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Was die Firma Nuntio mit Barbara Streisand gemeinsam hat

Seit Barbara Streisand mal den Fotografen Kenneth Adelman verklagte, weil eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens zu finden war und anschließend die Öffentlichkeit erst auf das Foto aufmerksam wurde, gibt es den Begriff Streisand-Effekt:

 Der Versuch, bestimmte Informationen zu entfernen, kann dazu führen, dass diese noch stärker verbreitet werden.

Vorgestern musste dies Seoline lernen und als nächstes ist wohl die österreichische Firma Nuntio dran. Wie das Polilog berichtet, suchte Hannes Offenbacher in Facebook nach einem kreativen Filmemacher in Wien. Seine Anfrage bekam als erstes eine Antwort von einem Michael Hollauf mit folgendem Inhalt:

Was immer Du tust, Finger weg von der Firma Nuntio. Gaaanz schlechte Erfahrungen…

Das gefiel der Firma Nuntio nun gar nicht. Aber statt sich mit dem Schreiber auseinanderzusetzen, nachzufragen, wie er zu der Ansicht kommt oder ihn evtl. höflich zu bitten, den Kommentar zu entfernen, wurde der Wiener Anwalt Alexander Scheer eingeschalten. Der hat dann gleich eine kostenpflichtige und mit Rechtschreibfehlern gespickte Abmahnung verfasst.

Tja, was soll ich sagen? Bei Google befinden sich aktuell auf Seite eins für den Suchbegriff “Nuntio” bereits drei Beiträge zu dieser Abmahnung. Warten wir mal eine Woche ab. Mal sehen, wie es dann aussieht. Scheinbar gibt es immer wieder Firmen, die es auf diese Art lernen müssen.

Mehr bei Frank oder Zweipunktnull

Gravenreuth nimmt Berufungsantrag zurück

Mit Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth hat schon so mancher seine negativen Erfahrungen gemacht. Er wurde bereits zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und wollte auch die TAZ abmahnen. Die Zeitung hat sich aber erfolgreich vor Gericht gewehrt. Gestern hat Gravenreuth nun auch seinen Berufungsantrag zurückgezogen, nachdem ihm das Gericht scheinbar erklärt hatte, dass es seiner Argumentation nicht folgen könne.

Eigentlich wollte ich zu dem Thema ja nichts mehr schreiben, wäre da nicht heute ein Besucher mit folgender interessanten Suchkombination auf meiner Seite gelandet:

Gravenreuth Zecke -impfstoff -rotglut.org -fastix.de -gravenreuth.blogspot.com

Immer Ärger mit den Fotos

Gelgentlich beauftragt man Werbefirmen für die Neugestaltung der Firmenwebseite. Man liefert dann selbst einige Fotos von Gebäuden, Mitarbeiter und Produkten und der Dienstleister fügt vielleicht noch ein paar Imagebilder dazu. Wenn die Werbefirma dann schon jahrelang am Markt ist und deshalb Erfahrung mit Bildrechten haben sollte, geht man eigentlich davon aus, dass sie nur Material verwendet, dass ihr gehört oder das frei verfügbar ist. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn ein Jahr nach Fertigstellung der Seite eine kostenpflichtige Abmahnung von Getty Images kommt, man hätte eines ihrer Fotos ohne Vertrag verwendet.

Wenn Musiker ihre Fans nicht mögen

Vor drei Jahren hat Rammstein gegen eine Fanseite geklagt, die daraufhin abgeschalten wurde. Heute lese ich bei Heise, dass nun Prince das britische Unternehmen Web Sheriff mit Unterlassungsforderungen und der Androhung von Schadensersatz gegen mutmaßliche Rechtsverletzungen im Internet losschickt. Dabei hat man die Nutzung von Fotos, Songtexten und Plattencovern auf Fansites im Visier. Kann mir mal einer sagen, was das soll?

