Sami al-Haj

Sami al-Haj war sechs Jahre als Gefangener 345 in Guantanamo interniert. Niemals kam es zu einer Anklage oder zu einem Gerichtstermin, dafür zu zahlreichen Verhören. Verbrochen hat der Kameramann von Al Jazeera eigentlich nichts. Aber er hat Osama Bin Laden gefilmt und das hat gereicht, dass er in die Fänge der CIA geriet.

„We know you are innocent, you are here by mistake,“ sollen ihm die Geheimdienstler in den Verhören immer wieder gesagt haben. Mehr als 200 Mal wurde er einvernommen, von amerikanischen, britischen und kanadischen Dienstlern. Sie wollten Haj umdrehen, der Kameramann sollte für die westlichen Geheimdienste seinen Arbeitgeber Al Jazeera aushorchen.

Liest man diesen Beitrag von Andre Marty, erschliessen sich wieder einmal die Abgründe in der amerikanischen Politik und die Unfähigkeit an der Spitze des Landes. Durch solche Aktionen verliert die USA einmal mehr ihre Reputation und die ganze propagierten Beweggründe ihres Kreuzzuges im Nahem Osten werden ad absurdum geführt. Erreicht wird genau das Gegenteil. Statt den Terror zu bekämpfen schaffen sie immer mehr Hass in der muslimischen Welt und brauchen sich eigentlich nicht wundern, wenn sie in Afghanistan gegen die Taliban immer mehr auf die Verliererstraße geraten.

Ein Gedanke zu „Sami al-Haj“

  1. Das schlimme an solchen Sachen finde ich, das man eigentlich gar nicht mehr weiss wem man den glauben soll. Die einen tun das als Propaganda der Muslime ab, die Amis haben wahrscheinlich noch eine dritte und vierte Version der Geschichte auf Lager.
    Eigentlich sollten Politiker und Polizei absolute Vorbilder für die Bevölkerung sein. Aber wenn man das liest tun sich Abgründe auf. Und man selbst ist eigentlich machtlos gegen soviel Korruption und Machtmissbrauch. Manchmal kann man des Hass der Muslime auf den Westen durchaus verstehen, leider.

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