Die Angst der CSU vor der Demokratie

Während die Leitung der bayerischen Staatskanzlei die Bespitzelungsaffäre der Fürther Landrätin Pauli am liebsten mit dem Bauernopfer von Herrn Höhenberger beendet sehen würde, werden die Rufe nach einer Urabstimmung zur Findung des Spitzenkandidatens für die nächste Landtagswahl immer lauter. In einem B2-Interview hat sich der Chef der CSU-Landtagsfraktion heute morgen nochmals gegen so eine Abstimmung ausgesprochen. Sinngemäß sagte er: „Was soll eine Abstimmung bringen, wenn es nur einen Kandidaten gibt? Er sieht keinen möglichen Gegenkandidaten.“ Das ist wohl so richtig, zumindest augenblicklich. Denkbar wären aus Stoibers Sicht zwei Schreckensszenarien:

– Stoiber tritt allein an und wird möglicherweise von der Basis abgestraft, indem er z.B. nur 60-70% der Stimmen erhält. Dies wäre bereits als Niederlage einzustufen, denn normalerweise erhält der Spitzenkandidat immer zwischen 90 und 95 Prozent. Mit einer Landrätin Pauli, die weiter gegen Stoiber mobil macht, wäre dies durchaus denkbar.

– noch schlimmer wäre aber: Innenminister Beckstein tritt gegen Stoiber an. Fr. Pauli sieht ihn sowieso als Wunschnachfolger und eine Polarisierung zwischen Franken (Beckstein) und Altbayern (Stoiber) wäre zu befürchten. Beckstein sah sich ja selbst schon als neuer Ministerpräsident, als Stoiber als Superminister in Berlin gehandelt wurde. Er hatte das parteiinterne Machtspiel gegen Herrn Huber schon gewonnen und dem Umzug auf Stoibers Stuhl stand nichts mehr im Wege. Nach dem überraschenden Rückzieher Stoibers in Berlin sah sich Beckstein um seine Chance betrogen und muß seither wieder still halten. In ihm könnte es aber noch brodeln und seine Chance möchte er sicherlich nicht nochmal vertan sehen.

Hinzu kommt auch, dass die Bayern keine Basisdemokratie gewohnt sind. Die CSU hatte schon die absolute Mehrheit, als ich auf die Welt kam und der „König“ wurde auch noch nie vom Volk gewählt.

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