Tag der Erde im Gentechniklandkreis Kitzingen

Ausgerechnet am Tag der Erde (Earth day) startet in Bayern die Aussaat von MON810, dem Genmais der US-Firma Monsanto. Für 96 Hektar wurde in Bayern die Genehmigung erteilt. 90 Hektar davon sind allein in Unterfranken, fast alles im Landkreis Kitzingen geplant. Die Weingegend am Untermain wird dadurch zum Gentechniklandkreis Nummer 1. Nun ist es aber nicht so, dass der Landkreis maßgeblich hinter dieser Entwicklung steht. Im Gegenteil, die Bevölkerung und der große Teil der Bauern sind strikt gegen genmanipulierten Mais. So befürchten beispielsweise Imker eine Verunreinigung ihres Honigs, Bienen halten sich schließlich nicht an Abstandsflächen, die ja ihrerseits nur alibimäßig eingeführt wurden und eine Verunreinigung der Nachbarfelder duch Pollen des Genmais nicht verhindern können.

Richtig hart trifft es die Gemeinde Oberbreit, wo der Landwirt wohnt, der scheinbar für Monsanto die Speerspitze in Deutschland bilden soll. Bauer Reinhard Dennerlein will großflächig Genmais anbauen, weil er diesen zur Schweinemast einsetzen möchte und im benachbarten Rödelsee einen weiteren Schweinemastbetrieb für 2500 Tiere plant. Für eine Gemeinde ist es natürlich eine schwere Hypothek, wenn sie so einen Landwirt im Gemeindegebiet hat. Gerade die kleinen Gemeinden Oberreit und Rödelsee möchten eigentlich mit der idyllischen Lage in den Weinbergen Besucher anlocken. Eine stinkende Schweinemastfabrik und Maisfelder mit Genmais sind da alles andere als förderlich.

Derweil erkennt man scheinbar auch in der Politik die Fehler, die man gemacht hat. Hatte Landwirtschaftsminister Horst Seehofer im vergangenen Dezember erst noch der Weg für den Anbau von Genmais geebnet, kritisiert er nun plötzlich die Nahrungsmittelkonzerne und wirft ihnen ihr Streben nach Gewinnmaximierung vor.

„Wir brauchen eine Renaissance der Landwirtschaft, einen Ausbau der Agrarproduktion in Deutschland, der gesamten EU und vor allem in den Entwicklungsländern“, sagte Seehofer der Zeitung. „Wir müssen weltweit mehr Nahrungsmittel produzieren, um weitere Preissprünge zu verhindern.“ In der EU seien 3,8 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche stillgelegt worden, um Überschüsse bei Milch, Butter, Wein und Fleisch zu bekämpfen. „Diese Flächen müssen möglichst rasch wieder genutzt werden.“

Fähnchen im Wind sag ich da nur.

5 Gedanken zu „Tag der Erde im Gentechniklandkreis Kitzingen“

  1. Seehofer hat wohl Stress bekommen von einem Kabinettskollegen: Mich(a)el Glos. Denn Wirtschaftsminister Glos hat ein Problem:
    Tja, Glos kommt aus Prichsenstadt.
    Und das liegt in?

    Richtig.
    Unterfranken, Landkreis Kitzingen.

    Soviel zur Kompetenz dieses Mannes. Alles reine Lobby-Politik. In Berlin pro Genlobby, zuhause pro zuhause.

Kommentare sind geschlossen.