Katzenjammer bei der CSU

Das Abschneiden bei der Kommunalwahl war für die CSU ziemlich bescheiden. Sofort wurde natürlich nach Gründen gesucht und schon werden die Stimmen nach einer Lockerung des Rauchverbotes laut. Als wäre das der Grund. Obwohl schließlich alle Parteien geschlossen fürs Rauchverbot waren, ist es natürlich klar, dass nur die Wähler der CSU nicht mehr für ihre Partei stimmen. Warum sollte es auch daran liegen, dass Edmund Stoiber im letzten Jahr demontiert wurde und das Nachfolgeduo recht glanzlos ist? Warum sollte es an einem doppelt vorbestraften OB Schröpf (Weiden) liegen, der zu lange an seinem Stuhl klebte? Warum sollte es an Hans Schaidinger liegen, dem Regensburger Gutsherren, der zu lange nichts gegen braune Druckstellen im Ortsverband unternahm? Oder warum gesteht man sich nicht einfach ein, dass man in München und Nürnberg keine Kandidaten hatte, die Christian Ude oder Ulrich Maly auch nur halbwegs das Wasser reichen konnten? Nein, da schiebt man es lieber aufs Rauchverbot und die geringe Wahlbeteiligung.

Apropos geringe Wahlbeteiligung. Seit gestern hört und sieht man in den Medien immer wieder die Fragen nach den Gründen dafür. Kräftig wird wieder über die Politikverdrossenheit der Bürger spekuliert. Da frage ich mich schon, ob die Journalisten am Sonntag den ganzen Tag im Bett gelegen und nicht aus dem Fenster gesehen haben. Wenn sie nämlich selbst beim Wählen gewesen wären, hätten sie gemerkt, dass ein Sturm übers Land fegte und sich die Sonne hinter den Regenwolken versteckte. Da macht das Großmütterchen vom Lande keinen Sonntagsspaziergang ins Wahlbüro, sondern bleibt lieber zu Hause in der warmen Stube.