Downshifting

Thema unter anderem heute im Auslandsjournal in der ARD im Ersten: „Großbritannien: Weg mit dem Geld!“. Es ging um ein paar Topmanager, die irgendwann gemerkt haben, dass Geld nicht alles ist und dann ihr Leben konsequent zurückgefahren haben. Sie gaben ihren hoch dotierten Job auf und leben jetzt von weit weniger.

Die Definition des Begriffes „Downshifting“ bei Wikipedia hat mich schon ein wenig zum Nachdenken bewogen. Viele Dinge die man besitzt, benötigt man nicht wirklich. Bei vielen Dingen sind wir einfach der Werbung und dem Allgemeinzwang aufgesessen. Viele Ding haben wir einfach angeschaft, weil wir es uns in dem Augenblick eingebildet haben. Aber sind wir deswegen glücklicher? Schnell fallen mir da ein paar Beispiele aus meinen Leben ein. Wenn ich allein drandenke, wie viel Zeit ich in das instabile Naviprogramm meines PDA gesteckt habe, nur um vielleicht 10 Routen bisher damit gefahren zu sein. In der Zeit hätte ich viele Straßenkarten auswendig lernen können.

Mein Bruder verzichtet seit Jahren auf ein TV-Gerät. Ich muß ihn immer wieder dafür bewundern. Zwar bin ich auch nicht der große Gucker, aber an einem faulen verregneten Sonntag verbringe ich schon mal den ganzen Nachmittag vor der Kiste. Schade um die Zeit eigentlich.

Über Google hab ich noch diese Seite hier gefunden:

Weniger konsumieren: Viele Konsumgüter haben zwei Seiten: Beispiel Auto: Es verschafft Ihnen unabhängige Mobilität. Aber es kostet viel Geld und einiges an Zeit in der Anschaffung, Werkstatterminen, Versicherung, Tanken usw. Stellen Sie gedanklich eine Nutzen-Kosten-Bilanz auf, die nicht nur die finanzielle Belastung, sondern auch Zeitaufwand, Sorgen und Ärger dem tatsächlichen Nutzen gegenüberstellt. Geben Sie sich dann eine ehrliche Antwort, ob das Konsumgut sich für Sie wirklich rentiert. Eine solche Bilanz lohnt nicht nur technische Geräte, Garten und Wochenendhäuser, sondern auch für jeden anderen Aufwand freiwillige Überstunden für die Karriere, Treffen mit anstrengenden Freunden, Abonnements von Zeitungen, Theaterkarten oder im Fitnessklub und vieles mehr.

Wir hatten lange Zeit unsere Tageszeitung im Abo, bis wir irgendwann geschnallt haben, dass wir unter der Woche eh nicht zum Lesen kommen und kriegen sie nur noch Freitag und Samstag. Seit Jahren hab ich die Zeitschrift „Outdoor“ im Abo und jedesmal wenn das neue Heft kommt, krieg ich ein schlechtes Gewissen, weil ich das Heft des Vormonats noch nicht gelesen hab.

Innere Freiheit finden: Streben Sie nach Karriereerfolg, Reichtum, Beliebtheit und Anerkennung Ihrer Leistungen? Was wir unternehmen, um diese Ziele zu erreichen, gehört zu den gefährlichsten Stressfaktoren unserer Zeit. Eine neue Studie in der USA zeigt, daß die Leute dort inzwischen dreimal soviel verdienen wie vor 40 Jahren. Glücklich fühlen sich aber nur 30 Prozent heute genauso wie damals. Die Kunst heißt: Loslassen. Weniger äußerer Erfolg bringt oft mehr Glück, wenn Sie dafür die Möglichkeit gewinnen, Ihr Leben frei zu gestalten und nur Dinge zu tun, die kreativ sind und Ihnen wirklich Spaß machen.

Dazu passt, was ich vor ein paar Wochen bei Bayern2 gehört habe. Da stellten sie eine Studie vor, in der nach den glücklichsten Lan der Erde gesucht wurde. Die unglücklichsten kamen aus der Ukraine, was mich nicht besonders wundert. Die deutschen Berufspessimisten waren mit Platz 81 auch noch relativ weit hinten, verständlich. Die glücklichsten Menschen leben aber auf Vanuatu, ein Südseestaat, den die meisten Leute nicht mal kennen.

„Die Leute hier sind glücklich, weil sie mit wenig zufrieden sind. Das Leben dreht sich um die Gemeinschaft, um die Familie und um das, was man anderen Leuten Gutes tun kann. Das ist ein Platz, wo man sich keine großen Sorgen machen muss.“ Angst hätten die Leute nur vor Wirbelstürmen und Erdbeben.

Morgen wird mal wenigstens schon die Outdoor gekündigt.

2 Gedanken zu „Downshifting“

  1. heute ist mein letzter arbeitstag und dann höre ich auf. ich shifte also down und mache nur noch das, was ich selbst wirklich will. naja… erstmal nur für ein jahr… 🙂

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