Jenseits jeden Anstandes

Hans SchröpfJetzt wurde gestern der Oberbürgermeister Hans Schröpf von Weiden also zum zweiten Mal verurteilt und muß 150 Tagessätze zu 150 Euro zahlen. Seine Schuld hat er aber nach eigenen Worten in diesem „Schauprozess“ nur eingestanden, weil seine Frau gesundheitlich so angeschlagen ist. Die wurde übrigens nebenbei zu 9 Monate auf Bewährung verurteilt. Zugegeben wurden nur eine Barspende über 10.000 Mark, die komischerweise verschwunden war und die hinterzogene Umsatzsteuer auf eine Spende der Ferngas Gesellschaft. Wegen der zu erwartenden langwierigen Beweisaufnahme wurden die restlichen 130 Anklagepunkte fallen gelasssen.

In der Landes- oder Bundespolitik würde dies unweigerlich zum Rücktritt führen. Nicht so in Weiden. Dort gilt scheinbar wirklich noch das Landrecht. Schröpf betonte nämlich nochmals, dass er froh ist, dass das Ganze jetzt beendet ist und dass er im Amt bleiben würde. „Ich bin von den Bürgern für sechs Jahre gewählt worden“, sagte er am Freitag nach dem Urteil. Man solle nicht nur die eine Sache sehen, sondern all die Leistungen seiner 30 Dienstjahre. Ob er wohl damit auch die anderen 130 Anklagepunkte meint? Seine CSU-Stadtratskollegen werden ihm wohl auch dieses Mal die Stange halten.

Hier und hier noch Links zu den Berichten in unserem Lokalblatt. Dort liest man unter anderem:

„Nicht als Bundesarbeitsrichter, sondern als Privatperson“ äußerte sich Dr. Gernot Brühler: „Unabhängig von der strafrechtlichen Seite“, so meint er, wäre in keinem Unternehmen ein Geschäftsführer tragbar, der wegen Vergehen zum Nachteil des Betriebes verurteilt wurde.

8 Gedanken zu „Jenseits jeden Anstandes“

  1. Tja, vielleicht wollten die Herren Richter dem seit dem Mannesmann-Urteil viel zitierten Satz „Die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen“ etwas gegensteuern und ihn widerlegen. 😉 Im Vergleich zu Ackermann ist doch Schröpf ein kleines Lichtchen 😉

    Spaß beiseite. Das Urteil ist mir unverständlich. Anscheined kann man sich je länger man im Amt ist um so mehr erlauben. Und mit der Mitleidstour kommt man dann auch noch durch. Macht verdirbt den Charakter.

  2. Als direkt Betroffener (ich bin Weidener) fehlen mir einfach die Worte. Ein Mann der so an Selbstüberschätzung leidet und realitätsfremde Äußerungen macht kann nicht mehr geduldet werden. Aber, er wird wohl bis zum Ende seiner Dienstzeit im Amt bleiben a) weil der Weidener Stadtrat sowieso keine „Macht“ hat; b) weil Schröpf im Amt bleiben muss, da er sonst die Urteils- und Gerichtskosten (6-stellige Eurosumme) nicht ableisten kann.

    Achja, wer noch ein paar „Schmankerln“ aus Weiden miterleben möchte, dem sei die Seite von Gerd Rippl (http://www.weiden-zuhause.de) empfohlen. Gerd Rippl ist der erste Weidener, der öffentlich sein Wort erhebt …

  3. ….Ehr- u. Schamgefühl ist dem „Schröpf“ (kommt wohl vom Leute-Schröpfen) verloren gegangen.
    Lug, Betrug, Heuchelei allerorten. Kein Anstand: „Nur nicht erwischen lassen.“ Gier nach Macht und Geld. Uns seine Frau, die diebische ….., kein Jota besser..! Was muss Weiden für ein „Sumpfloch“ sein, dass es sich so ein Stadt-„Oberhaupt“ hält. Leider gibts für die „Grosskopferten immer nur „lasche“ Gesetze!
    Auspeitschen und Einsperren soll man den Pharisäer!

  4. Dieses Urteil ist ein schlag ins Gesicht für jeden arbeitenden Bürger!!!

    Scheinbar hängen die ganzen Grosskopferten alle unter einer Decke. Ein korruptes Pack schlechthin.
    Höchstwarscheinlich hat der Herr OB über alle seine Stadtratsmitglieder Geheimdossiers als Druckmittel über all die Jahre gesammelt. Nur so kann ich mir vorstellen das der noch im Amt ist weil jeder die Hosen voll hat das sein Kopf der nächste ist.

    Diese Leute haben für mich alle keinen funken Ehre

    Glück auf

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