Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Carlos Slim ist der reichste Mann der Welt

Carlos wer? Als ich den Namen gelesen hab, dachte ich zuerst, das wäre vielleicht der Chef von Slim-Fast. Aber weit gefehlt. Der Mann der jetzt reicher ist als Bill Gates und aussieht wie William Conrad, kommt aus Mexico und ist laut SpOn Chef des Mobilfunkkonzerns America Movil. Seine Aktien sind derzeit 67,8 Milliarden Dollar wert, was etwa sieben Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung Mexikos ausmacht. Das behauptet zumindest das Finanzmagazin “Sentido Comun”.

Ein neues Handy und alle drehen durch

Eines muss man Apple schon lassen. Das Marketing fürs iPhone war mal wieder perfekt. Da bringen die ihr erstes Mobiltelefon auf den Markt und die halbe USA dreht durch und stellt sich in Schlangen an, nur um eine Handy ohne Tasten zu bekommen. Weil es stylish ist, weil es ein Kultobjekt sein wird, weil weil weil. Da hüpfen Amis vor Freude aus dem Stand einen halben Meter in die Luft, nachdem sie so ein Teil teuer kaufen durften und fallen voll auf die Werbemasche von Apple rein. Wo sind die kritischen Stimmen, die mal den ganzen Hype hinterfragen? Wer in aller Welt glaubt wirklich, dass sich mit so einem Handy die Lebensqualität verbessert? OK, die der Appleaktionäre schon, aber die der Besitzer auch? Denkt doch mal nach Leute!

Es holt sie alle ein

Heute Abend also Jörg Jaksche bei Spiegel TV. Auch wenn das Ganze weit weniger ausführlich war, als man erhofft hätte (schließlich möchte man die Printausgabe auch noch verkaufen), eines hat es doch bewiesen: Der Dopingsumpf im Radsport zieht sich durch alle Mannschaften. Bemerkenswert ist für mich vorallem die Tatsache, dass Jaksche nur einen einzigen Fahrernamen nennt. Neben Teamleitern und Trainern zählt er ausgerechnet den Vorzeigesaubermann Jens Voigt auf. Gerade den sympatischen Voigt hätte man nach dem Outing von Erik Zabel gerne als letzten fairen Fahrer im Kopf gehabt. Schließlich trat auch der in letzter Zeit als vehementer Dopingkritiker auf, auch wenn er dabei schon ein wenig ruhiger geworden ist. Schließlich gilt sein Team CSC, mit dem gedopten Toursieger Byarne Riis als Chef, zu dem am meisten belasteten Teams der Szene.

Es bleibt aber trotzdem abzuwarten, ob die Verbände jetzt endlich richtig reagieren und es das dringend benötigte Geld für die NADA gibt. Mit einem Minibudget von 1,8 Millionen Euro im Jahr für alle Sportarten kann nicht einmal ansatzweise eine vernünftige Kontrolle erfolgen. Vorher muss aber beim Bund Deutscher Radfahrer selbst erst noch ein Umdenken stattfinden. Besser wäre wohl noch ein Führungswechsel. Wenn nämlich ein BDR-Chef Rudolf Scharping einem Reporter wegen seiner Nachfragen zu den Vorwürfen gegen den Stellvertreter Udo Sprenger mit den Worten droht: “Mal sehen, ob ihre Vorgesetzten das auch so sehen”, dann hat er an der Spitze dieses Verbandes nichts mehr zu suchen. Aber wahrscheinlich müssen erst alle großen Sponsoren abspringen und sich der Sport gesund schrumpfen.

Bayern ohne Geld

Wer heute in Bayern Geld aus dem Automaten seiner Sparkasse wollte, der hat es schnell selbst bemerkt. Ein Ausfall im Rechenzentrum der IZB hat bewirkt, dass alle Geld- und Überweisungsautomaten ausser Betrieb waren. Auch das Onlinebanking war betroffen. Auch die ganzen internen Anwendungen, die die Mitarbeiter für ihre tägliche Arbeit benötigen waren ausgefallen und so wurde es ein ruhiger Tag für alle Mitarbeiter. Nur nicht für die, die den erbosten Kunden Rede und Antwort stehen mußten.

