Kein Buchtipp: Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv

Urlaubslektüre darf auch mal gerne ein wenig seicht sein. Auf Ihrer Vorbereitungstour durch den Buchladen hat mir meine Liebste auch etwas mitgebracht. Im praktischen Taschenformat kommt “Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv” von Harald Schmidt daher. Als alter Fan von Dirty Harry sollte das also passen. Beim Vorwort hab ich dann auch gleich geschmunzelt, als ich las:

Es handelt sich hierbei um Verschenkliteratur, eine Kategorie, die in den Bestsellerlisten leider noch nicht geführt wird.

Bei Geschenkliteratur geht es einzig und allein darum, dasss sie gekauft wird. Deshalb wird sie in praktischer Höhe in Bahnhofs- und Flughafenbuchhandlungen gestapelt. Ein Fernsehgesicht auf dem Buchdeckel ist nahezu unerlässlich.

Dachte ich aber zuerst noch, es handle sich um einen typischen Schmidt-Witz, musste ich bald feststellen, dass dies wirklich der Sinn des Buches ist. Auf 180 Seiten finden sich die gesammelten Kolumnen, die Harald Schmidt für den Focus geschrieben hat. Schmidt kommentiert zwar bissig und gut das Tagesgeschehen von anno dazumal, größtenteils aber alles alter Käse. Teilweise kapiert man auch nicht mal mehr, auf was er sich bezogen hat. Ein wenig kommt es mir vor, als würde man in einem Blog Beiträge lesen, die schon zwei Jahre alt sind. Dann auch noch jedes Kapitel nur um die 300-400 Wörter lang, Lesespaß kann also gar nicht aufkommen, geeignet ist sowas eher als Klo- denn als Urlaubslektüre.

Mein Fazit: Einziges Ziel des Buches ist es, dem Leser mit alten Kamellen nochmal 7,95 Euro aus der Tasche zu ziehen, indem man ein populäres Gesicht aufs Cover packt.

==> keine Leseempfehlung