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Prof. Rainer Mausfeld: Die Angst der Machteliten vor dem Volk

Veröffentlicht im Februar 2017 von KenFM. Aktueller denn je.

Wie kann es sein, dass wir z. B. in der BRD den größten Niedriglohnsektor der Welt haben und sich diese Massen nicht zusammenschließen, um den Verteilerschlüssel des Kapitals zu korrigieren? Wie kann es sein, dass 2016 nur acht Personen so vermögend sind wie 3,7 Milliarden, sprich die ärmste Hälfte des Planeten, und dennoch alles so läuft, als gäbe es diese Information nicht?

Das Machtsystem “Neoliberalismus” hat es geschafft, nahezu unsichtbar zu werden und zu herrschen. Es ist auf allen Feldern aktiv, während es gleichzeitig so fassbar ist, wie eine grüne Schlange im schlammigen Wasser. War da was?

Prof. Rainer Mausfeld ist eine Koryphäe, wenn es um das Enttarnen von Eliten-Macht geht. Sein aktueller Vortrag „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“ hilft dem einzelnen, die Ohnmacht zu überwinden, die jeden beschleicht, wenn er versucht, im Alleingang das System zu durchschauen. Die Chance auf Veränderung beginnt im Kopf. Wissen ist der Schlüssel. Mehr Wissen bei den Massen.

Wie sich das Onlineverhalten ändert

Früher hörte ich so manchen Händler jammern: “Die kommen alle zu mir, lassen sich beraten und probieren aus, dann sagen sie, sie überlegen es sich nochmal und gehen wieder. Daheim bestellen sie dann günstig bei einem Internetversender, der keine Beratung anbietet und viel weniger Fixkosten hat.” Ich muss gestehen, ich habe es eine Zeitlang auch so gemacht. Doch in vielen Bereichen hat sich der Preisunterschied relativiert und meist sind nur noch ein paar Euro um.  Gezielt versuche ich mittlerweile Umsatz lokal zu generieren.

Regelrecht umkehrt hat sich die Sache für mich bei Büchern und Musik. War es anfangs bequem, bei Amazon zu bestellen und alles nach Hause geliefert zu bekommen, trifft dies auch nicht mehr zu, seitdem wir im Ort nur noch eine Postfiliale haben. Da muss ich den Benachrichtigungschein aus dem Briefkasten fischen und kann das Päckchen frühestens am nächsten Vormittag abholen.

So stöbere ich jetzt immer bei Amazon, was es so gibt, notiere mir die ISBN-Nummer und bestelle dann bei meinen kleinen Buchhändler im Ort per Mail. Am nächsten Tag halte ich dann am Heimweg von der Arbeit kurz an, hole das Buch oder die CD und zahle bar. Ich brauche weder Verpackung entsorgen, noch Kontoauszüge kontrollieren. Wenn etwas nicht passt, mache ich das vor Ort aus. Alles in allem für mich weit komfortabler als beim Onlinehändler.

Seriös verkaufen geht anders

Wir haben eine Software im Einsatz, für die wir eine Einzelplatzlizenz besitzen. Da wir an anderer Stelle noch eine zweiten Arbeitsplatz benötigen, holte ich Preise ein. Eine zweite Einzelplatzlizenz kostet rund 800,- Euro, eine kleine Serverlizenz 3500,- Euro. Dazu kommen dann noch anteilig Wartung. Die Serverlizenz hätte noch den Vorteil einer höheren Geschwindigkeit, da sie auf SQL-Basis arbeitet und nicht auf Access-Basis wie die Einzelplatzlösung. Aufgrund verschiedener Abwägungen und der geringen Einsatzzeit gab es aber für uns nicht viel zu überlegen und wir entschieden uns für eine weitere Einzelplatzlizenz. Natürlich möchte der Hersteller lieber seine größere Lizenz verkaufen und fragte nach, warum wir denn nicht die Serverlizenz nehmen würden, die doch soooo viele Vorteile bieten würde. Meine Antwort war dann einfach “zu teuer”. Und dann kam die Frage, für die ich am liebsten sofort die Geschäftsbeziehung beendet hätte: “Wo liegt denn Ihre Schmerzgrenze? Ich hab da schon noch Spielraum”. Ich nannte dann keinen Betrag  und empfahl ihm, er solle mir halt dann ernst gemeinte Preise schicken. Eine Stunde später kam dann ein Angebot das rund 1000 Euro unter dem ersten lag und dazu würde er die bestehende Einzelplatzlizenz zu 100% anrechnen, sprich alles in allem 1800 Euro günstiger als zuerst. Wie unverschämt kann man sein?