Die kompletten EDV-Anwendungen fast aller Sparkassen im Freistaat wurden vor Jahren schon outgesourced. Die IZB hat ihren Sitz in Aschheim bei München und wirbt auf Ihrer Webseite mit folgendem Vorteil für die Kunden:

Diese Qualitätssicherungsmaßnahme dient auch als Vertrauensnachweis gegenüber unseren Kunden. Der Kunde kann sicher sein, dass für den Sicherheitsbereich Rechenzentrum alle erdenklichen Maßnahmen getroffen wurden gegenüber

  • Gefährdung durch Kriminalität (von Einbruch, Vandalismus über Sabotage bis hin zu einem Anschlag)
  • Betriebstörungen (Ausfall Stromversorgung, Klima, Kommunikation oder Sicherheitseinrichtungen, magnetische Störungen)
  • höherer Gewalt (Feuer, Wasser, korrosive Gase, Explosion, Trümmerlasten, Blitzeinschlag)

Na dann. Den Mitarbeitern der großen Supermärkte nutzt das nichts. Weil die Karten der Kunden nicht funktionierten und viele nicht genug Bargeld bei sich hatten, mußte der Inhalt so manches Einkaufswagen bei Kaufland oder Real gestern wieder zurück ins Regal geräumt werden.

Probescan von expressdia.de

Vorgestern hab ich mal gefragt, wer Erfahrungen mit Scandiensten hat. Hintergrund ist, dass ich mit Freunden 1991 den Kilimanjaro bestiegen habe und mein unleserliches Reisetagebuch 1.0 von damals ins Web 2.0 Format gebracht habe. Fotografiert habe ich damals alles auf Kleinbilddias und diese 200 Fotos möchte ich jetzt digitalisieren, damit ich die Einträge auch ein wenig bebildern kann. Neben vielen anderen Firmen habe ich auch Expressdia.de gefunden, zu denen man einmalig ein Probedia schicken kann, das dann kostenlos digitalisiert wird. Gestern per Briefpost abgeschickt, heute schon die Mail mit dem JPG bekommen.

Aufstieg zum Kilimanjaro

Das Bild kam in einer Auflösung von 3550 x 2230 Pixel und einer Dateigröße von 3,6 MB. Mit der Farbqualität bin ich relativ zufrieden, denn als Vorlage habe ich nicht gerade das allerschönste Foto vom Kibo eingeschickt. Außerdem kann man ja heutzutage alles nachbessern. Ein wenig enttäuscht bin ich nur, dass die Verunreinigungen vom Bild nicht besser entfernt wurden. Ich habe mal einen Ausschnitt entsprechend vergrößert:

Schmutz

Ich werde jetzt mal noch ein wenig im Web stöbern und falls ich nicht noch einen günstigeren Anbieter finde, werde ich dort für 19 Cent pro Bild den Auftrag erteilen.

Was ist ein Light-Produkt?

Von ALDI haben wir eine Packung Kartoffelsnacks mit nach Hause gebracht. In zartblau hat der Discounter die Marke BeLight – Leichte Linie” eingeführt. Da Kartoffelchips ja einen miserablen Ruf haben, was den Kalorien- und Fettgehalt angeht, platziert man also Produkte, die für die schlanke Linie besser geeignet sein sollen.

