Konsequent “kinderfrei”

Kranke Welt: In Waldkraiburg hat ein Wirt seine Gaststätte zur kinderfreien Zone erklärt, weil die Kinder mit Filzstiften seine Tischdecken bemalten, Porzellanfiguren kaputt gemacht hätten oder mit ihrem Kinderrad durch das Lokal gefahren seien. Kinder unter zwölf Jahren müssen daher ab sofort draussen bleiben, selbst wenn die Eltern dabei sind. Mittlerweile regt sich Gott sei Dank Widerstand gegen diesen kinderfeinlichen Wirt.

16 Gedanken zu „Konsequent “kinderfrei”“

  1. Recht so! Kinder gehören verboten! Und alte Leute auch!

    In Zukunft lassen wir uns alle klonen, und der natürliche Ausschuss wird durch Roboter ersetzt.

    Die Welt gehört den Cyberdroiden!

  2. Da lief letzte Woche in “Quer” auch ein Bericht darüber. Die Ironie dürfte wohl sein, dass dieses Lokal bis ins letzte Detail aussieht wie ein klassisches Familienlokal, aber vielleicht sind das ja auch nur Erblasten vom Vorgänger.

  3. Soweit ich es in dem Beitrag verstanden habe, fehlt es weniger an den rechtlichen Mitteln dagegen vorzugehen, als an der einen Familie die abgewiesen wird und dann klagt. Das sind nun mal die Tücken des Rechtssystems. Aber auch unabhängig davon, glaube ich nicht das er das auf Dauer so halten kann. Da könnte schon der Druck um den Wirt herum wirken. Man ist in dem Städtchen ja peinlich berührt ob solcher bizarren Entscheidungen.

  4. @StoiBär: Die Raucher sind doch schon dran, konsequent ausgesperrt zu werden.

    Ich finde, die nächste Randgruppe sollten Leute mit Goldkettchen sein.

  5. Pingback: Uli´s Blogstelle » Blog Archiv » Der Gipfel der Kinderfeindlichkeit 2007
  6. Selbst wenn ihr mich in der Luft zerreißt: Ich kann den Gastwirt verstehen! Ich habe zwei Jahre in der Gastronomie gearbeitet und zwar in einem Lokal, das erst um 18 Uhr! geöffnet hat, Publikum: Studenten, Jungakademiker, Freiberufler, Schauspieler. Was sich da mit Kindern teilweise abgespielt hat, kann sich keiner vorstellen. Im Lokal gab es angefangen von verschiedenen Spielen, Farbstiften, Malbüchern, Märchenbüchern etc. alles für Kinder. Diese Dinge wurden bestenfalls heimlich still und leise eingepackt, die Kinder sind herumgetobt wie die Wilden, haben tatsächlich alles angemalt, was irgendwie beschreibbar war, Bierdeckel, Menagen wurden abgeräumt und versteckt, selbst gedeckte, reservierte Tische wurden abgeräumt, in den Waschräumen haben sich die Kleinen Duelle mit Spritzpistolen geliefert, haben sich in den Toiletten eingeschlossen und mehr als einmal mussten wir Kinder aus der Küche entfernen. Es hat Scherben und beschmutzte Kleidung gegeben, weil die Kinder das Servicepersonal niedergerannt haben. Am schlimmsten war es immer beim Sonntagsbrunch ab 10 Uhr – 1 Person alleine zur Bewachung des Buffets war immer notwendig, wollte man Joghurtschlachten, Müsliweitpusten, Würstelweitwerfbewerbe und rinnende Getränkespender vermeiden.

    Klar kann man dafür nicht die Kinder verantwortlich machen – Schuld an dieser Misere sind die Eltern, die ihren Kindern nicht sagen, was sein darf und was nicht und sich nicht darum kümmern, was ihr hoffnungsvoller Nachwuchs anstellt, denn den Dreck und die Probleme hat der Wirt. Das geht von Putzereikosten für Gäste, Mehrverbrauch an Tischwäsche, denn Filzstift lässt sich so gut wie nicht entfernen, Wachs- und Brandflecken auf Wäsche und Mobiliar, unnötige Mehrarbeit fürs Personal und endet mit Gratis-Sekt als Goody für Gäste, die belästigt und bekleckert wurden. Natürlich haben sich nicht alle Kinder derart aufgeführt, aber 2-3 Stück dieser Sorte langen aus, um dem Rest der Gäste das Ausgehen zu vermiesen!

  7. Wenn bei meinem Lieblingsitaliener am Abend eine Gruppe Frauen nach ihrer Turnstunde einfällt, ist es auch vorbei mit dem angenehmen Essen. 10 Frauen, eine lauter als die andere. Darf ich da auch fordern, dass die ausgesperrt werden, weil ich mich nicht mehr vernünftig unterhalten kann?

    Wenn ich zu einem Sonntagsbrunch gehe, muss ich davon ausgehen, dass da jede Menge Kinder sind. Wenn ich Kindergeschrei nicht aushalten kann, muss ich daheim bleiben. Klar, wenn die Kinder sich nicht benehemn können, weil ihre Eltern sie nicht im Griff haben oder mit der Erziehung überfordert sind, ist es ärgerlich. Und bei Sachbeschädigung muss ich eben die Eltern den Schaden ersetzen lassen. Kinder im Lokal zu verbieten ist ein absolutes “no go” in meinen Augen.

  8. […] Bei StoiBär habe ich noch einmal von einem Fall gelesen, den ich eigentlich schon wieder vergessen wollte. Es geht um einen Wirt der in der tiefbayrischen Provinz […]

  9. Das musst du wissen, ob du das Geplappere aushalten willst oder nicht und ich nehme mal an, dass du bei Bedarf das Lokal wechseln wirst, wenn sich da jedesmal das Gleiche abspielt…..