Lacher des Tages bei Heise

Hamburgs Datenschutzbeauftragter verhängt Bußgeld gegen Google:

Google muss in Hamburg für seine WLAN-Mitschnitte bluten*. Der für den Konzern in Deutschland zuständige hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Johannes Caspar hat gegen Google ein Bußgeld von 145.000* verhängt, geht aus einer Mitteilung hervor.

* Fettung von mir

Passend hat ein Kommentierer gleich festgestellt:

Google hat letztes Jahr rund 35 Mio. Gewinn pro Tag erwirtschaftet.
Damit beläuft sich das Bußgeld auf 0,004 Tagessätze.

Quelle: heise

Subvention für die Rauchmelderindustrie

433 Menschen starben 2009 in Deutschland durch Feuer oder Rauch. Zum Vergleich starben 4002 Menschen bei Verkehrsunfällen und 8503 Menschen bei Stürzen. Leider habe ich keine Daten für Bayern gefunden, aber wenn ich von der Bevölkerungsverteilung in Deutschland ausgehe, dürften von den 433 Toten zwischen 70 und 80 auf Bayern entfallen. Und dafür werden jetzt also die 5.700.000 Wohnungen in Bayern mit Rauchmeldern zwangsausgestattet. Ich glaub, wir haben alle ein Vogel.

Manchmal fragt man sich wirklich, wie leicht sich Politiker von den Phobien anderer Menschen beeinflussen lassen oder wer da welchen Politiker Geld steckt, damit der eigene Wirtschaftszeig so subventioniert wird, wie es jetzt durch die beschlossene Rauchmelderpflicht getan wird.

Warum ich mir wohl keinen Peugeot kaufen werde

Mein Passat hat derzeit 460.000 km am Buckel und mittelfristig werde ich mich wohl nach einem neuen fahrbaren Untersatz umschauen müssen. Im Bekanntenkreis sind einige Peugeot unterwegs und vor Ort gibt es auch eine Werkstatt mit relativ gutem Ruf. Jetzt habe ich aber eine Story gehört, die ich zuerst gar nicht glauben konnte. Beim Peugeot 307 eines Kumpels hatte die Ölwanne einen Riss, wie es ja immer wieder mal vorkommen kann. Bei meinem Passat brauchte ich auch schon mal einen neue Ölwanne, weil das Gewinde der Ablaßschraube kaputt und zu wenig “Fleisch” für ein neues Gewinde da war. Meine war damals über Nacht beim Händler und am nächsten Tag konnte ich wieder fahren.

Beim besagten Peugeot 307 war das leider keine so schmerzlose Aktion. Scheinbar haben die Franzosen ein größeres Problem, was die Lieferung von Ersatzteilen angeht. Sage und schreibe drei Wochen hatte mein Kumpel sein Auto in der Werkstatt, weil angeblich europaweit keine Ersatzölwanne zu liefern war. Mehrmals wurde er vertröstet und dem Besitzer der Werkstatt war es natürlich mehr als peinlich. Damit das Auto überhaupt wieder fahrbereit wurde, entschloß man sich dann, die Ölwanne schweißen zu lassen. Ob das dauerhaft hält ist die andere Frage. Aber vielleicht kommt ja bis Weihnachten das Ersatzteil. Für mich, wo ich aufs Auto beruflich angewiesen bin, ist so ein Fall ein absolutes KO-Kriterium. Ersatzteile für aktuelle Modelle müssen einfach kurzfristig lieferbar sein. Noch dazu wenn es sich um Teile handelt, die öfters mal kaputt gehen.

Erlkönige

BMW verziert seine Erlkönige ja immer mit schönen verwirrenden Mustern, damit man es schwerer hat beim fotografieren. Allerdings fällt man trotzdem auf, wenn man auf der Autobahn auffährt wie Henker. Ich kann mich noch gut erinnern, als vor ein paar Jahren ein Testfahrer von Daimler eine Frau von hinten bedrängte und es dann einen tödlichen Unfall gab. Klar ist es dem LKW in diesem Fall herzlich egal, wie nah die Helden hinten auffahren, dem Image von BMW ist es wohl trotzdem nicht zuträglich.