BeLight Chips

Ist das wirklich so? Vergleicht man mal mit den Produkten von Chio, stellt man fest, dass normale Kartoffelchips so um die 550 Kalorien/100 g haben. Geschmacklich kann man die BeLight aber keineswegs mit herkömmlichen Kartoffelchips vergleichen, eher schon mit Tortillia Chips, die so um die 500 Kalorien je 100 Gramm und einen Fettgehalt von 24% haben. Die BeLight haben pro 100 Gramm 399 Kalorien und eine Fettgehalt von 10%. Dazu gibt es dann noch die obligatorischen Geschmacksverstärker. Ich möchte jetzt nicht von einer Light-Mogelpackung sprechen, die Chips haben ja wirklich deutlich weniger Bauchfettunterstützer, aber wirklich zum Abnehmen geeignet ist dieses Light-Produkt sicherlich nicht. Vielleicht bin ich aber auch komplett auf den Holzweg und das “Light” bezieht sich auf den Packungsinhalt. Dann macht es nämlich schon Sinn, denn die 125 Gramm in BeLight haben wesentlich weniger Kalorien als die sonst üblichen 175 Gramm Packungsinhalt bei Chio und Co.

Wie man 50.000 Mitarbeiter verarscht

Die Lösung hat ver.di gestern präsentiert. Da stichelt man wochenlang die Gewerkschaftsmitglieder an und lässt sie streiken. Man baut Druck auf den Arbeitgeber auf und am Ende wird man so klein abgespeist. Jeder Servicemitarbeiter wird also ausgelagert und muss vier Stunden pro Woche mehr arbeiten. Dafür, dass er mehr arbeitet muss, kriegt er aber ab 1. Januar 2009 um 6,5 Prozent weniger Lohn.

Abgesehen von dem Versagen der Gewerkschaft, meine Frage an die Verantwortlichen der T-Com: So soll also der miese Service der T-Com besser werden? Das ist in meinen Augen wieder eine der vielen Umstrukturierungen, die die Telekom in den letzten Jahren dazu gebracht haben, wo sie jetzt sind: Am Rande des Abgrundes. Die Schuld darf man aber nicht den Mitarbeitern geben, die müssen es jetzt nur einmal mehr alles ausbaden.

Kill Bill 10

Hinweis: Dies ist kein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Tobit hatte zu Netware Zeiten schon einen guten Namen für ihre Faxlösung. Nach dem Umstieg von Faxware auf das Nachfolgeprogramm David mutierte die Software immer mehr zur eierlegenden Wollmilchsau, die immer aufgeblähter wurde. Auch sonst hat mich das Produkt dann nicht mehr recht überzeugt und so sind wir auf eine andere Software umgestiegen. Mittlerweile gibt es von David die Version 10 und ich muss zugeben, die Werbung, die mir heute zum wiederholten Male unter die Nase bekam, finde ich klasse!

Kill Bill Volume 10

Neue Autos braucht das Land

Dreibein hat Angst um seinen Geldbeutel, wenn die Bundesregierung ein neues Steuermodell für Autos plant. Die etablierten deutschen Autobauer jammern wie immer vorbeugend, wenn sie umwelttechnisch mal in die Pötte kommen und ihre eigenen Versprechungen halten sollen. Erwin Huber hat scheinbar Angst um seinen protzigen Dienstwagen und sieht die Deutschen schon als “Nation der Kleinwagenfahrer“.

Ganz Deutschland leidet also an automobiler Depression. Ganz Deutschland? Nein, eine kleine Firma im bayerischen München trotzt dem Wehgesang und kündigt für 2009 ein Auto mit 1,5 Liter/100 km an, das mit gerade 20 PS trotzdem 160 km/h macht. Wem die 20 PS abschrecken, für den wird es ein 50 PS Modell geben, das dann 220 km/h fahren soll. Die Preise sollen für die Autos “Made in Germany” bei <11.000 Euro bzw. <15.000 Euro liegen.

Loremo

Bei Boje habe ich den Hinweis auf diese echte Innovation der Firma Loremo gefunden. Warum müssen erst immer die kleinen Firmen kommen, damit die großen Autobauer endlich ihre Neuerungen wieder aus den hintersten Ecken der Schubläden holen?

