Stromerzeugung aus Geothermie

Ein zukunftsweisendes Projekt ist jetzt mit einjähriger Verzögerung in Unterhaching in Betrieb gegangen. Aus rund 3300 Meter Tiefe wird Wasser mit einer Temperatur von 120 Grad an die Oberfläche geholt. Bereits in zahlreichen Gemeinden wird so bereits ein Fernwärmenetz betrieben. In Unterhaching ist es jetzt zum ersten Mal in Deutschland gelungen, damit eine Turbine zur Stromerzeugung zu betreiben. Mit der Kalinatechnik können so rund 3,36 Megawatt umweltfreundlich ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Stromerzeugung durch Erdwärme ist im Verhältnis zur Wärmeversorgung noch nicht lange verbreitet. Das neuartige Kalina-Verfahren ermöglicht jedoch heute schon eine Nutzung von Temperaturen ab ca. 90° C. Hierzu wird die Wärme des Wassers wie bei er Wärmeversorgung an ein Ammoniak-Wasser-Gemisch abgegeben. Da dieses schon bei wesentlich niedrigeren Temperaturen als Wasser verdampft, kann auch der Prozess bereits bei niedrigeren Temperaturen eingesetzt werden. Zusätzlich ermöglicht das Gemisch einen äußerst effizienten Wärmeeintrag. Mit dem entstandenen Dampf kann genauso wie üblicherweise mit Dampfturbinen Strom erzeugt werden. Zurzeit arbeiten weltweit erst wenige geothermische Kraftwerke nach diesem Prinzip.

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass die zukunftsweisenden Technologien zur Energieerzeugung nicht aus Energiegroßkonzernen kommen, die nur auf die Erhaltung ihrer Monopole bedacht sind. Dezentrale Lösungen sind dort kaum gefragt und lieber wird weiter auf Atomkraft und fossile Energieträger gesetzt. Vielmehr sind (wie in Unterhaching) die Kommunen weiter auf sich gestellt, wenn sie in die Entwicklung neuer Energiekonzepte und somit der Erhaltung unserer Umwelt investieren.

Mehr Infos: Geothermie Unterhaching