Profibettler oder Mensch in sozialer Not?

Je näher Weihnachten kommt, desto mehr bettelnde Menschen finden sich in den Fußgängerzonen und Einkaufspassagen ein. Dabei muss man aber zwischen den sozialen Absteigern oder Pechvögeln und den professionellen Bettlern trennen. Letztere wurden mir zum ersten Mal während meiner Telekomzeit bewußt. Da hatte ich eine längere Zeit an einem Kabelverteiler in der Regensburger Innenstadt zu tun. Ein paar Meter weiter saß einer auf dem Pflaster, als jemand in anständiger Kleidung hinging und mit ihm redete. Nach kurzer Zeit wurde es lauter und ich hörte dann irgendwann: “Ich gehe jetzt. Vor einer Stunde hätte meine Ablösung schon da sein sollen!” Worauf ihn der andere beschwichtigte, verlegen zu der Seite schaute und ihm versprach, er könne bald weg. Auffällig wird es immer dann, wenn plötzlich doppelt so viele da sind wie normal. Dann sind nämlich die Bettelprofis in der Stadt und bleiben ein paar Tage, bevor sie weiterziehen.

Die wirklich Bedürftigen erkennt man aber mit der Zeit, denn die gehören irgendwann zum Stadtbild dazu. Und dann verkaufen sie auch regelmäßig eine Straßenzeitung. In Regensburg erscheint seit 1998 monatlich der Donaustrudl. Sicherlich gibt es in Regensburg optisch flotter aufgemachte Magazine, die noch dazu kostenlos erscheinen. Allerdings zielen die eher auf die hübschen Blondinen oder dienen als Propagandablätter gegen ungeliebte politische Gegener. Da hab ich mir heute lieber den Donaustudl gekauft und unterstütze Menschen in sozialer Not. Herausgeber ist übrigens der Sozialpädagogische Arbeitskreis (SAK) e.V., der auch gerne Spenden annimmt.

Kontonummer: 212 530 bei der Sparkasse Regensburg BLZ.: 750 500 00.