Ein Kochbuch, ein Rinderbraten und eine Abmahnung

Marion bietet auf Ihrer Webseite kostenlose Kochrezepte die man ausdrucken kann. Diese Rezepte sind alle mit Fotos illustriert, die teilweise recht gut sind. Die Seite finanziert sich offensichtlich mit Googlewerbung und erscheint für den Besucher als Hobby einer Hausfrau mit viel Zeit. Die Seite gibt einen den Eindruck (zumindest mir), hier würden Rezepte getauscht, wie es alle Hausfrauen bei jedem Kaffeekränzchen machen. Leider ist dem nicht so. Der Mann von Marion ist Folkert Knieper. Der ist Fotograf und hat all die gekochten Speisen und das viele Gemüse fotografiert. Jeder Fotograf möchte nicht, dass seine Fotos ungefragt verwendet werden. Das möchte auch Herr Knieper nicht. Kann man verstehen.

Marius von Maingold hatte in einem Betrag satirische Gemischte Doppel erstellt. Unter anderem hatte er folgende Paarung:

Rinderbraten - Printer raten

Da wo sich der Rinderbraten befand, war ein Foto von Herrn Knieper. Ihr wisst, was jetzt kommt? Richtig: Marius wurde abgemahnt. Und zwar mit einem Streitwert von 6000,- Euro. Leider habe ich das Foto von dem Rinderbraten nicht gesehen, aber 6000,- Euro für ein Foto von einem Stück Fleisch in der Größe ist in meinen Augen ein wenig arg abgehoben. Solche Fotos gibt es in Communities auch in Profiqualität kostenlos, in der Auflöung, in der es Marius verwendet hat gleich dutzendfach. Wenn man sich die ganze Geschichte durchliest und selbst ein wenig googelt, findet man schnell viele ähnliche Fälle und man könnte schnell annehmen, da steckt System dahinter. Da geht es wohl nicht mehr um das Recht am Foto, sondern um die schnelle Mark den schnellen Euro. Andernfalls hätte es eine Mail getan und das Problem wäre aus der Welt geschafft. Da schreibt Herr Knieper auf seiner Seite aber:

Eine Veröffentlichung ohne schriftliche Genehmigung und Quellenangabe wird von uns nicht toleriert. Wir haben bisher immer versucht, eine Einigung mit den betroffenen Webmastern zu erzielen, sind aber leider in fast allen Fällen gescheitert. Daher haben wir uns dazu entschieden, die Fälle unserem Rechtsanwalt zu übergeben.

Ob er wirklich jemand angeschrieben hat, nach ich nicht nachprüfen, Marius zählt wohl zu denjenigen, die gleich abgemahnt wurden. Er hat sich auf die Abmahnung nicht eingelassen und wird jetzt vor Gericht ziehen. Mal sehen was dabei rauskommt. Seine ganze Geschichte hier zum nachlesen: Abmahnung durch Folkert Knieper von Marions Kochbuch. Andere berichten auch über solche Fälle.

Bleibt nur zu hofffen, dass irgendwann ein Gesetz kommt, dass solche Bagatellen regelt, damit nur noch abgemahnt wird, wo wirklich eine absichtliche Verletzung des Gesetzes besteht oder wo jemand anderes wirklich einen finanziellen Vorteil zieht. Und damit meine ich nicht die 53 Cent, die eine Privatblogger pro Tag mit Adsense verdient. Immer wenn ich etwas über Abmahnungen höre, fällt mir sofort die Definition bei Kamelopedia ein:

Abmahnen ist eine Art Sozialhilfe für weniger begabte Anwälte, denen niemand richtige Fälle geben will. Um den Staat zu entlasten, wurde eine wahnsinnig komplizierte “Rechtsprechung�� etabliert, die die Kosten zufallsgesteuert auf einzelne Individuen verteilt.

Kern dieser Rechtsprechung ist, daß nicht der Mandant den Anwalt, sondern der Anwalt einen Mandanten auswählt. Normalerweise würde das keine Zahlungspflicht begründen, darum wurde zusätzlich das Instrument der “Geschäftsführung ohne Auftrag�� eingeführt.

Das funktioniert dann so, daß der Anwalt sich etwas ausdenkt, was jemand tut, das er aber nicht sollte und gegen das er sich einen Unterlassungsanspruch ausdenkt.