Die Strafe folgte übrigens kurz darauf. Zwei Kilometer weiter stand eines dieser Fahrzeuge dann mit rauchendem Motor auf dem Parkplatz.

Positives von Jack Wolfskin – endlich mal wieder

Ich kann mich noch gut an meine Jugend erinnern, als wir noch harte Jungs waren und in schlechter Ausrüstung im Winter das Zelt im Schnee aufschlugen. Dann kam langsam die Outdoorindustrie in Gang und als dann auf einmal ein Produkt nahmens Gore-Tex auf den Markt kam, schneiderten diverse Hersteller die lustigsten Teile daraus. Schöffels Gore-Blouson gab es in den schrecklichsten Farben und auf Ski plusterte sich das Teil so auf, dass man damit aussah wie das berühmte Männchen vom Reifenhersteller Michelin. Bei Odlo erinnere ich mich noch an eine eng geschnittene Jacke, unter der man stank wie ein Iltis, einem Problem, mit der die Sportunterwäsche der Firma noch heute kämpft. Jack Wolfskin kam damals auch grad richtig auf den Markt und ich muss sagen, die Marke war damals echt in. Gut, der Markt war damals noch überschaubar. The North Face war unbezahlbar und Fjäll Raven doch eher was für die jagende Zunft. Nein, Jack Wolfskin war anfangs ziemlich hip.

Davon ist leider nicht mehr viel übrig. Zunächst waren da Qualitätsprobleme und dann drängte man auf den Massenmarkt. In jedem Kaufhaus gibt es jetzt Produkte von Wolfskin und letzte Woche hab ich im Hof der Hühnerbrüterei im Nachbardorf schon die Fähnchen mit der Tatze gesehen. Die verkaufen dort nämlich auch Kinderkleidung und Fleecepullis mit dem Logo gehen scheinbar gut bei jungen Müttern. Die Werbung auf Fußballtrikots tat ihr übriges, dass Wolfskin in punkto Coolnessfaktor endgültig auf dem Level von TCM angelangt ist. Als dann noch das grandiose Eigentor mit der Dawandaabmahnung kam, meinte man endgültig, da ist Hopfen und Malz verloren.

Auch über die Ökologiebemühungen der Firma wird in Kennerkreisen nur geschmunzelt, aber mit dem Beitritt zur Fair Wear Foundation macht man jetzt einen richtigen Schritt in Richtung sozialer Kompetenz. Nach Mammut und Odlo ist das jetzt die dritte namhafte Marke, die sich der Organisation anschließt und mit einem Blick nach Franken ist zu hoffen, dass sich nun auch endlich einer der Großen besinnt und konsequent auf ethische Grundsätze bei der Produktion achtet.

Jack Wolfskin macht auf Abmahnmarke

Abmahnopfer wehrt Euch!

Früher als Jack Wolfskin anfing, war die Marke mal richtig cool. Unter einheimischen Outdoorfans war Jack Wolfskin angesehen und ich kann mich noch gut an ein Wintertreffen vom Ausrüster Lauche & Maas erinnern, als dort die Kollektion mit der Tatze von allen bewundert wurde. Das Preis-/Leistungsverhältnis war richtig gut und die richtig namhaften Outdoormarken kaum bezahlbar. Dann hat Jack Wolfskin sich entschieden auf Masse zu machen, die Qualität imho für ein paar Jahre zurückgefahren und als man sich dann irgendwann auch noch Werbefläche auf Fußballtrikot mietete, stand das Image der Marke für alles andere, aber nicht mehr für harte Jungs, die sich in der Natur aufhalten. Egal, meine Marke war es noch nie so recht, ausser zwei Radlerunterhemden und einem 10 Euro Fleecepulli aus der Wühlkiste hab ich kein Teil mit dem Tatzenlogo drauf.

