und lässt …

Zwar zitiert er dort angeblich aus einem vergriffenen Kochbuch aus den 1930er Jahren und warnt auch davor, dass man sich eventuell strafbar machen kann, wenn man geschützte Schildkröten verkocht. Das hält den Betreiber aber nicht davon ab, dass er sieben Rezepte vorstellt, die man über eine eingebaute Druckfunktion sauber auf Papier bringen kann.

Ekelhafter geht es ja wohl nicht mehr.

Die Arroganz der Süddeutschen Zeitung

Man kann zum Blogverkauf von Basic Thinking stehen, wie man möchte. Ein gewisses Interesse hat die Versteigerung bei vielen geweckt. Robert Basic tingelte durch alle Medien, die ihn haben wollten und in so manchem wichtigen klassischen Medium, sprich Onlinepräsenz von Zeitung war etwas zu lesen. Was macht aber den Unterschied zwischen meinetwegen einer Zeit und einer Süddeutschen Zeitung aus? Während sich erstere herabläßt, auch ein Interview mit dem Verkäufer zu führen und dabei die betreffende Seite im Bericht dann auch zu verlinken (es wird ja auch Leute geben, die mit der Bloggerei nicht so viel anfangen können), bringt die SZ drei Beiträge, in denen sie es gerade einmal schafft, den Leser auf die Seite zu führen, um die es geht. Im heutigen “Abschlußbericht” gab es nicht einmal den richtigen Namen des Blogs, sondern nur eine Nennung des Domainnamens ohne Link dahinter. Aber was will man schon verlangen von einer Zeitung, die Kommentare nur zu Bürozeiten zuläßt? Nein, wie das mit dem Internet heutzutage funktioniert, müssen sie noch lernen bei der SZ. Mit Bilderklickstrecken, zum künstlichen erzeugen von Hits, ist es nämlich nicht getan.

Sechs Wochen fisch-fotos.de

Zeit für ein kleines Fazit. Mit dem Langnasenbüschelbarsch ging es Ende November 2008 los. Seitdem habe ich 48 Artikel gepostet und dazu sage und schreibe einen Kommentar bekommen. Wobei es nicht daran liegt, dass die Besucher fehlen würden. Dank der Hilfe von ein paar freundlichen Bloggerkolleginnen und -kollegen habe ich bereits einen Pagerank von drei bekommen und bin für viele Spezies auf Seite eins bei Google. Für den Begriff “Fischfotos” bin ich auf Platz drei, lediglich an manchen relevanten Suchbegriffen, wie Fischfoto, Fischbild bzw. Fischbilder fehlt es noch. *klopf, klopf*


Kein Wolperdinger, sondern ein Stachliger Teufelsfisch (Inimicus didactylus)

Und so trudeln pro Tag im Schnitt rund 60 Besucher ein. Ein wenig AdSense wurde auch geklickt und mit bisher 2,34 Dollar hat das Blog echt Potential, mich reich zu machen. 15 Klicks bei rund 6000 Einblendungen, davon träumt man doch, oder? 😉 Aber es ist ja ein reines Hobbyprojekt und was ich mittlerweile schon bei der Bestimmung der Spezies gelernt habe, war den Aufwand auf jeden Fall wert.

Meine anfängliche Postingfrequenz von zwei Tagen werde ich bis zum nächsten Tauchurlaub im Juni nicht durchhalten können. Zwar habe ich noch genügend passende Fotos, aber die Bestimmung von Röhrenwürmern und Krebsen ist schon eine Nummer heftiger, als die von Delphin oder Manta. Bis Ende Januar sind die Beiträge aber schon geschrieben und vielleicht habe ich ja noch Gelegenheit in unseren heimischen Tümpeln ein Aufnahmen zu machen – falls denn das Eis mal wieder wegtaut.

Plugin Landingsite und der schnelle Frank

Seit zwei Wochen habe ich das Plugin Landingsite von Frank Bueltge installiert.