Statt diesen jetzt zu verklagen, schreibt der Abmahnanwalt dem jetzt, daß er ihn nicht verklagt, wenn er verspricht, das nie wieder zu tun und andernfalls viel, viel Geld zu bezahlen.

Nun verknoten wir unser Gehirn noch weiter und überzeugen uns davon, daß es ja für den Abgemahnten gut ist, nicht verklagt zu werden und schwupps, ist er der Mandant des Anwalts und muß diesen bezahlen. Die Höhe der Bezahlung richtet sich nach dem “Streitwert��, den der Anwalt sich vorher ausgedacht hat.

Normalerweise darf der Anwalt diese Form der Sozialhilfe nur in Anspruch nehmen, wenn er “legitimiert�� ist. Daher könnte der Anwalt sich einen Markeninhaber, Gebrauchtwagenhändler oder ein Fernsehgeschäft suchen und in deren Auftrag alle abmahnen, die eine “Marke verletzen��, “PS�� statt “kW�� schreiben oder “Zoll�� statt “cm��.

Er könnte auch die Einnahmen mit seinem Auftraggeber teilen, was aber verboten ist. Vermutlich, weil das des Anwalts Einnahmen schmälern würde.

Weitere Fälle von Abmahnungen durch Folkert Knieper von Marions Kochbuch:

http://www.bundesligaforen.de/board.php?boardid=203
http://www.bundesligaforen.de/thread.php?threadid=9014
http://www.bundesligaforen.de/thread.php?threadid=9006
http://www.finger.zeig.net/2007/01/10/nun-hats-mich-erwischt
http://www.mein-parteibuch.de/2007/01/12/fingerzeig-blog-wegen-broetchenfoto-abgemahnt/
http://www.nerdcore.de/wp/2007/01/13/marions-fotoscript/
http://www.ra-blog.de/2007/01/13/ein-brotchen-fur-6000-euro/
http://www.pcfreunde.de/artikel/detail-18-1/interview-marion-knieper-marions-kochbuch.html
http://www.firstbreeze.com/TI-Privatordner/Blogs/Hausbau/Archive/2006/12/froehliche-weihnachts-abmahnung
http://neinjaerledigtlos.wordpress.com/2007/01/14/abmahnung-gegen-fingerzeig/
http://abmahnung.blogger.de/stories/661809/
http://webthemen.de/16.01.2007.marions-kochbuch-im-abmahnwahn.html
http://grendelsen.net/tao/?p=337
http://www.jensscholz.com/2007/01/bldchenabmahnung.htm
http://eldersign.de/2007/01/13/byebye-marion/
http://zappi.wordpress.com/2007/01/12/ein-konigreich-fur-ein-brotchen/
http://www.woweezowee.de/2007/01/16/rinderbraten/

Der Sinn des Lebens

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht hätte.

Der Mexikaner antwortete: “Ein paar Stunden nur. Nicht lange.” Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben sei, um noch mehr zu fangen. Der Mexikaner sagte, die Fische, reichten ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen.

Der Banker wiederum fragte: “Aber was tun Sie denn mit dem Rest des Tages?”

Der mexikanische Fischer erklärte: “Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe ins Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben.”

Der Banker erklärte: “Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis Sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York City umziehen, von wo aus Sie dann ihr florierendes Unternehmen leiten.”

Der Mexikaner fragte: “Und wie lange wird dies alles dauern?”

Der Banker antwortete: “So etwa 15 bis 20 Jahre.”

Der Mexikaner fragte: “Und was dann?” Der Banker lachte und sagte: “Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit ihrem Unternehmen an die Börse gehen; ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.”

Der Mexikaner sagte: “Millionen. Und dann?”

Der Banker sagte: “Dann könnten Sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen, eine Siesta mit ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit ihren Freunden Gitarre spielen.”

Nachtrag: Die Geschichte hat Heinrich Böll in anderer Form zum 1. Mai 1963 veröffentlicht. Ob von ihm das Original ist oder ob es die Geschichte schon früher gab, kann ich nicht sagen.