Jetzt ist es auf jeden Fall ganz vorbei für mich. Jack Wolfskin ist nämlich wohl dazu übergegangen, alle Shops und Foren abzumahnen, die in irgendeinerweise ein Logo verwenden, die eine Pfote beinhaltet. Ganz egal, ob die in ganz anderen Farben und anderen Formen gehalten ist, ganz egal ob es sich um Hausfrauen handelt, die Einzelstücke nähen und über Dawanda verkaufen. Nein, es werden gleich mal Anwälte beauftragt, die auf Teufel komm raus die Abmahnkeule schwingen. Werden denn die Firmen nie schlauer? Musste doch Jako vor kurzem erst lernen, wie das Internet funktioniert.

Den Aufkleber oben gibt es übrigens hier zu bestellen und pro Sticker gibt es einen Euro für die Abmahnopfer.

5300 Euro für krebskranke Kinder

Logo Rückenwindlauf
Am 29. August fand in Garching der Rückenwindlauf zugunsten der Elterninitiative Krebskranke Kinder München e. V. statt. Von den 15 Euro Startgeld wurden 10 Euro für die Benefiz-Aktion abgezweigt und aufgrund zahlreicher anderer Spenden konnte jetzt ein Scheck über 5300 Euro für krebskranke Kinder überreicht werden.

Rückenwindlauf Spendenscheck

„Wir freuen uns über diese Zuwendung unglaublich“, sagte Hans Kiel, Vorsitzender der Elterninitiative, „da es wirklich an vielen Punkten fehlt.“ So sind etwa Musik-Therapien, spezielle Ernährungskurse, Eltern-Zimmer in Kliniknähe, eine vernetzte psychosoziale Nachsorge, die ambulante Tagesklinik, ein angemessener Personal-Schlüssel oder die Organisation kleiner Kinder-Feste nur dank privater Spenden machbar.

Übrigens heißt es am 7. August 2010 wieder rein in die Laufschuhe. Dann geht der Rückenwindlauf in die zweite Runde!

GM oder ein Land wird verarscht

Da sind sie die letzten Wochen alle zur Hochform aufgelaufen, die Steinbrücks und Guttenbergs. Rettungsaktionen für Traditionsunternehmen wie Opel kommen im Wahlkampf schließlich gut an und auch wenn man letztendlich gar nichts zu melden hat, kann man trotzdem so tun als ob. Wenn dann die Arbeitsplätze gesichert sind, lacht man in die Kamera und hat vielleicht ein paar Wählerstimmen gewonnen.

So hat man wochenlang verhandelt und Bieterkonzepte bewertet. Und diejenigen, die dann trotzdem alles entscheiden, nämlich die Chefs von General Motors, haben auf Zeit gespielt und verkünden jetzt, dass sie Opel behalten wollen. Das Ganze ist so traurig, dass es schon wieder zum lachen ist. So wundert es auch nicht, dass sich Torsten heute über die Geschichte ein wenig lustig macht:

26. August 2030, ein Montag:

Deutschland: Wie die Bundesregierung am heutigen Montag in einer offiziellen Stellungnahme mitteilte, liegen für die inzwischen auf Gummistiefel und Lakritzschnecken spezialisierte Adam Opel AG mit Sitz in Tallinn (Estland) weiterhin Übernahmeangebote von 187 verschiedenen Bieterfirmen vor. Wie innerhalb der letzten 21 Jahren täglich verkündet, wird innerhalb der nächsten Stunden eine verbindliche Entscheidung getroffen, wer zukünftiger Eigentümer von Opel werden wird. Regierungskreise sind sehr zuversichtlich, dass der neue Eigentümer der Opel AG den vollständigen Erhalt der aktuell noch 17 Mitarbeiter sicherstellen wird.

to be continued

Verkäuferschafe

Eigentlich war es ja schon ein Fehler, letztes Wochenende überhaupt in die Regensburger Arcaden zu fahren. Schließlich gibt es ja auch das Donaueinkaufszentrum, das neben einer größeren Auswahl an Geschäften auch noch 3600 kostenlose Parkplätze für seine Kunden bereithält. Stattdessen haben wir nach einer guten Stunde 1,70 Euro Parkgebühr gezahlt. Und das, nachdem wir rund 200 Euro in dem Shoppingcenter gelassen haben. Das Schimpfen des Familienvaters vor mir am Parkautomat hab ich übrigens noch gut in den Ohren. Nochmal 5,20 Euro zu löhnen, wenn man dick bepackt aus der Einkaufsmall kommt? Da kann man schon seinen Hass kriegen!