Die Besucher einer Seite kommen viel über Suchmaschinen auf die einzelnen Artikel. Nicht immer finden sie das gesuchte und in der Regel ist das Suchverhalten dann so, dass die Besucher zu ihrer Suchmaschine zurück kehren und den nächsten Link nutzen.
Oft gibt es aber einen relevanten Artikel, der eben nur nicht in der Gunst der Suchmaschine war und der Besucher bekommt diesen nie zu lesen, da er ja meist nicht die ganze Website analysiert. Das WordPress- Plugin Landing Sites übernimmt diese Arbeit für den Besucher. Wenn das Plugin in den Blog eingebaut ist, so werden Besucher, wenn er von einer Suchmaschine kommt, ähnlich relevante Artikel angeboten. Das ist sinnvoll, denn nun bekommt der Besucher sofort die nötigen Infos und verbleibt damit länger auf der Seite und wird vielleicht ein potenzieller Leser.

Das Plugin werden nur Besucher bemerken, die über Suchmaschinen auf meine Seite kommen. Dabei handelt es sich häufig nur um Leute, die nach irgendwelchen nackten Tatsachen suchen. Denen präsentiere ich dann alternative Beiträge und ein Googlebanner.

Gestern habe ich aber gemerkt, dass das nur für normale Suchanfragen funktioniert, nicht aber für Besucher, die die Bildersuche von Google benutzen. Da das bei mir aber rund 25% der Suchmaschinenbesucher ausmacht, habe ich Frank einfach mal angeschrieben, ob es da eine Möglichkeit gibt. Zwei Stunden später hatte ich dann schon eine Mail im Postfach und konnte eine aktualisierte Version runterladen. Leider zeigt die zwar die die URL der Grafik, statt dem Suchbegriff, aber vielleicht kommt ja auch da noch Abhilfe von Frank.

Die meistgeklickte Grafik im Blog ist übrigens Kamasutra aus dem Beitrag Kamasutra früher und heute.

Heute vor zwanzig Jahren

Das ist mein Beitrag zu Horsts Blogparade gegen Nazis.

Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“ hat Franz-Josef Strauß mal verkündet und die bayerische Staatsregierung hat sich auch immer an dieses Motto gehalten und die Umtriebe der Neonazis in Bayern lange ignoriert, als Einzelfälle deklariert oder zugereisten Ossis in die Schuhe geschoben. In Wirklichkeit gibt es aber diese rechte Szene in Bayern schon viel länger als Deutschalnd wiedervereint ist. In Wunsiedel feierten sie schon am Grab von Rudolf Hess, da wußten die Sachsen noch nicht einmal, dass es die NPD auf dem Stimmzettel gibt.

Heute vor zwanzig Jahren, am 17.12.1988 hat in Schwandorf der Neonazi Josef Saller das “Habermeierhaus” angezündet. In den Flammen kam eine dreiköpfige türkische Familie um – Osman Can (49), Ehefrau Fatma (43) und Sohn Mehmet (11). Getötet wurde auch  Jürgen Hübener (47). Das Landgericht Amberg verurteilte den Autolackierer Saller damals zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten. Wegen Brandstiftung wohlgemerkt!

Wenn also vor ein paar Tagen in Passau Polizeichef Alois Mannichl von rechtem Gesocks fast umgebracht worden wäre, brauchen unsere Politiker nicht zu tun, als wäre das etwas, was gänzlich unerwartet kam. Nicht einmal die nachfolgenden Forderungen sind neu. NPD-Verbot tönt es einmal mehr und ich garantiere Euch, in zwei Wochen hören wir wieder kein Wort mehr von denen, die jetzt das Maul so aufreissen. Bringen würde das Verbot sowieso nichts. Bis es durch wäre, hätte sich schon längst eine Nachfolge”partei” gegründet. An der Behebung der Ursachen indes möchte sich dagegen keiner die Finger verbrennen. Eine zu ausländerfreundliche Politik, die auf Toleranz und Miteinander setzt, würde Stimmen kosten. Zwar wird das keiner offen sagen, aber das rechte Gedankengut ist weit verbreitet. Ihr erinnert Euch?

„Wenn eines Tages ein Bus voller Türken im Ort ankäme, würde keiner eine Wohnung vermietet bekommen.“ Dafür sorge er persönlich. „Für solche Fälle gibt es nämlich eine Kasse in der Gemeinde, aus der die leer stehenden Wohnungen ein halbes Jahr bezahlt werden.“ (AZ)

Leute wie Frieder Herold gibt es viele in bayerischen Landen.

Sprachprobleme?

Vor ein paar Wochen habe ich im Radio ein Interview mit dem schweizer Schriftsteller Nicola Bardola gehört, der seit langer Zeit in München lebt. Viel ist davon nicht in meinem Kopf hängengeblieben, aber ein Satz doch. Sinngemäß meinte er, dass es wohl für einen Deutschschweizer nichts Schlimmeres gäbe, als wenn er dem deutschen Fernsehen ein Interview in vermeindlichem Hochdeutsch gibt und das dann bei der Ausstrahlung trotzdem untertitelt wird.

