Die Belanglosigkeit des Internets

Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing hat in Ihrer Rede zur Verleihung des Preises ein wenig über die Belanglosigkeit des Internets und die Rolle des Lesens philosophiert. Unter anderem:

Wir haben es da mit einer unglaublichen Erfindung zu tun, Computer und das Internet und das Fernsehen, mit einer Revolution. Das ist nicht die erste Revolution, mit der wir fertig geworden sind, wir, die Menschheit. Die Revolution des Buchdrucks, die sich nicht innerhalb einiger Jahrzehnte vollzog, sondern viel länger gedauert hat, hat unseren Geist und unsere Denkweisen verändert. Tollkühn wie wir sind, haben wir das alles wie immer hingenommen und nie die Frage gestellt: Was wird mit uns passieren, jetzt, wo der Buchdruck erfunden ist? Und ebenso wenig haben wir ein einziges Mal innegehalten und gefragt: Wie werden wir uns, wie wird sich unser Geist verändern durch dieses neue Internet, das eine ganze Generation mit seinen Belanglosigkeiten verführt hat, sodass selbst einigermaßen vernünftige Leute zugeben, dass man sich nur schwer losreißen kann, wenn man einmal süchtig ist, und es sein kann, dass auf einmal ein ganzer Tag mit Bloggen und Bluggen (?) und so weiter vergangen ist.

Ein Lesebefehl: Nobelvorlesung

2 Gedanken zu „Die Belanglosigkeit des Internets“

  1. Klasse Beitrag!! Ich gehöre wie wir alle hier auch zu dem „übersättigten Haufen“ und könnte mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen, ohne Internet zu leben. Umso mehr macht’s mich stolz, dass meine Kinder ebensolche Leseratten und Bücherwürmer sind wie ich. Das schließt sich ja auch überhaupt nicht aus. Und so ’ne Kiste mit Büchern würde man am liebsten gleich nach Simbabwe schicken. Hochachtung vor Frau Lessing!

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