Schlagwort-Archive: Abmahnwahnsinn

Stadt Augsburg – Fail des Jahres

In Sachen Abmahnung hat man ja schon viel sonderbare und lächerliche Dinge erlebt. Der absoluten Vogel schießt aber jetzt die Stadt Augsburg ab:

augsburgr.de: Stadt Augsburg mahnt Blogger ab

(eigentlich) via Torsten (Beitrag weg)

Nachtrag: Mittlerweile hat sich der Bürgermeister eingeschalten und den übereifrigen Mitarbeiter hergebremst. Natürlich nicht ohne zu verkünden, dass sie eigentlich alles richtig gemacht hätten.

Jack Wolfskin macht auf Abmahnmarke

Abmahnopfer wehrt Euch!

Früher als Jack Wolfskin anfing, war die Marke mal richtig cool. Unter einheimischen Outdoorfans war Jack Wolfskin angesehen und ich kann mich noch gut an ein Wintertreffen vom Ausrüster Lauche & Maas erinnern, als dort die Kollektion mit der Tatze von allen bewundert wurde. Das Preis-/Leistungsverhältnis war richtig gut und die richtig namhaften Outdoormarken kaum bezahlbar. Dann hat Jack Wolfskin sich entschieden auf Masse zu machen, die Qualität imho für ein paar Jahre zurückgefahren und als man sich dann irgendwann auch noch Werbefläche auf Fußballtrikot mietete, stand das Image der Marke für alles andere, aber nicht mehr für harte Jungs, die sich in der Natur aufhalten. Egal, meine Marke war es noch nie so recht, ausser zwei Radlerunterhemden und einem 10 Euro Fleecepulli aus der Wühlkiste hab ich kein Teil mit dem Tatzenlogo drauf.

Jetzt ist es auf jeden Fall ganz vorbei für mich. Jack Wolfskin ist nämlich wohl dazu übergegangen, alle Shops und Foren abzumahnen, die in irgendeinerweise ein Logo verwenden, die eine Pfote beinhaltet. Ganz egal, ob die in ganz anderen Farben und anderen Formen gehalten ist, ganz egal ob es sich um Hausfrauen handelt, die Einzelstücke nähen und über Dawanda verkaufen. Nein, es werden gleich mal Anwälte beauftragt, die auf Teufel komm raus die Abmahnkeule schwingen. Werden denn die Firmen nie schlauer? Musste doch Jako vor kurzem erst lernen, wie das Internet funktioniert.

Den Aufkleber oben gibt es übrigens hier zu bestellen und pro Sticker gibt es einen Euro für die Abmahnopfer.

Beitrag gelöscht

Heute habe ich zum ersten Mal in diesem Blog einen Beitrag gelöscht. Darin ging es um ein Konzert der Band Fanfare Ciocarlia in Regensburg am 8. August, das ich zusammen mit Freunden besucht hatte. Der Beitrag war 250 Wörter lang. Neben einem Foto hatte ich auch ein kleines Video eingebunden, das ich mit meiner kleinen Digicam aufgenommen und bei YouTube hochgeladen hatte. Dieses Video war 24 Sekunden lang und darauf schwenkte ich einmal von rechts nach links über das Publikum und die Band. Ihr könnt Euch selbst ausmalen, wie die Videoqualität mit so einer kleinen Knipse ist.

Heute hatte ich Post von YouTube in meinem Postfach:

Hiermit wirst du darüber informiert, dass folgendes Material entfernt bzw. der Zugriff darauf deaktiviert wurde, da uns von Asphalt Tango Records gemeldet wurde, dass dieses Material eine Urheberrechtsverletzung darstellt.

Asphalt Tango Records ist das Plattenlabel, das die Band vertritt. Mir ist klar, dass man keine DVD- oder CD-Ausschnitte hochladen darf, das hab ich auch noch nie gemacht. In diesem Fall habe ich aber die Vorstellung einer quasi unbekannten Band mit einem kleinen Video aufgepeppt. Kann einem als Band oder als vertretendes Plattenlabel eigentlich etwas besseres passieren, als dass jemand über ein Konzert schreibt?

Dazu muss man noch erwähnen, dass die Band ein Profil bei MySpace hat, wo man mehrere Songs in weit besserer Qualität anhören kann, als in meinem Videoschnipsel. Ich für meinen Fall werde in Zukunft einen großen Bogen um Fanfare Ciocarlia und erst recht um Asphalt Tango Records machen.

Der Abmahnwahnsinn geht weiter

Wohl das wichtigste Indiz, dass es mit einem Sendeformat bergab geht,  ist es, wenn der betreibende Sender eine Fanseite abmahnt, die sie vorher drei Jahre geduldet hat. Rund 4400 Euro pro Jahr verdient Philipp Klöckner pro Jahr mit der Seite DSDS-News.de schätzt Blogschrott. Jetzt hat RTL wohl Angst vor dieser gewaltigen Summe und wirft Philipp vor, ein finanzielles Interesse zu verfolgen, weil er doch AdSense auf der Seite hat und Suchmaschinen Optimierungs-Experte ist. Deswegen soll er das Projekt beenden. Richtig dreist finde ich es aber, wenn RTL jetzt die Übertragung der Domain fordert und damit gleich noch die ganze Arbeit kassieren möchte, die Philipp in sein Projekt investiert hat. Das riecht schon irgendwie danach, dass man jetzt den Traffic übernehmen möchte, den die eigenen Leute nicht auf die RTL- Seite ziehen konnten.

