Gerichtsverfahren vorprogrammiert

Mit Patrick Sinkewitz ist jetzt also der erste Fahrer positiv getestet worden, der die Antidopingerklärung der UCI unterschrieben hat, in der sich die Fahrer verpflichten, ein Jahresgehalt Strafe zu zahlen, falls sie positiv erwischt werden.

Ich erkläre auf meine Ehre vor meiner Mannschaft, meinen Kollegen, der UCI, der Radsportfamilie und dem Publikum, dass ich weder in die Puerto-Affäre noch in irgendeine andere Dopinggeschichte verwickelt bin, und dass ich keinen Verstoss gegen das Antidopingreglement der UCI begehen werde. Ich will meine Verpflichtung damit unter Beweis stellen, dass ich zusätzlich zu den Sanktionen des Reglements einen Beitrag an die Dopingbekämpfung in der Höhe meines Jahreslohns für 2007 leisten werde für den Fall, dass ich das Reglement verletzt haben sollte und zur Standardsanktion der zweijährigen oder zu einer längeren Suspendierung verurteilt werde, sei es im Rahmen der Puerto-Affäre oder in einem sonstigen Antidopingverfahren.

Bei Sinkewitz wären das so zwischen 300.000 und 500.000 Euro. Das ist aber nun ein Betrag, den man nicht so einfach mal aus der Portokasse zahlt und ich denke sein Anwalt wird ganz genau prüfen, ob es nicht irgendein Hintertürchen gibt. Den Fahrern blieb ja auch gar keine andere Wahl als zu unterschreiben. Ein Tourstart ohne Unterschrift wäre ja sonst gar nicht möglich gewesen. Die Krux an der Sache ist außerdem, dass die besagte Dopingprobe genommen wurde, bevor die Erklärung unterschrieben wurde und vielleicht kann ihm das noch den Hals das Geld retten?

Einstweilen sehen wir in diesem Jahr also keine Tour mehr im TV und ich bin der Meinung, das ist der einzig richtige Weg. Die Sender hatten nach langen internen Diskussionen dem Radsport noch eine letzte Chance gegeben, die nun verspielt wurde. Vielleicht ist es nur Zufall, das ausgerechnet Sinkewitz erwischt wurde. Seine Vergangenheit bei Mapei legt aber nahe, dass es den richtigen erwischt hat. Trotzdem hat gerade er für die „neue saubere Generation“ im Radsport gestanden, die man bei T-Mobile angeblich haben möchte. Nun folgt also die Höchststrafe für Tourleitung, Teams und Sponsoren: Der Entzug der Öffentlichkeit und damit auch des Geldes. Vielleicht ist das nun endlich der Denkzettel, den man bei der UCI braucht, damit endlich richtig gehandelt wird und nicht mehr das Problem mittels einer Erklärung einfach an die Fahrer weitergeschoben wird. Denen bleibt nach wie vor nichts anderes übrig, als Doping zu betreiben oder das Rad in den Keller zu stellen.