Kundendienst

Letzte Woche habe ich einen PC mit folgender Fehlerbeschreibung reingekriegt: “Ein Lüfter brummt die ersten paar Minuten immer und ein wenig langsam ist er auch geworden. Mach mal einen Kundendienst.” In dem Dorf des Besitzers gibt es noch kein Internet DSL und so nahm ich an, dass ich nur ein paar Sicherheitsupdates installieren und den Lüfter zu wechseln hätte. Dann vielleicht noch Temp-Dateien löschen und defragmentieren. Also PC angesteckt und das Hochfahren hat schon fünf Minuten gedauert. Da von der Festplatte außerdem recht sonderbare Geräusche kamen, habe ich erstmal ein Prüftool über die Platte laufen lassen. Das Ergebnis war relativ erschreckend:

Defekte Sektoren auf einer Maxtor Festplatte
Natürlich habe ich dann gleich eine neue Festplatte genommen, diese formatiert und alle Daten rüberkopiert. Geschlagene sechs Stunden später war der Rechner dann fertig und bis auf ein paar MP3 und ein paar Dateien aus c:\windows\system32 waren alle Daten auf der neuen Platte. Leider stellte sich aber anschließend raus, dass das Betriebsystem nicht mehr hochfahren wollte. Also noch eine neue Platte genommen, ein jungfräuliches XP installiert und dann die geretteten Daten einfach drübergeklatscht. Und siehe da, das System lief hoch und arbeitete einwandfrei.

Normalerweise ist bei so einem Testergebnis die Wahrschenlichkeit 98%, dass viele Dateien weg sind oder zumindest eine komplette Neuinstallation nötig ist. Oft reicht ein defekter Cluster auf der Platte um ein System zu schrotten. Ein Riesendusel also!

Mit Platten von Maxtor verhält es sich übrigens wie mit denen von Fujitsu seinerzeit. Das war bestimmt schon die zehnte Platte aus dieser Serie (80 GB und 120 GB), die defekt ging. Kein Wunder, dass Maxtor nur 12 Monate Garantie gewährte. Trotzdem gingen sie pleite und wurden von Seagate geschluckt.

3 Gedanken zu „Kundendienst“

  1. das für viele datensicherung immer noch ein fremdwort ist?
    gerade als ehemaliger windows user weiss ich doch, das es des öfteren vorkommen kann sein system neu aufzuspielen! und die erfahrung hat mich gelehrt das nichts über ein regelmässiges backup meiner pornofilmsammlung daten geht

    🙂 naja der kunde vom dorf eben…

  2. Mit Maxtor-Platten habe ich auch nur schlechte Erfahrungen gemacht. Nach der vierten langsam dahinsiechenden Platte mit integrierter Zeitbombe bin ich nun mit neuen Western Digital-Platten glücklich geworden.

  3. Oft kann man durch sequentielles clusterweises Lesen der Platte noch mehr retten. Die Tools dafür (Get Data Back, Stellar Phoenix, PC Inspector) variieren von sehr gut bis Schrott und von sehr teuer bis geschenkt. In meinem Linux-Server steckt auch so eine Platte mit 5 kaputten Sektoren – die muss aber noch 4 Wochen durchhalten.

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