Endlager Brüssel

Dass so ein machtbesessener Mensch wie Edmund Stoiber nicht einfach von der Bildfläche verschwinden und sich aufs Altenteil begeben kann, war abzusehen. Nun ist es also raus, was er machen möchte, wenn er in zwei Wochen endgültig seinen Platz räumen muss. Er geht nach Brüssel und soll dort auf Teilzeitbasis ein Rentnergemium leiten, dass die Bürokratie in der EU bekämpfen soll. Hoffen wir mal, dass ihm dieser Job dort besser gelingt als in München. Die Verwaltungsreform in Bayern ging in der Hinsicht wohl eher gewaltig in die Hose. Aufgaben gäbe es allerdings mehr als genug und vielleicht vereinfacht er ja wirklich die Verfahren, die Braunbären auf ihren Weg von Südtirol nach Wolfratshausen durchlaufen müssen. In der Staatskanzlei wird man indes froh sein, wenn das „freie Radikal“ (SZ) nicht mehr durch die weißblauen Bierzelte schwirrt und sich in die bayerische Lokalpolitik einmischt. Bei der Bevölkerung, zumindest bei der schwarz wählenden, dürfte er nämlich noch immer wesentlich beliebter sein, als sein Nachfolger Günther Beckstein.

5 Gedanken zu „Endlager Brüssel“

  1. Ich glaube seine geringere Popularität dürfte Beckstein egal sein, immerhin ist Stoiber dann in Brüssel teilzeit-beschäftigt und hat damit weniger Zeit sich als Übervater aus dem Ruhestand in die aktuelle Politik einzumischen.

  2. Möchte mal vermuten, dass etwa 20 Menschen eine erkleckliche Zeit damit beschäftigt werden, die neue Kommission mit entsprechenden Formularen auszustatten…

  3. Tja, da wird Beckstein samt bayrischer Bevölkerung aber gucken, wenn er Stoiber als Hinterbänkler im Landtag bewundern darf. Der hat nämlich mit irgendnem Kreisvorsitzenden im Wolfratshausener Umfeld schon mehr oder weniger abgemacht, dass er Wahlkreiskandidat bei der nächsten Wahl wird, hab ich heute irgendwoe gelesen…

  4. Nun mal ehrlich was sollen die Bayern machen. Das Endlager Gorleben gibt es noch nicht, für Schacht Konrad ist er zu gefährlich, also ab nach Brüssel. Da kann er viele schöne Vorschriften zum Abbau von Bürokratie entwickeln, ist beschäftigt und stört nicht weiter. Vor allem sein 4768 seitiges Gesetz zum Bürokratieabbau wird hilfreich sein. Vor Entfernung der Ähs waren es über 500.000 Seiten.

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