Stoibers nächstes Eigentor

Gerade hatte Edmund Stoiber die CSU-Landesgruppe wieder auf königstreuen Kurs gebracht und sich zum Spitzenkandidat für die nächste Landtagswahl küren lassen. Jetzt schiesst er schon wieder das nächste Eigentor und verkündet, dass er dann auch gleich bis 2013 weitermachen will: “Wer mich kennt, weiß, dass ich keine halben Sachen mache.”

Das wurde dann selbst Landtagspräsident Alois Glück heute in Wildbad Kreuth zu viel: “Man müsse sehen, wie die Entwicklung weitergehe und ob irgendwann in der nächsten Legislaturperiode ein Wechsel erfolge, auch im Interesse Bayerns”.

Damit dürfte Stoiber der Parteibasis, die wohl nicht so geschlossen hinter ihm steht, wie er und die Fraktion es gerne hätten, nicht gerade die erhofften Worte gesagt haben. Bei einer Wiederwahl würde wohl eine geordnete Übergabe an den Nachfolger zur Halbzeit besser ankommen. Fraktionschef Herrmann meinte daher auch: “Es ist unübersehbar, dass es Irritationen gibt an der Parteibasis, in der Bevölkerung. Es ist ja nicht so, dass wir blind dafür wären.”

Vor der Aussprache mit Landrätin Pauli hat Stoiber heute auch zum ersten Mal eigene Versäumnisse eingeräumt: “Wer macht schon keine Fehler.” Der “Passauer Neue Presse” sagte er dann: “Es ist auf jeden Fall richtig, dass wir dieses Gespräch führen. Ich bin immer für eine offenen Diskussionskultur auch mit kritischen Anmerkungen. Deshalb erwarte ich ein gutes Gespräch, auch wenn wir sicher in der einen oder anderen Frage unterschiedlicher Meinung sind.”

2 Gedanken zu „Stoibers nächstes Eigentor“

  1. In Spiegel-Online steht dazu heute ein sehr guter und wahrscheinlicher sehr wahrer Artikel, “Der Bayernkönig verliert sein Fußvolk”. Stoiber hat nicht mehr den uneingeschränkten Rückhalt in der Partei wie in früheren Zeiten. Es rumort gewaltig. Um ihn sein Gesicht wahren zu lassen, wurden die Solidaritätsadressen abgegeben. Dies geschah zwar auch auf Stoiber´s Druck hin…. aber man hat ihm doch einiges zu verdanken….. es will keiner der Königsmörder sein…. und man hat das Problem, dass ein wirklich geeigneter Kandidat fehlt, der nicht nur ein Übergangslösung darstellt. Ich denk, man will sich in der Partei nun etwas Luft verschaffen, um einen geeigneten Kandidaten zu finden und aufzubauen.. und Stoiber wird spätestens mit der Hälfte seiner Amtszeit zurücktreten.

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