(Heil-) Fastenzeit

Das Ende der Faschingszeit naht schön langsam und die Fastenzeit beginnt. Zwar bin ich eher kein recht gläubiger Katholik, aber ich lege trotzdem meine jährliche Heilfastenkur in diese Zeit. Warum schreibe ich aber jetzt schon darüber? Einfach, weil Heilfasten keine Spontanentscheidung sein sollte. Der Kopf braucht eine gewisse Vorlaufzeit. Ich tue mich dann leichter, wenn ich weiß, dass es an Tag X in zwei oder drei Wochen losgeht.

Worum geht es beim Heilfasten? Von einem sollte man sich schnell frei machen. Fürs Abnehmen bringt es eher nichts. Da gibt es bessere Methoden, die auch langfristig mehr bringen. Zwar kann man die Heilfastenkur als Start für eine Ernährungsumstellung nehmen, aber es bedarf nach meiner Erfahrung ungeheuer viel Willenskraft, nach Ende der Fastentage diszipliniert zu bleiben.

Die Fastenkur sollte vielmehr zur Reinigung des Körpers gemacht werden. Viele schwören auch auf die heilende Wirkung des Heilfastens bei diversen Krankheiten wie Rheuma, Verdauungsbeschwerden oder Allergien. Der Körper baut Fett ab und schwemmt Giftstoffe über Darm, Blase und Haut aus. Selbst an den Wimpern bemerke ich immer wieder Salzkrusten. Richtig krass war es bei meinem ersten Mal. Da musste ich zweimal täglich duschen, da meine Haut immer regelrecht verkrustet war.

Ich leite die Fastenkur immer mit zwei Vorbereitungstagen ein. Am ersten Tag esse ich kein Fleisch und keine Wurst. Am zweiten Tag gibt es nur Obst (alles ausser Weintrauben und Bananen). Ernst wird es am dritten Tag, dem ersten Fastentag, ab dem es nichts mehr zu essen gibt  und eine Darmsäuberung ansteht. Wer ein Fan von Einläufen ist, der kann sich gerne einen verpassen. Ich für meinen Teil trinke lieber Glaubersalz, bzw. das angenehmere Passagesalz. Den Rest des Tages sollte man sich dann nicht mehr weit von der Toilette entfernen. Der zweite Fastentag ist für mich immer der anstrengendste. Da treten bei mir alle Beschwerden verstärkt auf, die ich sonst nur leicht spüre. Kreuz-, Zahn- und Kopfschmerzen, all das kommt bei mir dann geballt. Ab dem dritten Tag wird es dann täglich besser, das Hungergefühl ist weg und nur der Kopf meint gelegentlich, man müsse etwas essen. Die nächsten Tage stellt sich dann bei mir regelrecht ein Hochgefühl ein und ich frage mich, warum ich das nicht viel öfter mache.

Während der ganzen Heilfastenzeit, die mindestens eine Woche andauern sollte (ich faste immer 10-14 Tage) gibt es nur Wasser, Tees und Gemüsebrühe. Bei der Gemüsebrühe nehmen viele Fertigbrühwürfel, was ich aus zwei Gründen nur ungern mache. Erstens sind da oft künstliche Geschmacksstoffe drin und zweitens riecht der ganze Körper irgendwann nach dieser Brühe. Wir kochen lieber selbst Gemüse aus und ich schöpfe dann die Brühe ab. Gelegentlich gibt es bei mir dann noch ein halbes Glas Orangensaft.

Während der ganzen Zeit sollte man sich nicht stressen. Ich brauche im Schnitt ein bis zwei Stunden mehr Schlaf pro Tag. Nach der Arbeit mache ich ein kleines Nickerchen von 10 Minuten und betätige mich danach sportlich. Es ist kein Problem, joggen oder walken zu gehen. Der Körper ist leistungsfähig, solange der Puls nicht zu weit nach oben geht. Für mich ist die Heilfastenzeit gleichzeitig meist der Auftakt für die intensivere Trainingszeit. Grundlagenausdauer kann man gut trainieren und in einem Jahr bin ich während einer Fastenwoche mal 70 Kilometer gelaufen, ohne dass es mit schwer gefallen wäre.

Beendet man die Fastenperiode darf man vorallem einen Fehler nicht machen. Gleich wieder normal essen, als wäre nichts gewesen. Das Verdauungssystem muss sich erst wieder an die Nahrung gewöhnen und das muss mit ganz kleinen Portionen geschehen. Auch der Stoffwechsel hat sich während der Fastenzeit umgestellt. Möchte man den Gewichtsverlust nicht gleich wieder auffuttern, sollte man die Portionen entsprechend klein wählen, was aber weiter kein Problem ist, da sich ein Sättigungsgefühl schnell einstellt, solange der Magen so klein ist.

Mehr Infos zu diesem Thema gibt es auch im Blog zur Naturheilkunde und auf der Webseite von Heilpraktiker René Gräber. Er hat auch ein Buch veröffentlicht, das sicherlich ein guter Einstieg für Menschen ist, die zum ersten Mal eine Fastenkur machen wollen.

4 Gedanken zu „(Heil-) Fastenzeit“

  1. Kompliment. Du machst das genau nach dem Lehrbuch. Ich selbst habe nie die Obstphase überwunden. Dass du verhältnismäßig leicht durch die Fastenkur kommst, zeigt dass dein Körper schon sehr gesund ist.

  2. Wow, nach der harten Buchinger-Methode.
    Viel Spaß mit dem Glaubersalz.
    Ich hatte beim 2. Mal so heftige Probleme damit, dass ich am 3. Tag abgebrochen habe.
    Seitdem mache ich die Fastenkur nach F.X. Mayr, ist meineserachtens viel sanfter und schonender, wirkt aber auch genauso gut.

  3. Pingback: Vincent

Kommentare sind geschlossen.