Bildquelle: Wikipedia

Durch so manchen Besuch in St. Gallen (zugegeben, die Ostschweiz sehen viele Eidgenossen nicht Schweiz an) verstehe ich zumindest ein wenig Schwizzerdütsch und brauche mich in Geschäften nicht immer sofort als Ausländer outen. Muss ich dann nachfragen, schwenkt so mancher Schweizer sofort auf Hochdeutsch um. Dabei geht es ihnen nicht anders als so manchen Bayern, Franken oder Sachsen. Der Sprecher meint, er würde nicht mehr Dialekt reden, was natürlich fast nie stimmt.

In Zürich ist das wohl ein wenig anders. Das Bemühen der Schweizer, sich ihrem Gegenüber verständlich auszudrücken ist da nicht so verbreitet. Viele Tüütschi versuchen da scheinbar ihre Herkunft zu vertuschen. Daniela Jaschob beschreibt heute in der NZZ ihren Leidensweg als Exilhamburgerin in Zürich, ihr Beinahescheitern beim Bäcker und ihrer Isolierung vom Rest der Zürcher Bevölkerung. Konsequenz war natürlich ein Züritüütsch-Kurs. [lesenswert!]

In der Grundschule hatten wir eine Lehrerin aus dem hohen Norden, die meinte, uns das Bayerische abzuerziehen. Wir würden uns später viel leichter tun und vorallem leichter schreiben lernen. Mittlerweile weiß man, dass das Käse ist und man trotz gesprochenem Dialekt richtig schreiben kann. Nur im gesprochenen Wort kommt da die lokale Verwurzelung immer wieder durch. Als Beispiel möchte ich nur die Vereidigung unsere neuen Landesvaters Horst Seehofer anführen, der für diesen feierlichen Moment alle hochdeutschen Register zog, die ein Ingolstädter zu bieten hat.

Seit ich die Neue Züricher Zeitung (NZZ) im Feedreader habe, gibt es auch immer Floskeln, die man bei uns nicht kennt und bei denen man immer wieder kurz stutzt. Beispiel gefällig?

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht in Lausanne gezogen werden.


Nikolaus und vergleichbare Wintergestalten

Mit meinem fränkischen Arbeitskollegen am Schreibtisch gegenüber habe ich schon manche Diskussion über die richtige Aussprache von bestimmten Wörtern gehabt. Als Oberpfälzer wird man sich mit einem Mittelfranken da natürlich nie einig. Zu unterschiedlich sind die Wurzeln der Sprachen.

Aufklärung bingt jetzt die Bayerische Landesbibliothek. Sie hat einen Sprechenden Sprachatlas von Bayern ins Netz gestellt. Viele Sprachproben von Urgesteinen der verschiedenen Gegenden Bayerns sind darin zu finden. Unbedingt hörenswert! Ich sag nur Sprachlabor Oberpfalz!

via Heise

Meine Fischfotos bei fisch-fotos.de

Geschätzte 3000 Fotos von Fischen aus dem Roten Meer, dem Indischen Ozean, dem Indopazifik und aus heimischen Tümpeln habe ich auf meiner Festplatte liegen. Ein großer Teil davon dümpelt unkatalogisiert zusammen mit Fotos von nackten Frauen Winter- und Sportfotos im Fotoalbum. Da wurde es Zeit, endlich etwas eigenes dafür aufzuziehen.

Nachdem ich mich vorgestern dann den halben Abend über Domaingrabber geärgert habe, die bereits alles registriert hatten, was ich mir so vorstellte, entschied ich mich dann für www.fisch-fotos.de. Ab sofort gibt es dort also die fotografische Essenz aus meinen zahlreichen Tauchgängen. Und wie es sich so gehört, stehen die Foto natürlich unter Creative Commons Lizenz für die freie nichtkommerzielle Verwendung.

Vielen Dank auch noch an Rezepteblogger Alin, der mir bei der Anpassung der Suchfunktion tatkräftig unterstützte. Diese Kokosmakronen schauen übrigens superlecker aus!

Hier geht es zu den Fischfotos!

iTunes macht nur bei Scheißalben Sinn!