Drei Jeanshosen habe ich mir gekauft. Die Verkäuferinnen haben sie mir schön eingepackt und heute wollte ich eine davon anziehen. Bereits als ich die Preisschilder abmachen wollte, hat es schon ein wenig sonderbar gescheppert. Grund war der Diebstahlschutz, der noch am Hosenbein angebracht war.

Diebstahlschutz

Mal abgesehen davon, dass kein Alarm beim Verlassen des Geschäftes losging, darf man sich schon fragen, wofür diese Schafe im Geschäft überhaupt bezahlt werden, wenn sie nicht mal bis drei zählen können? Was also tun? Nochmal Parkgebühr bezahlen und alles in allem eine Stunde Zeit verplempern? Ne, da hab ich lieber den Akkuschrauber und einen 3er Bohrer genommen. Eine Minute später war das Problem gelöst.

Diebstahlschutz gelöst

Was die Firma Nuntio mit Barbara Streisand gemeinsam hat

Seit Barbara Streisand mal den Fotografen Kenneth Adelman verklagte, weil eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens zu finden war und anschließend die Öffentlichkeit erst auf das Foto aufmerksam wurde, gibt es den Begriff Streisand-Effekt:

 Der Versuch, bestimmte Informationen zu entfernen, kann dazu führen, dass diese noch stärker verbreitet werden.

Vorgestern musste dies Seoline lernen und als nächstes ist wohl die österreichische Firma Nuntio dran. Wie das Polilog berichtet, suchte Hannes Offenbacher in Facebook nach einem kreativen Filmemacher in Wien. Seine Anfrage bekam als erstes eine Antwort von einem Michael Hollauf mit folgendem Inhalt:

Was immer Du tust, Finger weg von der Firma Nuntio. Gaaanz schlechte Erfahrungen…

Das gefiel der Firma Nuntio nun gar nicht. Aber statt sich mit dem Schreiber auseinanderzusetzen, nachzufragen, wie er zu der Ansicht kommt oder ihn evtl. höflich zu bitten, den Kommentar zu entfernen, wurde der Wiener Anwalt Alexander Scheer eingeschalten. Der hat dann gleich eine kostenpflichtige und mit Rechtschreibfehlern gespickte Abmahnung verfasst.

Tja, was soll ich sagen? Bei Google befinden sich aktuell auf Seite eins für den Suchbegriff “Nuntio” bereits drei Beiträge zu dieser Abmahnung. Warten wir mal eine Woche ab. Mal sehen, wie es dann aussieht. Scheinbar gibt es immer wieder Firmen, die es auf diese Art lernen müssen.

Mehr bei Frank oder Zweipunktnull

Wenn der Sprit zu billig ist

Wenn die Rohölpreise fallen, dann werden wieder Strecken gefahren, die es normalerweise nicht braucht. Was jeder von den halbstarken Freunden tiefergelegter Autos kennt, die Runde um Runde durch Dorf und Stadt fahren, macht sich jetzt auch Hapag-Lloyd zu eigen.  So kommt es, dass der Containerriese gestern angekündigt hat, zukünftig mit seinen Schiffen nicht mehr durch den Suezkanal zu fahren. Für den Weg nach Asien soll vielmehr wieder die längere Strecke rund ums Kap der guten Hoffnung genommen werden. Das dauert zwar sieben Tage länger, ist aber trotzdem wesentlich billiger, denn eine Passage durch den Suezkanal kostet die Kleinigkeit von 600.000 Euro! Und wie immer, wenn es ums Geld geht, ist das Umweltbewusstsein der Konzerne wieder in einem tiefen Loch verschwunden.

Die Frauen freuen sich

Eines vorweg: Firmenpleiten sind alles andere als erfreulich. Mal sind sie unvermeidlich und absehbar, mal ein Befreiungsschlag. Mal sind die Heuschrecken schuld oder es ist politisch gewollt. Es gehen aber immer Arbeitsplätze verloren, von denen viele Einzelschicksale abhängen.