    Weißt du, in Zeiten wie diesen, wo man schief angesehen wird, wenn man etwas gegen das “Entfaltungsrecht” von Kindern sagt, finde ich es gar nicht schlecht, wenn es auch in der Gastronomie Trennung nach Interessen gibt. Man erspart sich auf allen Seiten Frust und Ärger und jeder bekommt das, was er möchte.

    Ich mag Kinder, hab selber drei großgezogen und freu mich auch, sollten mal Enkelkinder da sein. Mit denen geh ich dann gerne in den Zoo, auf den Spielplatz und wenn es denn sein muss, zum Mecky auf eine Kindertüte, oder wie das Zeug heißt. Ich geh auch mit ihnen zum Essen – da werden sie sich aber gefälligst, wie ihre Eltern auch, für eine Dreiviertelstunde benehmen müssen, bevor es wieder hinaus zum Toben geht. Ist eigentlich ganz einfach 🙂

  10. Gute Arbeit, StoiBär,

    ich muß ehrlich sagen:

    Der deutsche Staat soll nur so weiter machen. Demnächst dann auch Kinder aus Vergnügungsparks raus (BW hat ja so viel, die Pfalz auch). Dann wird es dort auch angenehmer.

    Und dann nicht vergessen, die Kinder nicht in die KiTa, sondern in die Fabrik schicken. Damit der Profit noch mehr steigt. Ich bin auf der Seite dieses Kneipiers. Er hat vollkommen Recht.

    Und gerichtlich ist da gar nichts zu machen. Kein Gast hat das Recht, von der Bedienung bedient zu werden. Dies obliegt dem Gastwirt, welchen Kunden er bedient. Er hat dort das Hausrecht. Also darf er aus seinem Laden neben Rauchern auch Kinder, Alte oder Behinderte aussperren. Sogar Türken, wenn er keine in seinem Laden sehen will – und er ist vollkommen im Recht.

    Mir ist einmal etwas ähnliches passiert, daß ich in einem Café nicht bedient wurde. Und der Oberkellner, in Vertretung des Gaststättenbesitzers, hat sein Hausrecht ausgeübt, da er mich nach einem Streit (den wir Jahre vorher hatten) nicht mehr bedient hat – und auch seine Kollegen anwies, mich zu ignorieren. Das ist vollkommen rechtens.

    IM Gegenteil sogar, der Gastwirt kann sogar gegen Eltern klagen, die ihre Kinder mitbringen und sein Hausrecht nicht achten. Dürfte dann teuer werden.

    MfG

  11. Will ja nicht kleinlich sein, aber die gemeinte gastwirtschaft ist nicht in waldkraiburg, sondern in kraiburg.

    Zur Sache ist zu bemerken, dass man hier viel zuviel aufhebens macht und für den kinderunfreundlichen wirt bundesweite reklame
    via presse und sogar im fernsehen(sat, rtl, ect)kostenlos betreibt.
    Ich bin der meinung,dass hier system, seitens des gastronomen
    dahintersteckt.allerdings hat dieser mit sicherheit nicht mit dieser aufblähung gerechnet.
    Der gute herr hein lacht sich ins fäustchen.

    Zu bemerken ist noch, dass bei uns vor ort(kraiburg und umfeld)
    das verhalten des herrn hein von der mehrheit als diskriminierend empfunden wird.

    gruss gt

  12. Hallo Herr Tölg,

    ich empfinde es genauso wie Sie und die Aufmerksamkeit, welche dem Gastwirt geschenkt wurde, finde ich mehr als übertrieben. Die Boulevard-Presse und die Boulevard-Sender haben es natürlich sofort aufgegriffen und in “BILD”-Manier riesig aufgebläht. Das erhöht ja die Einschaltquoten. Und was tut man nicht alles dafür?

    Ob es dem Wirt tatsächlich mehr bringt und er sich auf Dauer auch behaupten kann, bezweifle ich. Liegt es nicht eher an unserer kranken Gesellschaft, wo Haustiere einen höheren Stellenwert besitzen als die eigenen Kinder?

    Ich dachte immer: KINDER SIND UNSERE ZUKUNFT! Was wird aus unserer Zukunft, wenn wir die Kinder aus unserem gesellschaftlichen Leben ausschließen? Vielleicht sollten sich so manche Eltern an der Nase fassen und nicht die Kinder in Internate sperren oder sich eine Supernany zulegen, weil die Sprößlinge ihnen über den Kopf wachsen.

    Ich wollte eigentlich nur diese Art von Reklame, die ich als negativ empfinde, an die richtige Adresse lenken. Waldkraiburg hat ja immer noch mit Vorurteilen aus der Vergangenheit zu kämpfen. Jetzt muss nicht auch das noch dieser Stadt, die sich in den letzten Jahren sehr stark zum Positiven geändert hat, in die Schuhe geschoben werden.

    Liebe Grüße
    TT

  13. Ich gebe dem Herrn Hein Recht. Er schließt ja nicht alle Kinder aus, sondern nur die unter 12 Jahren.
    Als meine drei Kinder klein waren, hätten wir uns das Essen gehen gar nicht leisten können. Auch wäre es mir zu stressig gewesen, die Kinder ruhig zu halten und auf dem Stuhl zu belassen.
    Wenn ich heute mit meinem Mann Essen gehe, möchte ich es geniesen und nicht von lärmenden und herumtollenden Kindern belästigt werden. Die heutigen Mütter wehren Ihren Kindern ja nichts mehr.
    Das Essen ist ja mitunter auch nicht billig, dann möchte ich es auch mit Ruhe geniesen.

Kommentare sind geschlossen.