„Kann bei uns nicht passieren“

Diesen Satz werden wir heute sicherlich einige Mal hören, wenn Atomkraftbefürworter in der Politik und Industrie zum Atomunfall in Frankreich befragt werden. Wie immer wird abgewiegelt werden. Ich kann mich da noch gut an den Zwischenfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark erinnern, wo gleich darauf hingewiesen wurde, dass bei uns ja andere Typen eingesetzt werden. In Tschernobyl hieß es damals, dass bei uns die Sicherheitsmaßnahmen viel höher sein. Als es dann in Krümmel brannte, wurde der Vorfall als harmlos dargestellt.

Die Atomkraft ist und bleibt einfach eine Energieform mit unkalkulierbaren Restrisiko und ungelöster Endlagerfrage, die unsere nachfolgenden Generationen noch auf Jahrhunderte vor Probleme stellen wird. Denn selbst unsere so sicheren Salzstöcke saufen gerade ab und zeigen, dass nicht einmal die Atommüllzwischenlager verlässlich sind. Und was man auch nicht verdrängen darf: So ein Atomkraftwerk ist für Terroristen ein ziemlich attraktives Ziel.

11 Gedanken zu „„Kann bei uns nicht passieren““

  1. „Die Atomkraft ist und bleibt einfach eine Energieform mit unkalkulierbaren Restrisiko und ungelöster Endlagerfrage…“

    Ja, und genau deshalb muss die Politk Finanzen für Forschung und Entwicklung bereitstellen und ein möglichst breit gefächertes internatinales Programm zur friedlichen Nutzung der Atomenergie fordern und fördern!
    Ein Atomausstieg (zudem noch ein nationaler) ist und bleibt imho kontraproduktiv.
    Die eigentlichen Gefahren sehe ich in unkontrollier(baren)ten Nutzungen von Atomkraft, auch in hochentwickelten Ländern und das Winken mit der atomaren Keule.

    Wir sollten uns in Deutschland schnellstens von atomergiefreien Hirngespinsten und von parteipolitischen Gemetzeln verabschieden, um den Anschluss an Forschung und Entwicklung nicht zu verpassen.

    Atomenergie ist beherrschbar, sie wird eine der hauptsächlichen Energieformen der Zukunft sein! Ich weiß wovon ich schreibe, ein wenig in noch hängen geblieben von einigen „Silvestern“ Physik.
    Viele Grüße
    Norbert

  2. Die andere Seite der Medaille ist, das durch den Ausstieg aus der Atomenergie leider Gottes der CO² Ausstoß drastisch steigt, weil dafür um so mehr Kohlekraftwerke gebaut werden müssen. Leider ist es nämlich noch nicht möglich mit erneuerbaren Energieformen den Bedarf zu decken, der durch Atomstrom gedeckt wird. Dies sollte man sich auch mal überlegen!
    Und ehrlich gesagt, möchte ich nicht überall, wo ich hinschaue, eines dieser Windventilatoren sehen.
    Aber über dieses Thema kann man streiten wie man will. Ich arbeite in einem Kraftwerk (kein AKW) und weiß, was wir an CO² und andere „Schadstoffe“ an die Umwelt lassen. Da ist ein Kernkraftwerk um einiges (sagen wir mal so: „momentan“) sauberer!
    Alles hat ein für und wieder!

  3. Biosprit war bis vor kurzem auch DIE Lösung für das CO2 Problem. Dass die Medaille eine andere Seite hat, wird jetzt jedem klar.

    Die Atomenergie wird uns jetzt als DIE Lösung untergejubelt. Von den Wäldern die großflächig für die sibirischen Uranminien gerodet werden, redet keiner. Von den Strahlungstoten untern den Minenarbeitern schon gar nicht. Für die Endlagerung des Atommüll gibt es nicht mal ansatzweise eine Lösung. Aber dafür haben wir in Deutschland eine positive CO2-Bilanz. Ja nicht über den Tellerrand gucken!

    Und zum Thema Beherrschbarkeit: Überall wo Menschen arbeiten werden Fehler gemacht. Und ein Fehler an der falschen Stelle kann ein Land verstrahlen. In Forsmark, Tschernobyl und Krümmel haben die Techniker bestimmt alle am Tag vorher noch gemeint, sie haben alles unter Kontrolle.

    Atomenergie ist die Energieform, die der Industrie den meisten Profit bringt. Darum wird sie uns als so toll verkauft.

  4. ich bin nach wie vor gegen Atomernergie. Klar ist sie theoretisch kontrollierbar und sieht erst mal CO2-mäßig prima aus. Aber das kann nicht alles sein und ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß es noch viele neue Ideen geben wird.
    Und ich finde die Windräder nicht häßlicher als bspsw. Satellitenschüsseln an den Hauswänden.