Marions Kochbuch bei Heise

Ein wenig Licht ins Dunkel, wer denn nun wirklich Opfer und Täter in den vielen Abmahnungen durch Marions Kochbuch ist, bringt die c`t in Ihrer aktuellen Ausgabe. Den Bericht gibt es auch online und das Fazit für User, die kostenlose Kochrezepte suchen und nicht in Gefahr kommen wollen, eine Abmahnung von Volker Knieper zu erhalten, habe ich hier reinkopiert:

Rezepte und Bilder kostenlos
Es gibt im Web unzählige erstklassige Alternativen zu Marions Kochbuch. Cuisine.at zum Beispiel verzeichnet mehr als 200.000 Rezepte. Das Online-Kochbuch präsentiert Rezepte schmucklos ohne Bilder, dafür aber unter anderem im Mealmaster-Format, das sich einfach in andere Anwendungen importieren lässt.

Wer Bilder sucht, um seine Rezepte aufzupeppen, wird häufig bei Pixelio oder bei Stock Exchange fündig – auf beiden Sites findet man frei verwendbare Bilder zu etlichen Schlagworten. Da aber nicht alle die auf den beiden Plattformen verfügbaren Bilder beliebig verwendet werden dürfen, ist ein Blick in die Lizenzbedingungen vor der Verwendung Pflicht.

Darf man Gerhard Schröder als Gazprom-Söldner bezeichnen?

Krusenstern hat es aber getan und prompt von Heribert Schindler folgende Drohung erhalten.

Sollte die Bezeichnung Gazprom-Söldner Gerhard Schröder nicht umgehend aus Deinem Blog verschwinden, und Du nicht Deine angemessene Entschuldigung veröffentlichen, werde ich gegen Dich Strafanzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede bei den zuständigen Staatsanwaltschaften in Berlin und Zürch einreichen.

Um Streitigkeiten vor Gericht aus dem Weg zu gehen, hat er nachgegeben und sich sicherheitshalber entschuldigt, wobei ich kaum glaube, dass er überhaupt Angst haben müßte.

Derzeit lese ich übrigens das Buch “Putins Demokratur” von Boris Reitschuster, darin werden die Machenschaften von Putin seit seiner Machtübernahme ein wenig durchleuchtet. Ich sag mal so: Wenn nur ein Viertel von dem wahr ist, was in dem Buch steht, muss man die derzeitge Regierung im Kreml ganz anders sehen, als sie in den deutschen Medien dargestellt wird.

via Basic Thinking

Nachtrag: Auf SpOn gibt es noch einen schönen Bericht über den US-Abgeordneten Lantos, der Gerhard Schröder angreift:

Ein paar mahnende Worte zum Sieg über den Kommunismus sollten es bei der Einweihung eines Denkmals in Washington sein. Doch der US-Abgeordnete Lantos schwang die Verbalkeule: Er würde Ex-Kanzler Schröder gern einen “politischen Prostitutierten” nennen – dann aber würden sich Prostituierte beleidigt fühlen.

Atze goes Rumpelstilzchen

Immer peinlicher wird der Rummel, den Atze Schröder um seinen richtigen Namen macht. Bekannterweise hat er es ja nicht gerne, wenn man den nennt. Derzeit bekommt man aber 159.000 Ergebnisse, wenn man danach gurgelt. Arne Klempert ist Geschäftsführer vom Wikimedia Deutschland e.V. und hatte sonderbarerweise von Atzes Anwalt eine Abmahnung bekommen. In Wikipedia stand dieser Name nämlich drin. Die Abmahnung hat er natürlich nicht angenommen und sich stattdessen auf den Prozess gefreut. Einen Termin hatte er auch schon. Scheinbar hat Atze im letzten Moment kalte Füße bekommen. Aber lest selbst!

Ein florierendes Geschäft

Spiegel Online berichtet über das Geschäft mit den Abmahnungen und erwähnt auch die Brötchen- und Würstchenabmahner von Marions Kochbuch. Ein Absatz gibt wohl die Meinung der meisten Blogger wieder:

Der Rechtsanwalt Sascha Kremer, einer der Autoren des Lawblogs kritisiert gegenüber SPIEGEL ONLINE eine in Deutschland mögliche Abmahnpraxis-Strategie: Es könne versucht werden, die eigenen Fotos von banalen Abbildungen des Alltags – etwa Speisen und Zutaten – in den Suchmaschinen auf die vordersten Ränge zu pushen, auf Urheberrechtshinweise auf der eigenen Internetseite zu verzichten sowie sämtliche technische Möglichkeiten zur Verhinderung des Abrufs der Fotos via Quelltext der Internetseite zu unterlassen, um dann anschließend gegen alle juristisch vorzugehen, die die Fotos für ihr Blog “geklaut” hätten. Dann aber mit der ganzen Schärfe, die das Urheberrecht erlaubt und in vielen hundert Fällen jährlich.