Ich mein, ich bin ja schon immer der Meinung, dass jeder selbst schuld ist, wenn er sich Deutschland sucht den Superstar ansieht. Ich für meinen Teil schalte da immer grundsätzlich um. Jetzt aber erst recht.

Mehr dazu auch bei der Blogabfertigung.

Nachtrag: Eigentlich ist es aber um das Blog auch nicht schade. Und wenn RTL jetzt seine Rechte wahrnimmt, stört es mich eigentlich auch nicht weiter. Es gibt schlimmeres! Lesenswert übrigens auch ein Beitrag bei F!XMBR.

Was die Firma Nuntio mit Barbara Streisand gemeinsam hat

Seit Barbara Streisand mal den Fotografen Kenneth Adelman verklagte, weil eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens zu finden war und anschließend die Öffentlichkeit erst auf das Foto aufmerksam wurde, gibt es den Begriff Streisand-Effekt:

 Der Versuch, bestimmte Informationen zu entfernen, kann dazu führen, dass diese noch stärker verbreitet werden.

Vorgestern musste dies Seoline lernen und als nächstes ist wohl die österreichische Firma Nuntio dran. Wie das Polilog berichtet, suchte Hannes Offenbacher in Facebook nach einem kreativen Filmemacher in Wien. Seine Anfrage bekam als erstes eine Antwort von einem Michael Hollauf mit folgendem Inhalt:

Was immer Du tust, Finger weg von der Firma Nuntio. Gaaanz schlechte Erfahrungen…

Das gefiel der Firma Nuntio nun gar nicht. Aber statt sich mit dem Schreiber auseinanderzusetzen, nachzufragen, wie er zu der Ansicht kommt oder ihn evtl. höflich zu bitten, den Kommentar zu entfernen, wurde der Wiener Anwalt Alexander Scheer eingeschalten. Der hat dann gleich eine kostenpflichtige und mit Rechtschreibfehlern gespickte Abmahnung verfasst.

Tja, was soll ich sagen? Bei Google befinden sich aktuell auf Seite eins für den Suchbegriff “Nuntio” bereits drei Beiträge zu dieser Abmahnung. Warten wir mal eine Woche ab. Mal sehen, wie es dann aussieht. Scheinbar gibt es immer wieder Firmen, die es auf diese Art lernen müssen.

Mehr bei Frank oder Zweipunktnull

Rezepteseiten

Seit gestern ist die Abmahnung von Folkert Knieper vom Tisch, die dieser an René wegen der Verwendung eines Screenshots geschickt hatte. Als die Abmahnung publik wurde, wurden unter anderem von Lanu, Dieter oder Michael verschiedenen Seiten mit Bilddatenbanken gegründet, die kostenlos Fotos von Lebensmittel unter Creative Commons-Lizenz zur Verfügung stellen. Daneben gibt es noch die Foodfotos von der Hüttenhilfe, die bereits seit der ersten Abmahnwelle ihre Seite für wirklich kostenlose Rezepte betreiben und seitdem ihr Team immer wieder erweitern konnten.

Gestern habe ich nun eine Mail von “Chefkoch und Fotokünstler” Thomas R. P. Sixt aus Wien erhalten, in der er mir eine Pressemitteilung schickt. Keine Ahnung, wer das sein soll und eigentlich hätte ich die Mail auch direkt in dem Spamordner verschieben können, doch die Überschrift

Peperita! Chefkoch Thomas Sixt setzt mit kostenlosen Rezeptebildern für Internetseiten Zeichen gegen die Abmahnabzocke

machte mich neugierig. 1200 Rezepte verspricht er auf seiner Seite Peperita, doch als ich mir die Nutzungsbedingungen so ansah, war mir schnell klar, dass ich von diesen Fotos lieber die Finger lasse. Es wird ein Copyright-Hinweis und ein Link zu der Seite verlangt. Dazu dann der Vermerk “Dieses Angebot ist unsererseits jederzeit kündbar”. Das lässt nichts Gutes für die Zukunft erahnen.

Mach mir den Atze

Irgendwie erinnert mich die Geschichte Folkert Knieper gegen René Walter ein wenig an das gelockte Rumpelstilzchen aus Emsdetten, dessen Namen man nicht nennen darf:

Unlängst bekam der Blogger René Walter eine Abmahnung von Bischoff in Kniepers Namen. Er hatte ein Stillbild aus einem kritischen ARD-Beitrag über Knieper online gestellt. Walter stimmte einem Vergleich zu: Er braucht nichts zu zahlen, darf aber nie wieder ein Knieper-Foto veröffentlichen.

Mehr in der SZ oder gleich bei René