AC/DC-Sänger Brian Johnson hat 1live ein Interview gegeben. Darin gibt er Auskuft zur Entstehung vom neuen Album Black Ice und wie er sich auf ein Livekonzert vorbereitet. Am aufschlußsreichsten war allerdings die Antwort auf die Frage, warum man AC/DC nicht bei iTunes findet:

Und wir sind die einzige Band der Welt, die noch nicht bei iTunes unterschrieben hat. Worauf ich weder stolz bin, noch schäme ich mich dafür. Mir ist es nur wichtig, dass unsere Fans ein richtiges, physikalisches Album kaufen können, statt eines Downloads, was ja die aktuelle Entwicklung ist. Und für mich nur Sinn macht, wenn ein Album richtig scheiße ist und es reicht, sich da zwei Stücke rauszupicken und die zu brennen. Aber wir glauben, dass die Leute in unserem Fall ein komplettes Album hören sollten. Deshalb ist es auch das günstigste auf dem Markt. Es hat 15 Songs, und wird in den USA für 11,90 Dollar angeboten – was sieben Euro entspricht. Von daher ist es billiger als iTunes. Und das sollen die erst mal unterbieten. Ganz abgesehen davon, dass es immer gut ist, den großen Jungs den Mittelfinger zu zeigen.

via cimddwc

Bin ich der billige Jakob?

Letzte Woche habe ich einen Brief von einer Firma bekommen, die laut Googlemaps direkt an der Kreuzung von A94 und A99 beheimatet sein dürfte. Darin wird mir ein Produkt meiner Wahl im Wert von sagenhaften 25 Euro versprochen, wenn ich hier über den Geschenkeshop der Firma schreibe:

Durchstöbern Sie auf [xyz.de] unseren Geschenkeshop und suchen Sie sich ein Produkt im Wert von bis zu 25 Euro aus. Sie bekommen dieses völlig kostenlos zugeschickt!
Alles was Sie dafür tun müssen: Schreiben Sie in Ihrem Blog www.stoibaer.de einen Beitrag über unseren Shop, ein bestimmtes Produkt, über Geschenke im Allgemeinen oder auch über diese Aktion und verlinken Sie dabei auf unseren Shop (egal ob auf die Startseite, ein Produkt oder auch eine Kategorie).

Nachdem dieses tolle Angebot schon im Papierkorb lag, habe ich es doch nochmal herausgefischt und mir kurz angesehen, woraus ich da überhaupt so hätte wählen können. Das Angebot besteht zu einem großen Teil aus Erotikartikeln. Ein Busenmemo oder einen Kondomspender gibt es da. Na da freut man sich doch immer, wenn man sowas geschenkt bekommt, oder? Die restlichen Artikels des Shops kann der Beschenkte dann später direkt für den nächsten Flohmarkt gebrauchen. Wie naiv muss man eigentlich sein, dass man meint, auf diesen Weg würden die Blogger Werbung für einen machen?

Lehne dankend ab

Zusammen mit einem Vereinskollegen habe ich für die Seite unseres Fahrradvereines einige Tourenvorschläge in der nördlichen Oberpfalz gemacht. Wenn man so eine Tour erstellt, macht das einige Arbeit. Erst muss man die Strecke abfahren, dann bei (in unserem Fall) Bikely die Tour nachzeichnen und vorallem eine Tourenbeschreibung schreiben. Dazu dann noch gegebenenfalls ein paar Fotos und ein Höhenprofil.

Gestern dann die Mail eines Outdoor-Startups, das seit Anfang September aktiv ist:

Hallo Thmomas und Vereinsmitglieder, habe gerade eure website gefunden. Tolle Tourentipps und -berichte. Schaut doch mal auf [Webseite des Startups]. Vielleicht habt ihr ja Lust, Eure Touren dort kostenfrei mit detaillierter Karte etc. abzubilden. Wenn ihr Interesse habt, meldet euch bitte bei mir unter [Mailadresse]
Danke! Freundliche Grüße aus Immenstadt im Allgäu!

Denken die wirklich, wir erstellen mühsam Tourentipps, damit wir die denen dann schenken? Naja, immerhin bräuchten wir ja nichts zahlen, damit die sie mit Werbung auf ihrer Seite einstellen. Sehr freundlich aber auch. Passend zu dieser Mail hat Matthias heute einen schönen Beitrag geschrieben, den die sich mal zu Gemüte führen sollten.