Sanifair und die Nebenwirkungen

Nerven Euch diese Bezahltoiletten auf den Autobahnen eigentlich auch so? Früher gab es da immer eine ältere Dame mit grimmigen Gesicht und wenn man kein Kleingeld hatte, stahl man sich mit mehr oder weniger schlechtem Gewissen an ihr vorbei. Heute muss man gleich mal 50 Cent abdrücken. Mir ist schon klar, dass die Monopolisten an der Autobahn es nicht leiden können, wenn die Reisenden nur ihre Notdurft verrichten und keinen Umsatz generieren. Und den Gutschein über 50 Cent kann man ja anschließend auch im Gasthaus einlösen.

Im Normalfall läuft es aber doch so ab: Man fährt raus, wenn jemand im Auto aufs Klo muß und verbindet das dann gleich mit einer Pause. Alles rennt in Richtung Toilette los und hält nach ein paar Minuten einen blaugrünen Gutschein in der Hand. Den löst man dann im Shop gegen Kaffee und Kuchen oder Currywurst mit Pommes ein. Nach 20 – 30 Minuten fährt man dann weiter und würde aber vorher gerne nochmal aufs Klo. Also wieder ein Gutschein, den man sich für die nächste Reise aufheben kann, wo man ihn bestimmt nicht mehr findet.

Freitag auf der Anreise ins Skigebiet in den MCD am Irschenberg, heute auf der Rückfahrt wieder. Wer da schon mal war, der weiß, dass das kein normaler Rastplatz, sondern ein Autohof ist. Die Anfahrt von der Autobahn ist recht umständlich und man fährt eigentlich nur hin, wenn man auch was essen möchte. Auf jeden Fall machen die da diesen Sanifair-Käse jetzt auch mit. Für seine 50 Cent darf man dann dafür beim pinkeln Musikvideos ansehen. Natürlich reicht es für Papierhandtücher aber nicht mehr, wenn man die Toiletten mit Flachbildschirmen zukleistert.

Dann zweimal keinen Nachtisch beim Monopoly gewonnen (warum rubbeln eigentlich alle immer die gleichen Straßen?). Und so ging es nach zweimal Bratkartoffeln (Country Potatoes) mit schlechtem Diät-Cola wieder ins Auto. Auf dem Parkplatz dann zahlreiche pinkelnde Burschen, die vorher noch im Restaurant Burger konsumiert hatten. Denen war dann das Videovergnügen doch nicht so wichtig, als dass sie sich dadurch abhielten ließen, ihre gelben Spuren im Schnee zu hinterlassen. Ich für meinen Teil hab gesehen, das es da nebenan jetzt ein Burger King gibt. Werden wir dann beim nächsten Mal sehen, ob die das mit der Toilette besser geregelt kriegen.

3 Gedanken zu „Sanifair und die Nebenwirkungen“

  1. Hab auch schon diverse Sanifair-Scheinchen in meinen Taschen. Nur wenn ich sie einsetzen könnte, sind sie plötzlich unauffindbar. Und auf den Schnickschnack sich drehender Klobrillen kann ich verzichten (was für’n Schreck beim ersten Mal). Fand die Dame zum Vorbeistehlen im Notfall auch besser.
    Übrigens zum Monopoly: Ja! Es fehlt grundsätzlich IMMER einer aus der Dreiergruppe, hat Methode. Man freut sich anfangs über zwei Richtige, aber besser wird’s nicht!

  2. Ich würde die Sache positiv sehen, wer wie ich mit der Bahn fährt wirft i. d. R. nur seine 50 Cent ein. Von Gutscheinen oder Sainfair hab ich heute hier zum ersten Mal gelesen. Auf der anderen Seite kann man es sich als Bahnfahrer auch so lange verkneifen, bis der Zug kommt. Dass kann dann der Autofahrer nicht …

Kommentare sind geschlossen.