Steven hat letzte Woche schon darüber berichtet, dass mit der Insolvenz von Schiesser wohl viele Frauen erleichtert aufatmen werden. Das Klischee vom Liebestöter aus Feinripp kennt jeder, indes zustimmen wird so mancher Mann dem nicht.

Mit der Pleite von Märklin verhält es sich ähnlich. Zwar spielen auch Kinder gerne mit Eisenbahnen und zu Weihnachten schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Mit einer Modelleisenbahn unterm Christbaum tut sich der Familienvater immer selbst einen Gefallen. Spätestens am zweiten Weihnachtsfeiertag wird das Geschenk des Sohnemanns beschlagnahmt und der Junior darf nur noch aus sicherer Entfernung zuschauen. Den Rest der Weihnachtsferien quengelt dann der Kleine bei der Mutter über den Erzeuger und ein Ehekrach ist vorprogrammiert – spätestens dann, wenn die Hausfrau mit dem Staubsauger den Gleisen zu nahe kommt. Unter diesem Gesichtspunkt trifft diese Karikatur den Nagel wohl auf den Kopf.

Märklin ist pleite

Doping im Biathlon

Jetzt tun sie wieder alle so furchtbar überrascht, obwohl sich doch jeder denken kann, dass es im Biathlon nicht sauber zugeht. Kamen doch letztes Jahr erst deutsche Sportler in Verruf, doch zwecks endgültigen Beweisen passierte weiter nichts. Wenn jetzt die drei Russinnen erwischt wurden, zeigt das nur einmal mehr: Wo Geld im Sport ist, wir gedopt und je mehr Geld im Spiel ist, desto weniger Interesse besteht, dass aufgeklärt wird. Was glaubt Ihr, warum im Fuentesskandal kein spanischer Fußballer gesperrt wurde, obwohl doch überall zu lesen war, dass einige Spieler verwickelt waren? Nee, wenn dem Biathlonverband wirklich was daran gelegen wäre, dann würden wohl ein paar Fälle mehr bekannt. Dafür greifen die üblichen Abwehrmechanismen. Kati Wilhelm, die jetzt das gelbe Trikot übernimmt, ist überrascht und geschockt, die Österreicher dementieren und alle behaupten, dass es sowas in der eigenen Mannschaft nie geben würde. An welche Sportart erinnert mich das nur alles?

Ein Dopingopfer?

Eine der größten Gefahren beim Blut- und EPO-Doping sind Thrombosen und Embolien. Grund ist das eingedickte Blut, das durch den erhöhten Anteil der roten Blutkörperchen im Blut entsteht (erhöhter Hämatokritwert).

Es gibt viele Zeugen, die berichten, dass bei großen Rundfahrten Anfang der 90er Jahre die Radler nachts in den Hotelgängen auf und ab gehen mussten, um ihre Blutzirkulation wieder in Gang zu bringen. Auch ein 20 minütiger Kopfstand war geeignet den Wert um bis zu 3,1 % zu verringern, aber die Fahrer versuchten es am Abend dann doch lieber mit längerem Hochstellen der Beine. Ein Pulsmessgerät diente während des Schlafs als Alarmgerät sobald der Puls auf einen besorgniserregend niedrigen Wert sank.
Quelle: Cycling4Fans

Vergangene Nacht ist der Belgier Frederiek Nolf, während der Katar-Radrundfahrt, tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden worden.

Sie kapieren es nicht

Hat die Bahn doch gestern erst bewiesen, dass sie in Sachen Internet noch kräftig Nachhilfeunterricht braucht (den sie mittlerweile auch bekommen hat), so legt sich jetzt C & A mit der Bloggerwelt und vorallem mit der mächtigsten Internetfirma der Welt an. Der Textildiscounter mahnte heute kostenpflichtig die Seite die-topnews.de ab, weil über Google AdSense, in einem kurzen Bericht zu einem Kindercasting, Werbung für die Konkurrenz eingeblendet wird. Abgesehen von dem zu erwartenden Imageschaden für C & A, denke ich mal, dass Google dem abgemahnten Blogger gerne anwaltliche Unterstützung gewähren wird. Sollte das nämlich einfach so durchgehen, würde ja die Geschäftsgrundlage von Google in Deutschland in Frage gestellt. Ob sich da mal C & A nicht eine blutige Nase holt …