Der Mensch ist so pervers

1988 wurde in den USA das erste Patent für ein gentechnisch verändertes Säugetier erteilt. Die Krebsmaus wurde so manipuliert, dass sie in ihrem kurzen Leben automatisch an Tumore erkrankte. Das Erbgut von Mäusen deckt sich zu 95% mit dem von Menschen und da war so eine Maus natürlich ein willkommenes Versuchsobjekt. IQ – Wissenschaft und Forschung (Podcast zum nachhören: Genmanipulierte Mäuse – Nager stehen Modell“) hat sich Bayern 2 heute mit dem Thema beschäftigt.

Drei Stationen besuchte der Sender in Deutschland. Dabei hat es sich gezeigt, dass es dabei vorallem nach dem Prinzip „try and error“ geht. Da wird das Erbmaterial gezielt an verschiedenen Stellen verändert und anschließend analysiert man, wie sich das auswirkt. In Neuherberg bei München gibt es die „Deutsche Mausklinik“, wo diese Mäuse dann ausgiebige Tests durchlaufen. Eine Mitarbeiterin beschreibt beispielsweise, wie eine Blutdruck- oder EKG-Messung bei der Maus verläuft. Die betäubte Maus wird auf dem Rücken gelegt und mit den Füßen festgeklebt. An der Schwanzwurzel, den Fußfesseln und am enthaarten Bauch werden dann die Elektroden angebracht oder mit dem Ultraschallkopf gemessen.

Auf diesem Weg werden dann ab und an zufällig Mäuse mit Glasknochen, Alzheimer oder eben Krebsneigung entdeckt, für die man dann mit denen man dann Medikamente oder Therapiearten erforschen kann. Oder es werden mit extrem fettleibigen Mäusen Schlankheitsmittel für den übergewichtigen Menschen gesucht. Rund 400.000 transgene Versuchstiere geben so jährlich in Deutschland ihr Leben, um für unsere Forschung herzuhalten.

Das ist aber nur die Spitze des Eisberges. So schreibt der Verein gegen Tierfabriken:

Für die Erstellung EINER EINZIGEN transgenen Maus werden durchschnittlich 10-30 Eizellenspenderinnen, 10-30 Ammen und 2-10 vasektomierte Männchen benötigt. Die Erfolgsrate bei der Erstellung transgener Tiere ist äußerst gering. Sie liegt im Durchschnitt für Mäuse bei 2%, bei landwirtschaftlichen Nutztieren bei weniger als 1%. DIE Tiere, die dann die „gewünschten“ Gene in sich tragen, leiden oft ein Leben lang, wie lang dieses auch sein mag, unter schwersten Erkrankungen (was ja so sein soll – man denke nur an Krebsmäuse, die dazu geboren werden um Tumore zu bekommen).

Ein Gedanke zu „Der Mensch ist so pervers“

  1. die Wissenschaftler können halt nicht aufhören, denke ich. Wenn sie ahnen, daß sie etwas können, dann müssen sie es ausprobieren. Bei der Atombombe war es ja ähnlich…

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