Serienfehler bei PC-Hardware

Bestimmte Fehler bei Computerteilen holen einen immer wieder ein. Als ich gestern einen Maxadata-PC zur Reparatur bekam und die Fehlerbeschreibung dazu hörte, war mir eigentlich gleich klar, was los ist. Darin verbaut war ein Motherboard von MSI-Computer und der PC fuhr nur noch im abgesicherten Modus hoch. Im Normalmodus schmierte er immer wieder ab. Manchmal gleich beim Windows-Startbild, manchmal erst später. Grund waren geplatzte Elektrolytkondensator (Elkos), die die Spannung auf der Hauptplatine mitregulieren sollen:

Geplatze Elkos auf Board von MSI-Computer

Auf dem Bild sieht man, dass drei Elkos an der Sollbruchstelle geplatzt sind. Beim ersten ist sogar Flüssigkeit ausgetreten. Die beiden hinteren sind noch in Ordnung. Diese fehlerhaften Elkos wurden vor ein paar Jahren von zahlreichen Motherboardherstellern verwendet und ich habe mittlerweile um die 20 solche PCs repariert. Das Ärgerliche ist, dass die Symptome nicht immer gleich sind. Manchmal läuft der PC relativ stabil und bringt nur hin und wieder Windowsfehlermeldungen, manchmal stürzt er sofort nach dem Einschalten wieder ab – meist abhängig davon, wieviele Elkos geplatzt sind.

Als ich zum ersten Mal so einen Defekt hatte, suchte ich bestimmt einen halben Tag. Ich vermutete Viren, machte einen Festplattencheck oder installierte das Betriebsystem neu. Mittlerweile reicht ein Blick ins Innere und die Diagnose ist gestellt. Oft erkennt man es auch schon auf der Innenseite des Gehäusedeckels. Dann nämlich, wenn da braune Spritzer sind, die nach angetrockneten Kaffee aussehen. Eine Zeit lang habe ich immer die Elkos ausgelötet und ersetzt. Das wurde mir irgendwann zu dumm und wenn ich jetzt so einen Fall habe, ist es einer der seltenen Fälle, in denen ich mal wieder EBAY besuche. Dort gibt es diese alten MSI-Boards mit ausgetauschten Elkos und einem Jahr Garantie.

Ein weiterer Serienfehler

stammt aus meinen Anfangsjahren als PC-Techniker. In meiner früheren Firma hatten wir mal komplette Klassenzimmer mit Eigenbau-PCs auf Basis von Intel Pentium 90 ausgestattet. Dort hatten wir in insgesamt 30 Rechnern Festplatten mit 500 MB von Fujitsu verbaut und erwischten genau eine Serie, die nahezu komplett innerhalb der Garantie ausfiel. Alle zwei Wochen fuhr ich damals zu der Schule und tauschte wieder ein Platte aus. Die Festplattenimages waren zwar immer schnell wieder aufgespielt (damals war noch Windows 3.11 angesagt), aber ein bis zwei Stunden Arbeitszeit wurden da jedesmal verbraten. Schlimmer war es bei ein paar Privat-PCs, wo diese Platten auch verbaut waren und wo dann fast immer alle Daten der Kunden verloren waren. So viel Streit wie damals hatte ich später nie mehr wieder mit Kunden und der Hass auf Fujitsu im Kollegenkreis war gigantisch.

Seitdem ist Fujitsu ein rotes Tuch für mich und ich habe nie wieder Produkte dieser Firma gekauft. Als Siemens dann mit Fujitsu kooperiert hat, war auch Siemens für mich gestorben. Einfach aus Angst, in den Rechnern könnten Fujitsuplatten verbaut sein. Bis heute hat nicht ein Rechner von Fujitsu-Siemens (FSC) meine Werkstatt von innen gesehen.

7 Gedanken zu „Serienfehler bei PC-Hardware“

  1. Ich arbeite ja auch in einer PC Reparatur. Das Problem mit den Kondensatoren ist sehr bekannt. Merkwürdiger Weise taucht der Fehler sehr sehr häufig bei MSI Boards auf, weniger bei Boards von anderen Herstellern. Auch mein erster Blick gilt dann immer den Kondensatoren ob sie nicht „dicke Backen“ haben.
    Wenn wir alte Rechner mit Fuji Platten bekommen, wird die Platte generell ausgetauscht. Den Lagerschaden den die immer haben höre sogar ich mit meinem Hörfehler. 🙂

  2. Leider kenne ich diesen Fehler auch und nicht jeder sogenannte PC Techniker ist so wie Du in der Lage, diesen Fehler zu entdecken. Hatte deswegen sehr viel Ärger…

    Liebe Grüsse

    Steffi

  3. wir hatten eine ganze Serie Dell Desktops, bei denen dieses Problem auftrat. Glücklicherweise innerhalb der Garantiezeit, so wurde das Board (keine Ahnung welches) schnell getauscht.

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