Der Papst und die Kondome

Der Papst und die Kondome
(Klaus Stuttmann)

Die Meinungen und Ansichten der Katholiken Anführer der katholischen Kirche verursachen bei Menschen mit gesundem Menschenverstand mitunter sowieso nur Kopfschütteln. Wenn Joseph Ratzinger jetzt aber erklärt, dass Kondome das Aids-Problem in Afrika noch verschlimmern, sollten schön langsam Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit erlaubt sein. Das Schlimme an der Sache ist, dass ihm das in Afrika geglaubt wird und er damit die Aufklärungsarbeit der Organisationen kaputt macht. Ich mein, als europäischer Pfarrer ist die Gefahr nicht so groß, sich anzustecken. Schließlich sind die jugendlichen Ministranten meistens gesund und kaum HIV-positiv. Die Lösung des afrikanischen AIDS-Problem aber in “spirituellen und menschlichen Erwachen” zu sehen, ist schon mehr als fahrlässig.

8 Gedanken zu „Der Papst und die Kondome“

  1. Ich glaube, dass es sich um ein Wunder und damit um die Vorbereitung der eigenen Heiligsprechung handelt. Als zweites Wunder wird dann eine 87jährige Nonne schwanger, ohne Fremdeinfluss. 😉

  2. Mich würde wirklich das Originalzitat interessieren, denn so wie es bei tagesschau.de stand ist das einfach so dumm und falsch, dass ich das selbst dem Ratzebär nicht zugetraut hätte (und die Messlatte liegt tief bei ihm). Wie sollen denn Kondome das Problem verschlimmern? Natürlich lösen Kondome das AIDS-Problem nicht, aber sie machen es ja wohl nicht schlimmer. Und schon eine Halbierung der Ansteckungsrate wäre doch ein Fortschritt.

    Es ist traurig, dass die Kirche sich bei diesem Thema einfach nicht bewegt. Es gibt nicht viele Menschen, die mit einer einzigen deutlichen Ansprache hunderttausenden Menschen das Leben retten können. Der Papst könnte, er will bloß nicht. In 500 Jahren oder so muss sich dann einer seiner Nachfolger dafür entschuldigen, und das war’s. 🙁

  3. Ihr Lieben,
    hätte Bennis Mama ein Kondom benutzt wären uns viel Ignoranz erspart geblieben. Klar das Benni die Nutzung von Kondomen ablehnt – er kennt seine Mama am besten.
    Die Existenz von Aids ist nicht weg zu diskutieren sondern Realtät in allen Teilen der Erde.
    Die Möglichkeit auch nur einen Erkrankungsfall mittels Kondom zu verhindern rechtfertigt den Einsatz als christliche Handlung am Nächsten. Eine Verweigerung dieser Hilfestellung – allein schon das Infragestellen – in einer von Machismus geprägten Gesellschaft bedeutet tödliche Irgnoranz gegenüber der gesellschaftlichen Realität.
    Einer Kirche, die diese Realität mit starren Dogmen begegnet werde ich in den nächsten Tagen den Rücken kehren. Ein liebender Gott schützt an erster Stelle das Leben und gibt jedem die Freiheit diese dann zu gestalten.
    Gruß
    Wolfgang

  4. Ich würde mir auch gerne das Original Zitat anschauen. Mal sehn ob ichs irgendwo finde.

    Das einzige, was ich mir vorstellen könnte, was er mit verschlimmern meint, ist die vorgegaukelte Sicherheit, dass Kondome zu 100% schützen. Ich weiss, das ist scho fast an den Haaren herbeigezerrt, anders kann ichs mir aber nicht erklären.

    Wenn man aber mal von der Seite der Religion betrachtet, bietet die katholische Kirche einen Weg an, sich vor AIDS zu schützen, mag man darüber denken wie man will. Und der Seitensprung auf Ministranten ist, wie der Seitensprung schon andeutet, ein anderes Problem.

  5. Einfach unglaublich, was da immer im Namen der Nächstenliebe passiert. Aber ich hab diese ganze Einstellung der Kirche gegenüber Verhütung und HIV noch nie verstanden. Liegt wohl daran, dass ich auch noch nie Hexenverbrennung und Kreuzzüge verstanden habe.

    Wenn es denn wirklich einen Gott gibt, dann ist der schon lange nicht mehr in der Nähe der Menschen…

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