  5. Bei dem Vergleich „Schüssel vs. Windrad“ hinkt irgendwas…
    Ich habe in der Nachbarschaft noch keine Sat-Schüssel mit Durchmessern von weit über 5 Metern gesehen. Dazu kommt noch, das Sat-Schüsseln im großen und ganzen keine Geräusche machen, was man von den Ventilatoren nicht sagen kann.
    Klar ist, das wir von der Kernenergie wegkommen müssen, aber mit den momentanen Möglichkeiten ist dies so gut wie nicht möglich, wenn man dabei die Umwelt nicht außer acht lassen möcht. Mit Wind, Wasser und Sonnenenergie kann man leider Gottes bisher nicht die Menge an Strom produzieren (zumal konstant, ohne starke Schwankungen)die bisher benötigt werden. Aber dies kommt immer bei dem Atomstromgejammer zu kurz.
    Naja, ich freue mich schon auf amerikanische Verhältnisse: Stromausfall mitten im Sommer, oder so. Da werden dann wieder alle heulen…

  6. Den Vergleich habe ich deshalb angestellt, weil mir persönlich früher diese Schüsseln unglaublich auf die Nerven gegangen sind und heute bemerke ich sie gar nicht mehr. Ich schätze, daß das mit den Windrädern ähnlich wäre.
    Daß sie weder optisch noch akustisch vergleichbar sind ist mir klar, habe ich zuwenig ausführlich hingehunzt.

  7. Vielleicht sollte man sich dies mal zu Gemüte ziehen:
    Strom wird knapp oder Strom wird knapp 2 oder Strom wird knapp 3 oder Strom wird knapp 4 !
    Ihr redet immer nur von Klimawandel, Gefahr und schaut nicht über Euren Tellerrand. Ihr betreibt Blogs, Webseiten, habt zu Hause bestimmt einen Rechner, Fernseher usw. Dies wollt Ihr alles behalten, aber auf der anderen Seite sollen wir alles, was uns schaden könnte (wie lange laufen nun die AKWs ohne Pannen?) abstellen, abschaffen. Tja, dann verabschiedet euch mal von dem schönen Leben. Wir müssen Kompromisse eingehen, nur von heute auf morgen ist in dieser Beziehung nichts gemacht. Last die AKWs laufen und dafür bekommen wir saubere Luft und nebenher kann man da in Ruhe weiter forschen, oder meint Ihr, das die Energieunternehmen da nichts machen? Die schauen auch danach, das da was anderes gemacht wird, aber momentan drückt der Schuh. Bis die AKWs abgestellt werden, müssen Ersatz geschaffen werden, was sich aber auch nicht so schnell bewerkstelligen läßt. Um ein neues Kraftwerk zu bauen, muß jahrelang geplant und Genehmigungen eingeholt werden. Dann beginnt mal der Bau, was sich anders wie bei einem Haus ziehen kann, da es doch andere Bauten sind. Aber sowas sehen Leute natürlich nicht, die nicht über Ihren Tellerrand schauen. Ich habe keine Lust, irgendwann im Dunkeln zu stehen, weil, dank der Bundesregierung, zu wenig Strom da ist. Aber ich denke, ich werde mich damit abfinden…
    Zumal, was bringt es, wenn wir unsere AKWs abstellen und dafür die Franzossen bis zu 8 neue AKWs bauen wollen. OK, soll Weltweit geschehen, aber bestimmt werden einige an den Rhein gebaut werden, weil wir wären ja super Kunden, die den Strom dann brauchen und nun? Sind wir dann weniger belastet, nur weil diese Dinger auf französischen Gebiet liegen?
    Überlegt mal, was Ihr fordert und dann schaut mal etwas weiter…
    *kopfschüttel*
    Dies alles ist wie die Aussage: Kauf E-Autos, die sind Umweltschonend…*rofl*
    Wie wird denn Strom produziert…

  8. Wir können es uns halt nicht mehr leisten jährlich unseren Stromverbrauch zu erhöhen. Wir müssen anfangen Strom zu sparen, und da kann jeder gut bei sich selbst anfangen. Schaut euch z.b. mal an was euer PC verschluckt: http://www.arschmonster.de/14/07/2008/pc-stromverbrauch-berechnen...
    Wir sollten uns auch fragen, was ein dauerhaft positives Wirtschaftswachtum heißt. Alle Industriestaaten streben dies an, aber wir können nicht auf ewig alle immer mehr wachsen und wachsen und mehr und mehr Energie verbrauchen. Das ist wie unser Finanzsystem, exponentielles Wachstum funktioniert weder beim Geld noch bei der Wirtschaft.

    Atomenergie ist und bleibt sehr gefährlich, und die vielen Störfälle beweisen die Anfälligkeit. Ich warte nur auf einen GAU in Europa, dann heulen alle rum. Atomenergie ist also keine Alternative, auch wenn sie klimaneutral ist.
    Wir sollten die Forschung auf dem Gebiet der regenerativen Energien weiter ausbauen ,bisher wird noch viel zu wenig gemacht.

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