Der ganze Bericht bei SpOn

Telebid gegen to be

Telebid ist eine Auktionsplattform der Firma Sofina GmbH aus Pullach. Über diese “etwas andere” Auktionsplattform hat Tobias Battson in seinem Blog berichtet. Er hat nun mittlerweile vier sehr sonderbare Abmahnungen bekommen, die sich abenteuerlich anhören:

– 4 Nr.8,10 & 11 UWG – Unlauterer Wettbewerb
– 823 BGB – Vorsätzliche oder fahrlässige Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit, Eigentum oder sonstigem Recht
– 826 BGB – Sittenwidrige vorsätzliche Schädigung
– 824 BGB – Kreditgefährdung

Hört sich alles ein wenig an den Haaren herbeigezogen an. Daher lässt es Tobias auf ein Gerichtsverfahren ankommen:

Ob das Vorgehen von SoFina nun Schikane war oder nicht, es schimmert durch, wie wenig Kosten und Mühen man scheut, der durch mich verursachten Negativ-Publicity Einhalt zu gebieten. Und weil ich finde, dass die Negativ-Publicity bis zu diesem Punkt vergleichsweise bescheiden war, übergebe ich die Angelegenheit nun an die Mühlen der Justiz um zu schauen, was diese mir Feines aus der Klageschrift mahlen, die Telebid/Sofina mir über das Landgericht Berlin gestern zukommen ließ.

Spiegel Online nimmt sich der mediabloed.de-Abmahnung an

Dass der Blog “media-bloed.de” von Rainer Kohnen abgemahnt wurde, hat ja wohl jeder mitbekommen. Jetzt nimmt sich Spiegel Online der Sache an und kritisiert das Vorgehen von Media Markt scharf.

Media Blöd Screenshot

Am lustigsten finde ich den Satz am Ende über Rechtsanwalt Steinhöfel:

Übrigens hat Rechtsanwalt Steinhöfel offensichtlich einige Wissenslücken im Bereich Medien- und Urheberrecht. Auf seiner Homepage veröffentlicht er Texte verschiedener Medien, darunter auch aus dem SPIEGEL und von SPIEGEL ONLINE. Eine Genehmigung dafür hatte er nicht.

Abmahnungen und ein Anruf von Akte 07

Gestern habe ich einen Anruf von Meta Productions bekommen. Das sind die Produzenten der Sendung Akte 07 auf SAT1. Vor Weihnachten hatte ich nämlich eine Mail mit einem Hinweis an die geschickt, was der DOSB gerade treibt. Leider war ich gestern nicht da und so habe ich den Herrn heute zurückgerufen. Der Redakteur wollte wissen, was es damit so auf sich hat. Ich habe es ihm erklärt und er meinte, das könne er jetzt nicht so recht verwenden, weil ja eine Firma abgemahnt wurde. Sie würden gerade mal wieder das Thema mit den Abmahnungen von Privatleuten verfolgen und da mußte ich natürlich gleich Marions Kochbuch erwähnen. Antwort: “Ja ja, die Sache kenne ich schon. Da haben wir schon einige Hinweise bekommen. Das bauen wir auf jeden Fall mit ein”.

Abmahnung wegen fehlender Mindestinformationen

Eine Mail mit diesem Betreff habe ich heute an alle meine privaten Blogadressen bekommen.

Abmahnung 58-2007

Sehr geehrte Damen und Herren,

uns wurde mitgeteilt, dass sich in Ihrer Email-Korrespondenz nicht die gesetzlich geforderten Mindestinformationen befinden.

Lesen Sie hierzu das elektronische Handelsregistergesetz v. 15.11.2006 http://217.160.60.235/BGBL/bgbl1f/bgbl106s2553.pdf

Danach sind auch in Ihren Emails die Pflichtangaben erforderlich. Abmahnung wegen fehlender Mindestinformationen weiterlesen