Es holt sie alle ein

Heute Abend also Jörg Jaksche bei Spiegel TV. Auch wenn das Ganze weit weniger ausführlich war, als man erhofft hätte (schließlich möchte man die Printausgabe auch noch verkaufen), eines hat es doch bewiesen: Der Dopingsumpf im Radsport zieht sich durch alle Mannschaften. Bemerkenswert ist für mich vorallem die Tatsache, dass Jaksche nur einen einzigen Fahrernamen nennt. Neben Teamleitern und Trainern zählt er ausgerechnet den Vorzeigesaubermann Jens Voigt auf. Gerade den sympatischen Voigt hätte man nach dem Outing von Erik Zabel gerne als letzten fairen Fahrer im Kopf gehabt. Schließlich trat auch der in letzter Zeit als vehementer Dopingkritiker auf, auch wenn er dabei schon ein wenig ruhiger geworden ist. Schließlich gilt sein Team CSC, mit dem gedopten Toursieger Byarne Riis als Chef, zu dem am meisten belasteten Teams der Szene.

Es bleibt aber trotzdem abzuwarten, ob die Verbände jetzt endlich richtig reagieren und es das dringend benötigte Geld für die NADA gibt. Mit einem Minibudget von 1,8 Millionen Euro im Jahr für alle Sportarten kann nicht einmal ansatzweise eine vernünftige Kontrolle erfolgen. Vorher muss aber beim Bund Deutscher Radfahrer selbst erst noch ein Umdenken stattfinden. Besser wäre wohl noch ein Führungswechsel. Wenn nämlich ein BDR-Chef Rudolf Scharping einem Reporter wegen seiner Nachfragen zu den Vorwürfen gegen den Stellvertreter Udo Sprenger mit den Worten droht: „Mal sehen, ob ihre Vorgesetzten das auch so sehen“, dann hat er an der Spitze dieses Verbandes nichts mehr zu suchen. Aber wahrscheinlich müssen erst alle großen Sponsoren abspringen und sich der Sport gesund schrumpfen.