Getrübte Chancen der bayrischen Ausnahmepartei

Unsere Schweizer Nachbarn interessieren sich auch für die Verhältnisse in Bayern. So gibt es heute bei der Neuen Züricher Zeitung ein interessantes Interview zur Lage der CSU und warum die Partei derzeit so in der Krise ist. Wer das politische Geschehen bei uns nur ein wenig verfolgt, dem wird vieles bekannt vorkommen. Die Antwort auf die Frage am Schluß, die der Parteienforscher Werner Patzelt dem Redakteur gibt, hat es aber in sich.

Das Führungsduo Huber/Beckstein gilt vielen als Übergangslösung. Wer wäre zur Nachfolge geeignet?

Der ungekrönte König der CSU, Bundesminister Seehofer. Er verbindet in sich alles, was die CSU stark gemacht hat, nämlich ein äusserst souveränes, beredtes, zugleich aber volkstümliches Auftreten, gepaart mit unter Beweis gestellter Sachkompetenz und Regierungsfähigkeit – und obendrein weiss die Öffentlichkeit seit einiger Zeit auch, dass auch er ein fehlbarer Mensch ist. Und das macht ihn im Grunde erst recht sympathisch. Er steht im Hintergrund bereit, und sobald die Partei ihn ruft, wird er natürlich kommen. Er würde eine durchaus passable Figur als Vorsitzender und Ministerpräsident abgeben.

Die Frage ist nur, ob das Team Huber/Beckstein das irgendwann einsieht. Ich fürchte die Herren bleiben lieber an ihren Sesseln kleben, bis es zu spät ist.

2 Gedanken zu „Getrübte Chancen der bayrischen Ausnahmepartei“

  1. Der Seehofer hat keine Chance mehr. Damit müssten die CSUler über ihren Schatten springen. Sie haben ihm nämlich schon einmal das Vertrauen nicht gegeben. Wenn sie ihn jetzt nach vorne holen, geben sie damit ihr Versagen zu und er wäre von Anfang an geschwächt, zumal ihm noch einiges aus seiner Zeit als vorgeblicher Landwirtschaftsminister auf die Füße fallen wird.

    Nein. Es gibt nur einen Namen in der CSU, der erfolgreich in die Lücke springen könnte.

    http://www.duckhome.de/tb/archives/2287-Beten-fuer-die-CSU.html

    Nein ich mag ihn auch nicht.

  2. Zudem kann ich bei Herrn Seehofer ein souveränes, beredtes Auftreten sowie Sachkompetenz und Regierungsfähigkeit nicht wirklich ausmachen. Für die CSU könnte es aber durchaus sinnvoll sein, den Flügel der Herz-Jesu-Sozialisten noch weiter zu stärken – es kann aber auch fatal nach hinten losgehen.

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