Eine (CSU-) Welt bricht zusammen

Wer die Gemeinde Bodenmais sucht, wird im tiefsten bayerischen Wald fündig, wohl einem der schwärzesten und katholischten Landstriche Bayerns. Der Urlaubsort für die Generation 50+ hat ungefähr 3.300 Einwohner und seit Sonntag ist nichts mehr, wie es einmal war. 18 Jahre lang hatte man mit Fritz Wühr einen Bürgermeister von der CSU, eben so wie sich das in Bayern gehört. Am Sonntag wurde der aber nun in der Stichwahl von Michael Adam abgelöst. Der ist gerade mal 23 Jahre, bei den Jusos und (achtung!) bekennend schwul. Und so wundert es nicht, dass die Presse folgende Aussage gerne zitiert:

„Ich bin alles, was man in Bodenmais nicht sein darf – jung, evangelisch und offen schwul“

Ich würde ja zu gerne die nächsten Tage mal in einem Bodenmaiser Wirtshaus den Stammtischgesprächen lauschen. Entweder, dieser Michael Adam ist wirklich so beliebt oder Fritz Wühr hat in der Vergangenheit alles verbockt. Denn so einfach wählt man einen Amtsinhaber normalerweise nicht ab. Einfach wird es der Student der Politik und Volkswirtschaft nicht haben, andererseits ist Bodenmais doch recht überschaubar. Dem angestaubten Image von Bodenmais kann ein frischer Wind sicherlich nicht schaden. Und vielleicht gibt es ja dann heuer einen Christopher Street Day im Bayerischen Wald. 😉

2 Gedanken zu „Eine (CSU-) Welt bricht zusammen“

  1. War schon so, dass Vorgänger und Amtsinhaber Fritz Wühr Schuldenberg und Verwaltungschaos hinterlassen hat, war wohl also ´ne Protestwahl und logisch, dass es so nicht mehr weitergehen konnte…
    Der vielzitierte Spruch ist doch sehr eine Anlehnung an Wowereits berühmtes Zitat und insoweit abgeschaut! Eine geschickte mediale PR-Strategie, um sich dann auch landes- und bundespolitisch zu „vermarkten“! Funktioniert ja! Eben alles, was „anders“ ist!
    Man sieht sich beim angestrebten Bundestagsmandat!

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