Professionelle Backupsoftware Fehlanzeige?

Dem Thema Backup nimmt sich irgendwie kein Admin sonderlich gerne an. Grund mag vielleicht auch sein, dass alles was an Software für den professionellen Einsatz am Markt ist nicht gerade große Würfe in Sachen Zuverlässigkeit und Bedienerfreundlichkeit sind. Den Windowsmarkt teilen sich Jahren zwei Produkte. CA Arcserve Backup und Symantec Backup Exec, im normalen IT-Sprachgebrauch Arcserve und Veritas genannt.

Die Wahl zwischen den Produkten ist immer Entscheidung, welches Übel man eher eingehen möchte. ArcServe hat imho die logischere Oberfläche und sichert in der Grundversion auch übers Netz – eine Funktion, die man bei Vertias zusätzlich bezahlen muss. Dafür kämpfe ich da seit Jahren mit dem Problem, dass mittendrin nicht mehr auf die Datenbank zugegriffen werden kann. Der Support konnte da bisher nie helfen und behoben habe ich diesen Fehler immer mit einer kompletten Neuinstallation des Programms.

Veritas hat ein besseres Handling mit geöffneten Dateien und läuft eigentlich dauerhaft stabiler. Dafür liefert es wenig aussagekräftige Protokollübersichten. Löscht man beispielsweise ein Exchangepostfach, zeigt der Sicherungsjob am nächsten Tag ein „Fehlgeschlagen“ an, obwohl nur dieses eine Postfach nicht mehr gefunden wurde. Richtig nervig ist aber der ungemeine Speicherhunger der Software. Bis zu 1 GB RAM für den Hauptprozess (beserver.exe) ist ein Normalwert. Nur ein Neustart des Dienstes räumt den Speicher bis zur nächsten Sicherung wieder frei. Neuerdings haben wir auch einen Server, wo der Prozess die CPU-Last dauerhaft auf über 50% hält. Wohlgemerkt auf einer Maschine mit Dual-XEON 2,4 GHZ während sich die Sicherung im Leerlauf befindet.

Ein paar vernünftige Ansätze gibt es im Freewarebereich. Allerdings können die Programme allesamt nicht auf DDS-, DLT- oder LTO-Band sichern und sind somit nur privat brauchbar. Dann gibt es noch ein kleineres Produkt names Novastor, das ich mir von drei Jahren mal angeschaut habe. Als ich es nach 30 Minuten aber noch nicht geschafft hatte, einen wiederkehrenden Sicherungsjob einzurichten, habe ich wieder die Finger davon gelassen. Irgendwie frage ich mich schon, was daran so schwer sein kann, eine anständige Backupsoftware zu programmieren, die den Admin glücklich macht.

Pigor und Eichhorn schimpfen in ihrem Lied über die Leiden des Normalusers. Ich könnte das Lied komplett neu vertexten, wenn ich nur die Macken der Backupsoftware und unserer CRM-Lösung einbeziehen würde.

5 Gedanken zu „Professionelle Backupsoftware Fehlanzeige?“

  1. Hmmm, also erstmal gehören sowohl Backup-Software als auch CRM (und z.B. Groupware) von der Komplexität her zur Königsklasse der Programmieraufgaben, denn sie enthalten alle einen schier unendlichen Baum an was-ist-aber-wenn-…?-Fällen: der Normalfall ist schnell programmiert, mit den Ausnahmen ist man für Jahre beschäftigt.

    Zum Backup benutze ich seit seit Jahren amanda, das setzt aber einen unter UNIX laufenden Backupserver (an dem das Bandlaufwerk hängt) voraus. Mit cygwin läuft es auch auf Windows, dort werden allerdings nur „virtuelle“ Bandlaufwerke (in Dateien, die dann gesondert gesichert werden) unterstützt.

  2. Cobian nutze ich auch gerne, wenn ich etwas auf Platten sichern möchte. Leider kann dieses Programm nicht auf Band sichern und nutzt somit wenig.

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