Kabier – Fleisch mit Biergeschmack?

Am Silvesternachmittag haben wir einen Bauernhof im Appenzeller Land besucht. Dort hat man sich auf Kabier, die schweizer Variante des Kobe Beef spezialisiert. Als alter Hobbyrancher wollte mein Schwiegervater dort hin und sehen, wie das dort funktioniert.

Kabier ist ein in der Schweiz einzigartiges Produkt. In einem aufwändigen Fütterungs- und Pflegeverfahren werden unsere Kälber mit verschiedenen Bier-Nebenprodukten verwöhnt. Ausserdem geniessen die Tiere viel Bewegungsfreiheit und werden täglich massiert. Das Resultat ist ein Fleisch, das sich durch grossen Eigengeschmack und eine aussergewöhnliche Zartheit auszeichnet. Die Idee dazu stammt aus Japan, wo sogenanntes Kobe-Beef als Spezialität der absoluten Spitzenklasse angeboten wird.

Welches Schweinderl hättens den gerne?Als wir in den Hof einfuhren wurden wir erstmal von einer Herde Wollschweine begrüßt. Überraschenderweise waren in den Freistallungen relativ wenig Kühe. Gerade mal 15 Tiere habe ich gezählt. Die werden allerdings sehr verwöhnt. Zum Fressen bekommen die hauptsächlich Biertreber, ein Abfallprodukt der Brauereien. Außerdem werden die Rinder täglich zweimal mit Hefe gestriegelt. Ziel ist es, den Tieren den Stress zu nehmen und so ein ganz besonderes Fleisch zu erhalten. Zusätzlich wird auf dem Hof auch noch viel Wert auf Nachhaltigkeit und kurze Transportwege gelegt. Natürlich hat das alles seinen Preis und so sind hauptsächlich Edelrestaurants die Abnehmer. Der Preis von 55 Franken pro Kilo ist nicht ohne. Trotzdem kann man auch privat Portionen zu 5 kg kaufen, auf die man dann aber 6 Monate warten muß, weil die Warteliste so lang ist. Wir haben uns zusammen mal eine Portion bestellt. Ein Gourmetbericht folgt im Sommer 😉

PS: Die Kühe sind nicht dauerbesoffen. Im Pansen der Tiere baut irgendein Bakterium den Alkohol bereits ab, bevor er ins Blut gelangt.

Ein Gedanke zu „Kabier – Fleisch mit Biergeschmack?“

  1. Ein wirklich doofer Name! „Ka-Bier“ dabei gebens dem Tier doch Bierprodukte! Oder meinen die, dass man beim Essen „ka Bier“ braucht, da des Vieh scho danach schmeckt? 🙂

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