Die Abzocke mit der Hauptuntersuchung

Gestern bin ich zufällig in eine Doku (glaub auf einem der ZDF-Spartenkanäle) reingezappt. Da ging es um das „Geschäft mit der Angst“. Aufgezeigt wurden verschiedene Szenarien. So wird ja bekannterweise in Deutschland ein neues Auto bereits nach 3 Jahren zu Hauptuntersuchung geschickt und in der Folge jedes zweite Jahr. In der Schweiz wird zum ersten Mal nach vier Jahren, dann nach drei Jahren und dann erst jedes zweite Jahr geprüft. Die Schweizer sind einfach so schlau, sich einzugestehen, dass die deutsche TÜV- oder DEKRA-Prüfung von neuen Autos nichts bringt, da ja sowieso kein Mangel gefunden wird. Wer ein neues Auto kauft, fährt dieses auch während der Garantiezeit regelmäßig zur Inspektion, wo Bremsbeläge und Ähnliches rechtzeitig getauscht werden. Allenfalls ein defektes Birnchen könnte bei der HU gefunden werden und das könnte aber am Tag nach der HU auch defekt gehen ohne bemerkt zu werden. Die Gefahr ginge auch sowieso eher vom Fahrer als vom Fahrzeug aus. Die Unfälle, die aus Mängeln an den Autos entstehen dürften ja einen Bruchteil von denen ausmachen, die wegen Alkohol, überhöhter Geschwindigkeit oder Unachtsamkeit passieren.

Meines Erachtens geht es bei der Häufigkeit der HUs nur ums Geld. Daher wurde vor ein paar Jahren auch eingeführt, dass Fahrzeuge, die den Termin überzogen haben, die Plakete nicht für zwei Jahre ab der Prüfung sondern für zwei Jahre ab der letzten Fälligkeit zugeteilt bekommen. Bestes Beispiel: Mein Motorrad (Yamaha XJ 550, Baujahr 1986) hat ein Saisonkennzeichen und wurde aus Zeit-, Bau- und sportlichen Gründen im Jahr 2005 nicht einen Meter bewegt. Der „TÜV“ ist aber im März 2005 abgelaufen. Nachdem ich dieses Jahr wieder den halben Sommer nicht dazu kam, hab ich im September eine neue Batterie gekauft und die Maschine in die Werkstatt zur Prüfung gefahren. Die Prüfung ergab keinen einzigen Mangel. Jetzt ratet mal, wann ich wieder antanzen muß? Natürlich im März 2007. In drei Tagen läuft mein Saisonkennzeichen ab und ich bin dieses Jahr ganze 52 km gefahren. Kein Mensch kann mir erklären, dass es da um Verkehrssicherheit geht. Da gehts nur ums Geld verdienen, sonst nichts.

5 Gedanken zu „Die Abzocke mit der Hauptuntersuchung“

  1. Interessant waren auch die Ausführungen zum Thema BSE.
    Fazit in Kurzform: Übergang der Krankheit auf den Menschen wissenschaftlich nicht belegbar, es werden Milliarden für den angeblichen Schutz vor BSE ausgegeben und würde das nicht gemacht und wäre es tatsächlich so, dass BSE krank macht, dann wäre es 1000 mal wahrscheinlicher beim Kegeln von einem Blitz ins linke Knie getroffen zu werden, als an BSE zu erkranken.

  2. naja. jetzt sei mal nicht so. das nennt man schließlich arbeitsplatzsicherung für beamte. und da muss ich dann berufsständisch gesehen natürlich dann auch dafür sein. 😉
    aber wenn wir mal ehrlich sind: der TÜV ansich ist, abgesehen von der aktuellen durchführung, schon eine nicht so üble einrichtung. wir haben hier in der stadt eine us-armee-kaserne. das war eine zeitlang wirklich übel, was von dort aus auf deutsche straßen durfte ohne je einen tüv-prüfer sehen zu müssen. das war kein schöner anblick. und kein sicherer ganz sicher auch nicht.

  3. Meines Erachtens geht es bei der Häufigkeit der HUs nur ums Geld. Daher wurde vor ein paar Jahren auch eingeführt, dass Fahrzeuge, die den Termin überzogen haben, die Plakete nicht für zwei Jahre ab der Prüfung sondern für zwei Jahre ab der letzten Fälligkeit zugeteilt bekommen.
    Sicherlich geht es in vielen Bereichen darum, „Kohle zu machen“. Aber der Grund für diese Regelung ist eher folgender: Es ist einfach nicht fair, wenn einige ihre HU immer maximal hinauszögern und damit insgesamt an weniger HUs teilnehmen und weniger bezahlen gegenüber denjenigen, die die Sache ernst nehmen.
    mfg Thorsten

  4. Ich muss nochmal was dazu schreiben:
    Wir hatten noch einen alten Citroen BX. Der hat uns noch letztes Jahr im Winter gute Dienste getan, weil er vorne bessere Reifen hatte, als unser Bus. Aber dann fingen die Macken an: Er verlor Hydrauliköl (Scheiß-Marder!), die Bremsscheiben waren „runter“, die hinteren Reifen glatt, der Auspuff durch, kein TÜV, keine ASU usw. Jedenfalls hätte ich als Laie geurteilt, dass er reif für den Schrott ist.
    Aber wir haben ihn bei einem Bekannten auf dem Hof stehen gehabt, wo er nicht störte, irgendwas wollte ich noch ausbauen, habe aber inzwischen vergessen was. Letzte Tage kam dieser Bekannte und fragte, was denn mit dem Auto sei. Sein Schwager könne den gebrauchen. Mir sollte es Recht sein, ich nannte einen fairen Preis. So: Dann fuhr der Bekannte, der eine kleine Autowerkstatt hat, mit dem Wagen zur Hauptuntersuchung und ich begleitete ihn. Der Prüfer fragte nur: „Ist der für Dich oder zum Verkaufen?“
    Antwort: „Ist zum Verkaufen.“
    Prüfer: „Na dann.“

    Die Prüfung dauerte dann 10 Minuten, es wurde viel gelacht und schließlich bekam der Citroen die Plakette. Einziger Mangel: Auspuff, keine Wiedervorführung notwendig.

    Na klasse!

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