Es gibt noch Vertrauen

Ein paar Ortschaften weiter hat ein neuer Laden für Outdoorbekleidung aufgemacht. Eigentlich ist es kein richtiger Laden. Der bayerische Gebietsvertreter von Husky hat nämlich nur ein Lager gebraucht und weil es sich gerade angeboten hat, sperrt er seinen Showroom Freitag und Samstag ein paar Stunden auf. Da rentiert sich natürlich nicht, dass man extra einen Kartenleser für die bargeldlose Zahlung anschafft. Und da ich ja fast alles mit meiner EC-Karte zahle, hatte ich nicht genug Bargeld dabei. Als ich ihn fragte, wo denn der nächste EC-Automat ist, meinte er nur: „Mach Dir keinen Streß, ich geb Dir eine Rechnung mit! Überweis es hald die nächsten Tage“. Für die Rechnung wollte er dann nur meinen Namen, keine Straße, keinen Ort. Am Land ist die Welt (manchmal) eben doch noch in Ordnung.

Husky Outdoor ist übrigens ein tschechischer Hersteller, der hohe Qualität zum günstigen Preis bietet. Von Funktionsbekleidung über Schlaf- und Rucksäcke bis Zelte gibt es nahezu alles für den Outdoorbereich, was man so braucht.

5 Gedanken zu „Es gibt noch Vertrauen“

  1. Ja, so wünscht man sich das! Die Tatsache, dass er Deine Adresse nicht wollte, zeigt dann allerdings eher, dass der Mann geschäftlich etwas unbedarft ist.

  2. „WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER“, träller.

    Bei uns im großen Einkaufsmarkt gibt es gerade eine „Treueaktion“. So lästig die nach jedem Kassiervorgang gestellte Frage „Sammeln Sie die Treuepunkte?“ auch ist, dieses Mal gibt es gute Küchenmesser.

    Für je 5 Euro gibt es einen Punkt und 30 muß man haben, auf ein Feld in einem Sammelblatt einkleben und kann sich dann eines dieser Messer zu einem Spottpreis holen.
    Gestern war es soweit: Ich hatte sage und schreibe vier solche Coupons vollgeklebt und mir vier Messer ausgesucht.
    Diese Sammelheftchen sind Faltblätter auf denen die Aktion erklärt wird und alle Messer beschrieben sind.
    Ich lege die Messer und die vier Faltblätter an der Kasse vor. Der Kassierer guckt die Sachen n, guckt mich an, verschränkt die Arme, lehnt sich bequem in einem Stuhl zurück und schürzt die Lippen.

    Ich sage: „Irgendwas nicht in Ordnung?“
    Er: „Kann man wohl sagen!“
    Ich: „T’schuldigung, aber was?“
    Er: „Sie hätten die Abschnitte mit den Treuepunkten aus dem Faltblatt ausschneiden müssen.“
    Ich: „Oh, jetzt habe ich keine Schere dabei.“
    Er guckt mich an wie eine Kindergärtnerin, nimmt meine Faltblätter: „Die sind doch perforiert!“ und reißt die einzelnen Abschnitte heraus.

    Geht doch!

    Damit war das erledigt, hätte ich auch selbst drauf kommen können, beim nächsten Mal weiß ich es. Doch er kann jetzt keine Ruhe geben. Beim Scannen der anderen Waren muß er jetzt die ganze Zeit herumnörgeln: „Wo kämen wir denn da hin?“, „Wenn ich das bei jedem machen müßte!“, „Ich hab weißgott andere Sachen zu tun.“, „Kein Mensch denkt mit“, „Wir an der Kasse sind immer der Arsch.“

    An der Stelle unterbreche ich ihn: „Sie haben Recht!“

  3. @Holger: Spricht doch für mich, oder? 😉

    @Dreibein: Hättest Du ihm lieber mit Marc Aurel geantwortet: „Es ist dumm, sich über die Welt zu ärgern. Es kümmert sie nicht.“ 😉

  4. Hab ich auch schon mal erlebt, solch ein Vertrauen. Mach irgendwie glücklich sowas *g*

    @Peter: wie kannst Du den armen Kassierer sooo lange von der Arbeit abhalten?!? Mußte er docht tatsächlich 10 Sekunden seiner wertvollen Zeit wegen Deiner Unachtsamkeit aufwenden!

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